Mark Webber kommt als Lokalmatador zum kommenden Rennen in Melbourne

Formel 1 2010

— 19.03.2010

Webber: "Dabei sein ist nicht alles"

Red-Bull-Pilot Mark Webber über die Bedenken bezüglich der neuen Teams, das Überholproblem in der Formel 1 und das interne Duell bei Mercedes

In genau einer Woche wird Mark Webber im Mittelpunkt stehen. Wenn die Formel-1-Boliden am kommenden Freitag die Freien Trainings in Melbourne absolvieren, richten die australischen Fans ihre Blicke auf den Landsmann. Der 33-Jährige macht sich dennoch nicht allzu viel Druck. "Ich würde gern Monaco siegen. Natürlich wäre auch ein Sieg beim Heimrennen toll, aber Monaco ist die Krone", rückt Webber seine Ansprüche in der 'BBC' zurecht.

Bei Red Bull hat man zum Saisonauftakt in Bahrain eine Chance verpasst. Webbers Teamkollege Sebastian Vettel hatte den Sieg vor Augen, fiel aber aufgrund einer defekten Zündkerze zurück. "Keines der Autos ist bombensicher bezüglich der Zuverlässigkeit. Alle werden hier und dort mal kleine Probleme bekommen. Ich vertraue unserer Mannschaft voll und ganz", sagt der australische Formel-1-Pilot. Man mache sich im österreichischen Team keine besonders großen Sorgen.

Webber selbst hatte zum Auftakt in der Wüste nicht viel Glück. Im Qualifying lief es nicht rund, aus einer mäßigen Startposition war im Rennen nur Platz acht möglich. "Mein Rennen war frustrierend, weil ich festhing. Jenson ging es hinter Michael genauso. Nicht nur das Überholen ist schwierig. Es ist sogar fast unmöglich, nahe genug heranzufahren, um wenigstens mal ein Manöver anzutäuschen", klagt Webber über die Langeweile im Grand Prix.

"Ich denke, die Reifen spielen eine große Rolle. Man hat einfach zu wenig Grip, wenn man einem anderen Auto folgt. Die Boxenstopps sind auch vorhersehbar. Mit zwei Stopps könnte es mehr Spannung geben, es könnten auch mehr Fehler passieren. Zwei Pflichtstopps könnten helfen, würden aber das generelle Problem mit dem Überholen nicht lindern", sagt der erfahrene Australier. "Ich bin sicher, dass es deutlich besser wird, wenn sich alle Teams erst einmal auf die neuen Regeln eingeschossen haben."

Wie Webber und Button erging es zum Auftakt vielen Formel-1-Piloten. Auch die Mercedes-Fahrer Michael Schumacher und Nico Rosberg fanden keinen Weg nach vorne. Dies habe einerseits am Auto, andererseits an der Form des siebenfachen Weltmeister gelegen, meint Webber: "Er wird nicht mehr - wie früher - mit 60 Sekunden Vorsprung gewinnen können, aber er wird ganz bestimmt konkurrenzfähig sein. Ich glaube aber nicht, dass er seinen Teamkollegen Nico Rosberg schlägt. Das wird eng. Rosberg und Schumacher sind beide stark."

Weniger stark findet der in Großbritannien lebende Australier die Auftritte der neuen Teams. Er habe zwar Respekt vor der technischen Leistung, könne aber die Sicherheitsbedenken einiger Kollegen nachvollziehen. "HRT hat in Bahrain kein Rennen gefahren, sondern einfach nur teilgenommen", sagt Webber. "Ich bin kein Fan von so etwas. Lotus und Virgin haben das Bestmögliche gemacht. Vor allem Lotus hat einen tollen Job gemacht, was man angesichts der guten Leute dort aber auch erwarten durfte."

"Natürlich ist es eine unglaubliche Leistung, solch ein Team innerhalb von nur sechs Monaten aufzubauen. Aber es kann nicht sein, dass ein Team zum Rennwochenende erscheint, ohne vorher eine einzige Runde gefahren zu sein", so der 33-Jährige weiter. Er erklärt: "Es geht in der Formel 1 um Wettbewerb. Dabei sein ist nicht alles. Ich finde, man sollte den Teams zusätzliche Tests und Reifen geben, damit sie auf die sichere Seite kommen. Deren Mechaniker waren in Bahrain völlig am Ende wegen der vielen Arbeit. Das ist nicht gut. Weder für das Team, noch für die Piloten."

Fotoquelle: xpb.cc

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