Robert Kubica setzt voll und ganz auf einen Aufwärtstrend beim Renault-Team

Formel 1 2010

— 22.03.2010

Renault: Die Zuversicht ist da

Obwohl Renault in Bahrain keine Punkte holen konnte, reisen Robert Kubica und Vitaly Petrov mit einer großen Portion Optimismus nach Australien

Der Saisonauftakt der Formel 1 verlief für Renault in vielerlei Hinsicht überraschend: Im Qualifying zeigte Robert Kubica das Potenzial des R30 erstmals auf und machte damit deutlich, dass 2010 wieder mit dem französisch-britischen Team zu rechnen ist. Umso herber war es für die Mannschaft tags darauf, dass Kubica nach einem Dreher nicht punktete und Vitaly Petrov schon früh ausschied.

Zwar hat Renault somit noch keine WM-Punkte auf dem Konto, ist aber immerhin um die Erkenntnis reicher, einen ordentlichen Formel-1-Rennwagen gebaut zu haben. "Es war schon uns endlich unter Wettbewerbs-Bedingungen mit der Konkurrenz zu messen", sagt Kubica rückblickend. Der polnische Rennfahrer gibt sich betont zuversichtlich: "Insgesamt bin ich positiv gestimmt", so Kubica.

"Um die Situation verlässlich einschätzen zu können, benötigen wir allerdings noch ein paar Grand-Prix-Wochenenden, denn Bahrain in mehrfacher Hinsicht eine eher ungewöhnliche Strecke im Kalender. Aus verschiedenen Gründen konnten wir das Potenzial unseres Autos weder im Qualifying noch im Rennen voll ausschöpfen. In beiden Fällen wäre eigentlich der siebte Platz möglich gewesen."

"Wir sind enttäuscht, dass wir dies nicht erreichen konnten. Gleichzeitig ist es aber motivierend zu wissen, dass wir eigentlich in der Lage dazu waren", findet Kubica. "Das Wochenende in Bahrain hat in punkto Stärken und Verbesserungspotenzial im Prinzip das bestätigt, was ich bereits beim ersten Test in Valencia geahnt habe. Der Wagen ist in vielen Bereichen stark", hält der 25-Jährige fest.

Kubica fühlt sich durch Bahrain bestätigt

"Wir arbeiten hart daran, uns weiter zu verbessern und Schwachstellen auszumerzen. Dabei wird auch abseits der Strecken ein packendes Rennen entstehen, nämlich das der Entwicklungs-Abteilungen um Erfolg versprechende Neuerungen. Das Team in unserem Workshop in Enstone hat in den vergangenen Wochen rund um die Uhr gearbeitet, um Updates zu produzieren", so Kubica.

"Und Bahrain hat gezeigt, dass es sich im Hinblick auf die Performance gelohnt hat", gibt der frühere BMW Sauber F1 Team Pilot zu Protokoll. Vollkommen begeistert vom neuen Rennformat ist auch Kubica nicht: "Vor allem in der Anfangsphase fühlte es sich wie in Zeitlupe an, weil wir so viel Benzin an Bord hatten und die Rundenzeiten dadurch sehr hoch waren", erläutert der Formel-1-Routinier.

"Es war interessant zu beobachten, mit welchen Strategien die Teams auf die Herausforderungen des neuen Reglements reagierten. Wir wählten eine mutige Variante mit frühem Reifenwechsel. Die anderen Piloten, die mit weichen Reifen gestartet waren, kamen zwei bis drei Runden später an die Box. In den Freien Trainings am Freitag stehen jedem Fahrer nur drei Satz Reifen zur Verfügung."

Ist Melbourne eine Renault-Strecke?

"In der Kürze der Zeit ist es nicht einfach, ein exaktes Gespür für die Unterschiede zwischen den beiden Gummimischungen zu entwickeln. Die Teams müssen sich daher gut auf das Reifenverhalten unter Rennbedingungen einstellen, damit sie ihre Strategien unter Umständen schnell ändern können", meint der Pole. Für Melbourne erwartet Kubica diesbezüglich erste Fortschritte.

