Jenson Button konnte das Tempo seines Teamkollegen nicht ganz mitgehen

Formel 1 2010

— 15.03.2010

Button vs. Hamilton: "Lewis ist außergewöhnlich"

Im teaminternen britischen Duell bei McLaren hat Lewis Hamilton gegen Weltmeister Jenson Button in Bahrain klar die Oberhand behalten

"Wenn ihr das schreiben wollt, dann schreibt es eben" - so äußerte sich ein sichtlich genervter Jenson Button auf die Frage britischer Journalisten, ob er in Bahrain gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton chancenlos gewesen sei. Der Stachel saß beim 30-Jährigen tief. Nicht die Tatsache, dass sein Teamgefährte Dritter wurde und er selbst nur Siebter, ging dem Briten gegen den Strich. Vielmehr war es die Erkenntnis, dass er den Speed des McLaren MP4-25 nicht umsetzen konnte.

"Ich habe zu Michael aufgeschlossen und hing dann den Rest des Rennens hinter ihm fest", sagt der amtierende Champion, der nicht einmal von deutlich höheren Endgeschwindigkeiten auf den Geraden profitieren konnte. "Du kannst einfach nicht nahe genug heranfahren. Du hast dann weder vorne noch hinten Grip und die Traktion am Kurvenausgang fehlt dir dann auch", bringt Button seine Enttäuschung zum Ausdruck.

"Es ist nicht so wie früher", sagt der Brite. Er erklärt: "Früher konntest du einem Auto besser folgen, du durftest auch mal driften. Damals konnte man richtige Rennen fahren, heutzutage geht das nicht mehr." Button musste sich nicht nur hinter Schumacher anstellen, sondern wurde von seinem Teamkollegen Lewis Hamilton in den Schatten gestellt, der als Dritter immerhin - aufgrund des Vettel-Defekts - mit Glück auf das Podest klettern durfte.

"Er hat einen besseren Job gemacht, bei mir ging nicht mehr", erklärt Button den Unterschied zu Hamilton. Der Champion bittet um Nachsicht: "Lewis ist ein außergewöhnlicher Fahrer. Es dürfte für jeden schwierig sein, in ein Team mit ihm zu kommen und gleich schneller zu sein. Ich arbeite nun vor allem an meinem Qualifying. Die Fortschritte sind bisher anständig. Ich bin mit Platz sieben unzufrieden, aber mit meiner Leistung eigentlich nicht. Ich hoffe, ich kann in Melbourne einen weiteren Schritt machen."

Hamilton selbst zog ein durchwachsenes Fazit. Natürlich war der Weltmeister von 2008 glücklich über den Podestrang, allerdings weniger glücklich über den Rückstand auf Ferrari. "Ich hatte einen tollen Start, wurde aber von Massa etwas abgedrängt", schildert der 25-Jährige. "Wenn ich ihn gepackt hätte, dann wäre ich immerhin hinter Alonso gewesen. So aber kam sogar noch Rosberg an mir vorbei und hinter ihm steckte ich dann lange Zeit fest."

Auch der Button-Teamkollege klagt über mangelnde Überholchancen. "Wir konnten unseren wahren Speed nicht zeigen", sagt Hamilton. "Es ist klar, dass der Ferrari das beste Auto ist. Aber wir sind gar nicht einmal so weit weg. Bei freier Strecke mit frischen Reifen konnte ich das Tempo mitgehen. Noch nie hatte ich ein Auto mit einem dermaßen gutem Heck. Es liegt in schnellen Kurven extrem stabil. Allerdings in den langsameren Ecken geht es nicht ganz so gut. Daran müssen wir nun arbeiten."

"Es war frustrierend", stellt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh klar. "Wir hatten einen guten Start, aber es lief dann in der ersten Runde nicht richtig. Wenigstens haben wir mit perfekten Boxenstopps etwas an Boden gutmachen können. Die großen Enttäuschung hatten wir bereits aber am Samstag abgeliefert. Wir haben im Qualifying keine perfekte Leistung gezeigt. Wir beispielsweise Jenson im Rennen dann einfach nicht an den beiden Mercedes vorbeibringen können."

Der Teamchef nimmt seinen prominenten Neuzugang allerdings in Schutz: "Lewis hatte im Qualifying halbwegs freie Fahrt, bei Jenson war das anders. Er hatte ständig Luftverwirbelungen von anderen Autos. Wir mussten außerdem beim Setup Kompromisse eingehen. Man muss immer sehen, dass man das Auto für das Rennen mit zu Beginn 150 Kilogramm Benzin gut hinbekommt. Darunter kann dann schon mal das Qualifying leiden. Außerdem sind wir auf den Bodenwellen in Kurve sechs nicht gut zurecht gekommen."

Fotoquelle: xpb.cc

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