Mit der gezeigten Performance ist Christian Horner nicht unzufrieden

Formel 1 2010

— 15.03.2010

Horner: "Sebastian hat das Rennen kontrolliert"

Rennanalyse mit Christian Horner: Warum Sebastian Vettel das Beste aus der Situation gemacht hat und wie stark Red Bull wirklich ist

Sebastian Vettel fuhr gestern bereits im materialschonenden Modus einem sicheren Auftaktsieg in Bahrain entgegen, bis er sich wegen einer defekten Zündkerze einbremsen musste. Immerhin rettete der Deutsche noch einen vierten Platz ins Ziel, während sein Teamkollege Mark Webber enttäuschender Achter wurde. Noch bevor bekannt wurde, dass die Zündkerze für Vettels Probleme verantwortlich war, analysierte Teamchef Christian Horner das Rennen.

Frage: "Christian, bis zum Problem sah es bei Sebastian Vettel ja ganz gut aus..."
Christian Horner: "Daran gibt es keinen Zweifel: Sebastian hat das Rennen kontrolliert. Er hat das sehr gut gemacht und das Auto letztendlich prima ins Ziel gerettet. Es war einfach nur schrecklich enttäuschend, als wir in Runde 33 gesehen haben, wie uns ein fast sicherer Sieg doch noch durch die Lappen ging. Wir hatten einen Leistungsverlust, der Sebastian einiges an Topspeed kostete."

Beeindruckende Leistung von Vettel

Frage: "Sebastian schien sich nach dem Defekt wieder etwas zu fangen. Wie konnte das gelingen?"
Horner: "Er hat einfach seinen Fahrstil angepasst. Selbst mit diesem Leistungsverlust ist es ihm gelungen, seine Geschwindigkeit unter Beweis zu stellen - vor allem im Mittelsektor. Er lernte, wie er das Auto fahren musste. So gesehen war sein vierter Platz überaus beeindruckend."

Frage: "Wie hat es Sebastian geschafft, Nico Rosberg hinter sich zu halten?"
Horner: "Sebastian musste einfach auf den Streckenteilen, wo ihn das Problem nicht allzu sehr beeinträchtigte, umso mehr Druck machen. Im Mittelsektor konnte er in den Schlussrunden sogar noch einige persönliche Bestwerte aufstellen. In diesem Bereich konnte er einen Puffer auf Nico aufbauen - wohl wissend, dass er auf den Geraden keine Chance haben würde. Auf diesen Passagen war klar, dass er reichlich unter Druck geraten würde."

Frage: "Wie schwierig war es für Sebastian, das Auto ins Ziel zu bringen?"
Horner: "Das war sehr schwierig, vor allem im Hinblick auf den Leistungsverlust, den er hatte. Wie groß dieser war, kann ich nicht sagen. Es war aber einiges. Er ist aber gut damit umgegangen und konnte Schadensbegrenzung betreiben. Er fiel zwar auf Rang vier zurück, aber es hätte auch deutlich schlimmer sein können."

Frage: "Wie frustriert ist er nun?"
Horner: "Sebastian ist genauso frustriert wie das gesamte Team. Wir sind allesamt sehr enttäuscht."

Frage: "Was war das für ein Rauch, der nach dem Start bei Mark Webber zu sehen war?"
Horner: "Keine Ahnung."

Frage: "Ist die Zuverlässigkeit wieder ein großes Thema für Red Bull oder hängt das einfach nur mit dem Saisonstart zusammen?"
Horner: "Es ist frustrierend. Bevor wir Schlussfolgerungen daraus ziehen, sollten wir das Problem allerdings erst einmal genau kennen. Zumindest konnten wir am Sonntag erkennen, dass wir ein sehr schnelles Auto haben, das durchaus dazu in der Lage ist, ein Rennen zu gewinnen. Das Auto war schon in der Qualifikation sehr schnell unterwegs und ist zudem sehr sanft zu den Reifen. Sehr schade, dass wir aufgrund dieses Leistungsverlusts einen sicheren Sieg verloren haben. Wenigstens konnten wir den vierten Platz halten. Die Meisterschaft ist lang. Diese Punkte werden noch sehr wertvoll sein."

