Runde 34/35: Sebastian Vettel war gegen die beiden Ferraris machtlos

Formel 1 2010

— 20.03.2010

Dennis spekuliert: Musste Vettel Benzin sparen?

Ron Dennis kann sich vorstellen, dass sich Red Bull in Bahrain mit dem Benzin verrechnet hat und Sebastian Vettel deswegen langsamer wurde

Mit zwölf Punkten liegt Sebastian Vettel nach dem Auftakt-Grand-Prix in Bahrain an vierter Stelle der Fahrer-WM, doch eigentlich müsste er mit dem Maximum von 25 Zählern in Führung sein. Einen Strich durch die Rechnung machte ihm ein technisches Problem, durch das er ab der 33. von 49 Runden deutlich langsamer wurde.

Unmittelbar nach dem Rennen gingen Vettel und sein Team von einem gebrochenen Auspuff aus, ein paar Stunden später wurde die Diagnose korrigiert - eine defekte Zündkerze soll die Ursache für den plötzlichen Leistungsverlust gewesen sein. Vettel spürte eigenen Angaben nach so wenig Power, dass er phasenweise gar nicht mehr in den siebten Gang hochschalten konnte. Bis Rennende besserte sich die Situation aber, sodass er sogar wieder persönliche Sektorenbestzeiten fahren konnte.

Elektronik könnte Programm gewechselt haben

Ron Dennis wirft nun eine eigene Theorie in den Raum, was geschehen sein könnte: "Die Rundenzeiten sind so Rapide gesunken, dass man sich vorstellen kann, dass die elektronische Steuerung auf ein konservatives Programm umgeschaltet hat, um Benzin zu sparen", wird der Ex-McLaren-Teamchef vom 'Express' zitiert. So sei zu erklären, dass Vettel seinen vierten Platz im Finish mühelos gegen den funktionierenden Mercedes-Silberpfeil von Nico Rosberg verteidigen konnte.

Dennis weiter: "Das Problem des Red Bull könnte ein Designproblem sein. Entweder er hat einen zu kleinen Tank oder der Verbrauch ist höher als erwartet." Als langjähriger Teamchef des heutigen Red-Bull-Designers Adrian Newey weiß der Brite ganz genau über Neweys Neigung zu radikalen technischen Lösungen Bescheid, die manchmal auf Kosten der Zuverlässigkeit gehen. Neweys McLaren MP4-18 für die Saison 2003 wurde aus diesem Grund nie im Rennen eingesetzt.

Als Teilhaber der McLaren-Gruppe, zu der auch McLaren Electronic Systems gehört, also jene Firma, die alle Formel-1-Teams mit der Steuerelektronik beliefert, verfügt Dennis möglicherweise über Insiderinformationen, die die Öffentlichkeit nicht kennt. Sein Verdacht: Red Bull könnte den Verbrauch des angeblich sehr sparsamen Renault-V8-Motors falsch eingeschätzt und zu wenig Benzin eingefüllt haben. Sollte dem so gewesen sein, könnte Vettel Benzin gespart haben.

Renault betreibt Ursachenforschung

Bei Renault geht die Analyse des Defekts indes weiter: "Die Analyse, um den Grund für Vettels Motorproblem zu identifizieren, dauert an", erklärt Motorenchef Rob White im 'Express'. "Das Problem wurde bei einer Zündkerze gefunden, aber wir haben keinen Grund, einen Defekt an der Komponente selbst zu vermuten." Anscheinend ist die Ursache für Vettels Leistungsverlust also noch immer nicht hundertprozentig geklärt.

Dass Dennis mit seiner gewagten Theorie richtig liegt, erscheint trotz seines unbestrittenen Fachwissens höchst unwahrscheinlich. Erstens meldete Vettel während des Rennens am Boxenfunk mit besorgter Stimme einen für ihn überraschenden Leistungsverlust, doch ein Verbrauchsproblem hätte sich wohl über einen längeren Zeitraum angebahnt. Zweitens klang sein Motor unmittelbar nach dem Verlust der Führung an Fernando Alonso äußerst merkwürdig, was auf ein anderes technisches Problem hindeutet.

Gegen die Theorie spricht auch, dass Vettels Rundenzeiten bereits kurz nach Halbzeit dramatisch einbrachen, denn bei einem sich anbahnenden Benzinmangel hätte er wohl langsamer Tempo rausgenommen und zumindest anfangs versucht, die beiden Ferrari-Piloten hinter sich zu halten. Doch warum er auf Platz vier zurückgefallen ist, spielt im Nachhinein ohnehin keine Rolle mehr. Fakt ist, dass der Deutsche 13 im WM-Kampf möglicherweise wichtige Punkte verloren hat...

Fotoquelle: xpb.cc

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