"Schon vor dem Start in die Saison bin ich davon ausgegangen, dass uns Melbourne eher liegen sollte als Bahrain. Jetzt, da wir unsere Performance mit der Konkurrenz vergleichen konnten, fühle ich mich in meiner Einschätzung bestärkt. Der Kurs im Albert Park ist vor allem zu Beginn des Wochenendes sehr rutschig. Du brauchst viel mechanischen Grip und eine gute Bremsstabilität."

"Ich hoffe, wie können eine starke Vorstellung bieten und das gesamte Potenzial des R30 abrufen", meint der neue Renault-Fahrer. Das wünscht sich auch Teamkollege Petrov, dessen starkes Debüt nur von einem frühen Defekt eingebremst wurde. "Abgesehen vom Rennergebnis war ich mit meinem Grand-Prix-Debüt sehr zufrieden, es lief ziemlich reibungslos", sagt der Russe rückblickend.

Petrov hadert mit seinem ersten Wochenende

"Im Qualifying habe ich einen Fehler begangen und stand deswegen in der Startaufstellung nicht so weit vorne, wie es sonst möglich gewesen wäre. Dafür habe ich meinen Fehler beim Start wettgemacht und bin auf Platz elf nach vorne gefahren. Das Team hat mir am Wochenende sehr geholfen. Gemeinsam mit den Ingenieuren und Mechanikern haben wir einen guten Job gemacht."

"Wir haben das richtige Setup gefunden und das Auto fühlte sich am Sonntag fantastisch an. Das gibt mir ein äußerst gutes Gefühl für die kommenden Rennen", meint der 25-jährige Formel-1-Neuling und gibt sich gelassen: "Ich gehe die Dinge ruhig an. Ich fahre schon lange Rennen. Obwohl die Formel 1 schwieriger ist als jede andere Rennserie, geht es auch hier darum, das Bestmögliche zu erreichen."

"Vor dem Grand Prix habe ich mir zwar keine Sorgen gemacht, dennoch fühlte ich mich nach dem Start schon viel besser. In der ersten Runde habe ich einige Plätze aufgeholt und mit den Autos um mich herum gekämpft. Mein Ziel lautet nun, mich Stück für Stück den besten Zehn zu nähern und keine weiteren Fehler zu begehen", kündigt der erste russische Formel-1-Stammpilot an.

Neuland für den Formel-1-Neuling

Seine Heimat weiß der "Juri Gagarin auf Rädern", wie Petrov in Russland genannt wird, geschlossen hinter sich: "Die Unterstützung aus Russland war fantastisch. Die Formel 1 ist für mein Land noch sehr neu, deswegen lernen die Menschen diesen Sport gerade erst kennen und entdecken die verschiedenen Aspekte. Die Begeisterung war gewaltig und ich habe viel Unterstützung bekommen."

"Ich möchte allen Fans in meiner Heimat dafür danken. Aber wenn ich ins Auto steige, konzentriere ich mich ausschließlich auf meinen Job. Dass so viele Leute hinter mir stehen, empfinde ich als Extra-Motivation, nicht als zusätzlichen Druck auf meinen Schultern", sagt Petrov, der bislang in der GP2 unterwegs war und den Albert Park Circuit daher nur von Computerspielen her kennt.

Wie lautet also das Rezept, sich einer neuen Strecke zu nähern, Vitaly? "Das Wichtigste ist, die Strecke kennenzulernen und den richtigen Rhythmus zu finden. Ich muss den Asphalt spüren und die Randsteine sehen. Zu Fuß werde ich eine Runde um den Kurs gehen, um das richtige Gefühl zu bekommen. Dann gebe ich mein Bestes und wir werden sehen, was passiert", erläutert Petrov.

Fotoquelle: xpb.cc

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