Frage: "Was macht dich so sicher, dass die Zuverlässigkeit kein dauerhaftes Problem ist? Schon im vergangenen Jahr hattet ihr diesbezüglich einige Schwierigkeiten..."
Horner: "Erst einmal müssen wir dem Fehler auf die Spur kommen. Ich habe keine Zweifel daran, dass die Jungs dem Problem sehr schnell zuleibe rücken können. Marks Auto war unter diesen schwierigen Bedingungen ohne weitere Probleme unterwegs. Diesem Leistungsverlust müssen wir uns nun widmen und sicherstellen, dass er in Melbourne nicht noch einmal auftritt."

Webber im Verkehr chancenlos

Frage: "Abgesehen vom Defekt bei Sebastian: Wie würdest du die Leistung deiner beiden Piloten miteinander vergleichen?"
Horner: "Mark hatte einen schlechten Start. Eigentlich war es kein schlechter Start, aber eine schlechte erste Kurve. Dort hat er einige Plätze verloren. Anschließend hatte er die Geschwindigkeit. Er hing aber im Verkehr fest und das war sehr frustrierend. Er fiel zurück und konnte sich dann nicht mehr rehabilitieren. Bei einem Einstopprennen wird nun einmal nicht allzu viel überholt."

Frage: "Wie lautet dein Gesamteindruck von Sebastian an diesem Wochenende?"
Horner: "Er hat mir sehr gut gefallen. Er ist unter Druck cool geblieben - auch, als ihm der Rennsieg aus den Fingern glitt. So konnte er einige gute Punkte holen."

Frage: "Werden wir ein solches Szenario auch bei anderen Rennen sehen?"
Horner: "Das war jetzt nur der erste Lauf des Jahres und diese Strecke ist eigentlich gut zum Überholen geeignet. Im weiteren Saisonverlauf kann sich diesbezüglich aber noch einiges verändern."

Frage: "Positiv zu vermerken müsste doch sein, dass ihr auf Augenhöhe mit Ferrari unterwegs seid..."
Horner: "Ich denke, wir hatten Ferrari an diesem Wochenende sogar im Griff - sowohl in der Qualifikation als auch im Rennen. Wir können Bahrain mit dem Wissen verlassen, dass wir ein schnelles Auto haben. Gleichwohl sind wir natürlich auch enttäuscht darüber, einen ziemlich sicheren Sieg verloren zu haben."

Frage: "Denkst du, ihr werdet auch in den kommenden Rennen leicht die Nase vorne haben?"
Horner: "Das muss man abwarten. Es handelt sich um unterschiedliche Strecken. Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, wie sehr die Autos von Kurs zu Kurs in Bezug auf die Entwicklung schwankten. Unsere Leistung war an diesem Wochenende jedenfalls sehr gut. Hoffentlich können wir in zwei Wochen noch stärker auftreten."

Frage: "Bislang hat jeder von den Top-4-Teams gesprochen, dabei scheinen eher zwei Teams an der Spitze zu sein: McLaren und Mercedes schienen etwas zurückzuliegen. Stimmt dich das zufrieden?"
Horner: "Die Dinge können sich sehr schnell verändern. An diesem Wochenende war es Ferrari, in zwei Wochen ist es vielleicht jemand anderes. Unsere eigene Leistung interessiert mich natürlich am meisten. Wir hatten eine gute Leistung und darauf möchten wir aufbauen. Wir müssen das Problem verstehen, welches Sebastians Auto heimgesucht hat. Anschließend gilt es sicherzustellen, dass wir diese Schwierigkeiten künftig vermeiden."

Frage: "Was sagst du zum ersten Rennen von Formel-1-Rückkehrer Michael Schumacher?"
Horner: "Sebastian hat mich wesentlich mehr interessiert als Michael."

Fotoquelle: Red Bull

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