David Coulthard ist genervt von der Langeweile und kritisiert die neuen Teams

Formel 1 2010

— 16.03.2010

Coulthard kritisiert Mosley: "Es war eine Prozession"

Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard macht die Regeländerungen unter der FIA-Leitung von Max Mosley für die Langeweile beim Saisonauftakt verantwortlich

"Ich hoffe, Max Mosley hat aus seinem Elfenbeinturm hinabgeschaut und viel Spaß am Rennen in Bahrain gehabt" - mit diesen Worten stellt Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard deutlich heraus, wen er für den Schuldigen an der Langeweile beim Saisonauftakt hält. In seiner Kolumne im 'Daily Telegraph' erklärt der Schotte, dass die neuen Regeln bezüglich Motorenhaltbarkeit, Nachtanken, eingefrorener Entwicklung und Einheitsreifen für mangelnde Rennaction verantwortlich seien.

All diese Regeln seien unter der FIA-Präsidentschaft von Max Mosley entstanden. "Nichts hat der Show etwas gebracht", so Coulthard. Natürlich könne man darauf hoffen, das besondere Umstände - beispielsweise Regen in Interlagos - tolle Rennen erzeugen könnten. "Aber das in Bahrain war eine Prozession. Es war eher ein Test der Zuverlässigkeit als ein echtes Rennen." Auch das neue Punktesystem habe keinerlei Wirkung im Rennen gezeigt.

"Selbst wenn ein Fahrer hätte überholen wollen, dann hätte er dies nicht geschafft", meint der 38-Jährige. Die Diffusoren seien Schuld daran: "Die geben dem Vordermann viel zu viel Anpressdruck und verwirbeln die Luft dahinter zu sehr. Die sollten für das nächste Jahr verboten werden." Aber auch die Teams müssten sich eine Teilschuld an der Situation anheften. "Als im Winter über zwei Pflichtstopps gesprochen wurde, haben diejenigen den Kopf geschüttelt, die ein vermeintlich Reifen schonendes Auto gebaut hatten."

"Das ist wieder ein klassisches Beispiel dafür, dass die Ingenieure nicht zugunsten des Allgemeinwohls entscheiden können", bringt Coulthard seine Enttäuschung auf den Punkt. Aus seiner Sicht könnten zwei Pflicht-Boxenstopps für deutlich mehr taktische Varianten und Spektakel sorgen. "Aber am besten könnte man die Show über die Reifen verbessern. Den Vorschlag haben schon mehrere gemacht: Bridgestone sollte eine Reifenmischung bringen, die ganz schnell verschleißt."

"Natürlich wäre ein solches Modell nicht unbedingt beste Werbung für den Hersteller, aber wenn die Formel 1 davon profitiert, dann profitieren sie selbst auch wieder davon", erklärt der erfahrene Schotte. Man könne dies auch umgekehrt betrachten: "Wenn Bridgestone es schafft, zwei Mischungen zu bieten, die zusammen genau 310 Kilometer aushalten, dann ist das doch auch eine Spitzenleistung." Er gebe allerdings die Hoffnung auf eine spannende Saison noch lange nicht auf.

Coulthard erneuerte seine Kritik an den neuen Teams. Virgin-Boss Richard Branson sei am ersten Rennwochenende der Saison auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. "Ich stehe zu meinen früheren Aussagen", so der 38-jährige Familienvater. "Es sollten im Training keine Räder abfliegen und es darf auch nicht sein, dass ein Pilot im Qualifying seine allerersten Kilometer fährt. Bevor sich alle aufregen, dass ich Lotus nicht lobe: Erwarten wir nicht von einem Formel-1-Auto, dass es ins Ziel kommt? Ist das nicht das Mindeste?"

Fotoquelle: xpb.cc

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