Das Thema Adolf Hitler scheint Bernie Ecclestone in den Medien zu verfolgen

Formel 1 2010

— 16.03.2010

Ecclestone packt das Thema Hitler wieder aus

Bernie Ecclestone distanziert sich erneut von Adolf Hitler, gewinnt diktatorischen Politsystemen aber nach wie vor Positives ab

Eigentlich sollte Bernie Ecclestone aus der Affäre im Vorjahr gelernt haben, als ihm ein Interview über Adolf Hitler weltweit einen Sturm der Entrüstung einbrachte. Doch der 79-Jährige ließ sich von der 'Mail on Sunday' am vergangenen Wochenende dazu hinreißen, sich wieder zu diesem Thema zu äußern. Gut möglich, dass er damit in die Schlagzeilen gerät.

"Die Sache hat begonnen", erinnert er sich ans Vorjahr, "als ich gesagt habe, dass die alte Form der Demokratie ein bisschen ein alter Hut ist. Die Welt ändert sich so schnell und Entscheidungen müssen schnell getroffen werden. Die Regierung sagt etwas, dann sagt die Opposition etwas anderes, dann gibt es einen Kompromiss und dann wird dieser Kompromiss wieder geändert. Bis das alles geschehen ist, ist es längst zu spät."

"Die Leute im Business müssen Entscheidungen heutzutage so treffen. So muss man Länder führen", sagt Ecclestone fingerschnippend. "Die zwei jungen Frauen, die mich interviewt haben, sagten: 'Sie meinen einen Diktator.' Ich sagte: 'Nicht wirklich, denn die meisten Diktatoren führen durch Angst und Schrecken. Es braucht einen guten Führer, nicht einen Diktator.' Dann haben sie gefragt: 'So wie Hitler?' Und ich sagte: 'Nun, zumindest das, was ich dachte, dass er in jener Zeit gemacht hat, war richtig. Die frühen Tage.'"

Er habe sich inzwischen aber intensiver mit dem Thema beschäftigt und bedaure seine Aussage zutiefst, daher habe er sich im Vorjahr auch hochoffiziell entschuldigt. Ungerechte Diktaturen gebe es auch heute noch. Diese seien "nicht richtig, ganz im Gegenteil". Und Ecclestone distanziert sich eindeutig von jeder Sympathie für das nationalsozialistische Regime, indem er sagt: "Was Hitler getan hat, war bestenfalls widerwärtig - und unnotwendig."

Doch seinem jüdischen Kollegen Martin Sorrell, einer der mächtigsten Männer bei Formel-1-Eigentümer CVC Capital Partners, dürfte folgende Aussage weniger gefallen: "Was bis 1939 passiert ist, war vielleicht gut für das Land, denn dadurch kam Deutschland wieder auf die Beine. Aber was Hitler danach getan hat, war völlig unnotwendig, und ich glaube nicht, dass darin irgendein Vorteil lag. Ich glaube nicht, dass daraus irgendjemand einen Vorteil hätte schöpfen können."

Was Ecclestone dabei übersieht: Der Holocaust begann nicht erst 1939, sondern mit der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933, wenn auch zunächst bei weitem nicht in jenem Ausmaß, wie er später betrieben werden sollte. Spätestens mit den Novemberpogromen 1938 eskalierte die Situation völlig. Insofern muss man damit rechnen, dass sich der Formel-1-Geschäftsführer mit seinen neuerlichen Aussagen keine neuen Freunde machen wird...

Fotoquelle: xpb.cc

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