Kehrt die Formel 1 möglicherweise schon 2011 wieder nach Indianapolis zurück?

Formel 1 2010

— 16.03.2010

Formel 1 und Indianapolis: Neue Gespräche

Die Hersteller, die Teams und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wollen endlich wieder in die USA: Ein Comeback in Indianapolis schon 2011?

Eine Formel-1-Weltmeisterschaft ohne Rennen in Nordamerika? Diese Zeiten sind durch die Rückkehr nach Montréal in diesem Jahr glücklicherweise wieder vorbei. Doch der riesige Markt USA wird immer noch nicht wieder beackert. Das könnte sich allerdings bald ändern. Die neuen Macher des Indianapolis Motor Speedway (IMS) führen wieder ernsthafte Gespräche mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. "Wir würden gern wieder dorthin gehen", macht der Vermarkter allen Beteiligten Mut.

"Wir sind in ständigem Dialog mit der Formel 1", sagt IMS-Sprecher Chris Schwartz im 'Indianapolis Business Journal'. Er fügt allerdings hinzu: "Es gibt viel zu beachten." Nach wie vor klaffen tiefe Wunden im Verhältnis zwischen dem Motorsport-Mekka der USA und der Königsklasse. Dabei hatte im Jahr 2000 alles so gut begonnen: 200.000 Zuschauer waren zum ersten Rennen auf der damals neuen Strecke im Infield des gigantischen Ovals gekommen.

Doch das Interesse der amerikanischen Fans nahm schnell wieder ab. Die Formel 1 tat sich mit dem Reifendebakel im Jahr 2005, als letztlich nur sechs Autos ins Rennen gingen, gar keinen Gefallen. Bis zum letzten Auftritt in Indianapolis nahm die Zuschauerzahl auf gerade einmal 100.000 konstant ab. "Tatsache ist, dass dort die falschen Leute im Publikum saßen", erklärt Ecclestone im 'Guardian'. "Dort hat gar nichts funktioniert, man müsste vieles ändern."

"Ich weiß nicht, was ich davon halten soll", reagiert Schwartz auf die Ecclestone-Aussagen. "Die Zuschauer waren mit Leidenschaft dabei. Es war definitiv ein Rennen mit internationalen Besuchern." Der britische Formel-1-Boss hatte seine amerikanischen IMS-Geschäftspartner immer wieder aufgefordert, ein vernünftiges Marketing um das Formel-1-Rennen herum aufzubauen. Nun aber gibt es andere Vorzeichen: Der damalige IMS-Boss Tony George ist weg, Jeff Belskus hat das Sagen.

Unterstützung erfahren die IMS-Organisatoren von prominenter Seite. Ex-Formel-1-Champion Mario Andretti macht sich für eine Rückkehr der Königsklasse in seine Heimat stark. "Aber ich kann nicht den Scheck unterschreiben", so der Weltmeister von 1978. "Ich kann die Bemühungen nur mit meinen Möglichkeiten unterstützen. Ich glaube fest an das Projekt. Ich habe mit Bernie gesprochen. Er ist davon überzeugt, dass sie in die USA zurückkehren müssen."

"Er muss es irgendwie möglich machen", meint Andretti. Der ehemalige Formel-1-Weltmeister und Indy-500-Sieger Emerson Fittipaldi sieht das Thema differenzierter. Der Brasilianer will die Königsklasse wieder in den USA sehen, nicht jedoch in Indianapolis. "Überhaupt dorthin zu gehen war ein Fehler"", so Fittipaldi. Nach Ansicht des Brasilianers sei die Strecke nicht geeignet, die Amerikaner für die Formel 1 zu begeistern: "Die Autos sehen auf dem Oval-Abschnitt im Vergleich zu IndyCars oder NASCAR doch total langsam aus."

Fotoquelle: IMS

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