Lewis Hamilton meldete sich erstmals 2010 an der Spitze

Formel 1 2010

— 13.02.2010

Abschluss der Testwoche: Hamilton vorne

Lewis Hamilton zeigt zum Ende der Jerez-Testwoche den Speed des McLaren-Mercedes MP4-25: Ferrari und Mercedes bleiben stehen

Die erste von zwei Jerez-Testwochen hat einen versöhnlichen Abschluss gebracht, zumindest was das Wetter anbelangt. Am frühen Morgen waren die Teams noch von dichten Wolken und Regenschauern begrüßt worden, doch schnell klarte es auf, die Strecke trocknete bis zum Mittag immer weiter ab. Die schnellsten Runden wurden allesamt am Nachmittag erzielt, als sich die Piloten auf Longruns mit Slicks begaben.

Den schnellsten Speed legte am Samstag Lewis Hamilton auf die Bahn. Der McLaren-Mercedes-Pilot umrundete den andalusischen Kurs in allerletzter Minute in 1:19.583 Minuten und pulversierte den bis dorthin gültigen 2010er-Rekord deutlich. Dabei hatte sich Hamilton, der insgesamt 113 problemlose Runden drehte, lange Zeit des Tages mit schnellen Runden zurückgehalten und ein solides Programm abgespult.

Der Dauerrenner des Tages war Felipe Massa. Der Ferrari-Pilot jagte den neuen F10 insgesamt 160 Runden um die Strecke. Dabei war der Brasilianer auf einigen Longruns beeindruckend schnell unterwegs, das Tempo war oft konstant hoch. Doch Ferrari hatte auch Probleme. Früh am Vormittag rollte Massa auf der Zufahrt zur Box aus, weil offenbar das Benzin ausgegangen war.

Kurz vor Mittag stoppte Massa seinen F10 am Streckenrand und verursachte somit eine Rotphase. Angeblich hatten die Telemetriedaten auf einen möglichen Schaden hingedeutet, der Wagen wurde nur als Vorsichtsmaßnahme geparkt. Offenbar lag allerdings kein Defekt vor, denn nur wenig später war Massa wieder unterwegs. Am Nachmittag folgte im Rahmen der Dauerläufe noch ein harmloser Ritt durch ein Kiesbett.

Auch Red Bull war für rote Flaggen verantwortlich. Sebastian Vettel hatte den neuen RB6 am frühen Vormittag in Kurve neun abgestellt. Auch in diesem Fall war es wohl kein schwerwiegender Defekt, sondern eher ein leerer Tank. Vettel konnte im weiteren Verlauf des Tages noch einige Runden drehen, ohne dabei offensichtliche Probleme zu haben. Herausragend schnell war er allerdings nicht unterwegs.

Bei Michael Schumacher und Mercedes lief es zunächst am Vormittag nicht rund. Der Rekordchampion drehte nur zu Beginn zaghaft einige Runden, verbrachte anschließend aber viele Stunden an der Box. Der Grund ist nicht bekannt. Später stieg der Kerpener wieder ins Testgeschehen ein und veursachte gegen 14 Uhr einen weiteren Abbruch.

Der Mercedes W01 rollte langsam über die Strecke, in Kurve fünf stellte Schumacher den Wagen schließlich ganz ab. Schnell machten im Fahrerlager und auch außerhalb Gerüchte die Runde, Mercedes habe einen Motorschaden erlitten. Falsch. Man sei aus "dem gleichen Grund ausgerollt, wie viele andere vorher auch", hieß es vom Team. Klartext: Auch die Silbernen hatten den Tank trocken gefahren.

Schumacher drehte nur wenig später die nächsten Runden, sodass von einem Schaden am Mercedes nicht die Rede sein konnte. Auch der Speed stimmte. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister drehte seine beste Runde in 1:20.613 Minuten und platzierte sich damit auf Rang fünf der Zeitenliste. Auch das Durchschnittstempo bei einem Longrun passte. Insgesamt legte Schumacher 84 Runden auf die Bahn.

Einen starken Auftritt boten phasenweise Rubens Barrichello und Adrian Sutil. Der Deutsche prügelte den Force India VJM03 in 1:20.180 Minuten als Zweitschnellster um den andalusischen Kurs. Dabei hatte die indische Mannschaft am späten Vormittag noch Probleme. Am Neuwagen musste über die Mittagszeit der Auspuff getauscht werden. Anschließend lief der Wagen problemlos und zeitweise richtig schnell. "Das war schon ganz nett", lachte Sutil.

Williams-Neuzugang Rubens Barrichello hatte schon vor Beginn des letzten Testtages dieser Woche angekündigt, dass von nun an die Performance des FW32 im Vordergrund steht. Der Brasilianer machte sofort eine klare Ansage und setzte sich zum Mittag deutlich an die Spitze, auch am Nachmittag bei wirklich trockenen Verhältnissen konnte Barrichello mit dem Williams-Cosworth sehr gute Runden drehen, meist allerdings nur einzelne schnelle Umläufe. Später streikte das Getriebe.

Überraschend unauffällig bewegten sich Jaime Alguersuari (Toro Rosso) nach seiner Bestzeit vom Vortag, Pedro de la Rosa (Sauber) und Robert Kubica (Renault) durch Spanien. Kubica hielt sich vielleicht sogar bewusst mit aggressiven Sprints zurück. Auffallend schnell war der Mann im Renault R30 auf Longruns. Der Pole war konstant unterwegs, allerdings waren die Durchläufe nicht allzu lang. Auch Pedro de la Rosa zeigte in 1:22.134 Minuten wohl nicht das ganze Potenzial des Sauber C29. Der Spanier platzierte sich mit seiner Bestzeit auf Rang acht.

Alguersuari, der am Vortag den Tagesbestwert markiert hatte, blieb bis zum Ende auf dem letzten Rang des Klassements. Unaufgeregt spulte der Youngster im Toro Rosso sein Programm ab. Am Ende stand eine beste Runde in 1:24.072 Minuten zu Buche. Bei Virgin ging es endlich einmal voran. Das britische Team kam nach vielen Problemen an den Tagen zuvor am Samstag endlich einmal ins Rollen.

Lucas di Grassi musste bis zum späten Vormittag auf die Installation neuer Teile am Virgin VR-01 warten, anschließend lief es vergleichsweise rund. Der Brasilianer spulte 63 Runden ab und war zwischenzeitlich sogar richtig schnell. Fraglich ist natürlich, ob man sich mit wenig Gewicht ein wenig "künstlich" an die Konkurrenz herangerobbt hatte, oder ob der Speed realistisch war. In der kommenden Woche an gleicher Stelle wird man es voraussichtlich sehen.

Fotoquelle: xpb.cc

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