Ranfahren ja, überholen nein: Bleibt die Formel 1 vorerst ohne Überholmanöver?

Formel 1 2010

— 23.03.2010

Auch in Melbourne keine Action?

Die Protagonisten der Formel 1 rechnen nicht damit, dass sich in Sachen Rennaction kurzfristig etwas tut: "Es wird ähnlich ablaufen wie in Bahrain"

Der Saisonauftakt in der arabischen Wüste von Bahrain ist nicht als das spannendste Rennen in die Geschichte der Formel 1 eingegangen, hat im Nachhinein aber viele Fragen aufgeworfen. Diese, so die einhellige Meinung im Fahrerlager, seien so einfach nicht zu beantworten und es brauche Zeit, bis man die Überholproblematik genau einschätzen könne. Für die Formel-1-Fans heißt das: abwarten.

"Es ist einfach noch viel zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen", findet Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. "Wir sollten jetzt nicht auf emotionale Art und Weise reagieren. Wir müssen abwarten und sehen, wie sich die Rennen im Saisonverlauf entwickeln. Dann können wir uns dieser Thematik in Ruhe und auf Basis von genügend Grundlagen widmen", so das italienische Rennstall-Oberhaupt.

Dass Not am Mann ist, haben die Verantwortlichen inzwischen erkannt. Auch McLaren-Pilot und Ex-Champion Lewis Hamilton macht sich seine Gedanken über die Rennaction in der Formel 1: "Am Mittwoch habe ich mit meiner Mutter zu Abend gegessen und als ich sie nach dem ersten Rennen fragte, sagte sie nur: 'Es war so langweilig'", wird der britische Rennfahrer von der 'Daily Mail' zitiert.

Sind Pflicht-Boxenstopps eine Lösung?

"Dabei waren die Leute regelrecht aufgeregt vor der neuen Saison - speziell, wo doch Michael Schumacher in die Formel 1 zurückkehrte. Letztendlich saßen die Leute aber vor dem Fernseher und haben sich gelangweilt", meint Hamilton - einen Lösungsansatz hat aber auch der 25-Jährige nicht parat. Red-Bull-Rivale Mark Webber denkt indes über die Einführung von Pflicht-Boxenstopps nach.

Das Gelbe vom Ei scheint das aber nicht zu sein, wenn man den Ausführungen des Australiers lauscht: "Wir können so viele Boxenstopps haben wie wir wollen - die Leute wollen einfach Action auf der Strecke sehen und genau darum geht es auch uns Fahrern", sagt Webber bei 'Autosport'. "An dieser Sache arbeiten wir nun schon seit so vielen Jahren", gibt der 33-Jährige zu Protokoll.

"In den vergangenen Jahren war die Balance in meinen Augen genau richtig. Wir wollen ja kein IndyCar-Rennen sein, wo sich die Leute zehnmal pro Runde überholen. Wir wollen ein Manöver sehen, das - sofern es klappt - sehr gut ist und den Respekt zwischen zwei Fahrern ausdrückt", erläutert der australische Rennfahrer. Dahingehend wurde Webber in Bahrain klar enttäuscht.

Webber und der Überhol-Schock

"Es gab nicht die geringste Chance. Das war ein großer Schock. Mich hat das schwer überrascht", fasst der Red-Bull-Pilot seine Eindrücke zusammen und fügt an: "Es wird ähnlich ablaufen wie in Bahrain. Leider. So sind die Rennen nun einmal. Die Leute werden wieder zu einem ähnlichen Zeitpunkt in die Box kommen, weil das die schnellste Möglichkeit ist, das Rennen zu bestreiten."

"Das bedeutet natürlich auch, dass der Startplatz ungeheuer wichtig ist", stellt der Australier heraus. Doch Webber hat große Hoffnungen darauf, dass die Verantwortlichen letztendlich ein Einsehen haben und etwas verändern werden: "Ich denke, wir werden einen Weg finden", sagt Webber vor seinem Heimrennen und plädiert für etwas Geduld: "Das ist eine Lernphase für uns alle."

Weltmeister Jenson Button stimmt zu: "Wir alle stehen unter Druck, in Australien eine gute Show abzuliefern. Die kommenden Rennen sind sehr wichtig, denn danach werden wir wissen, ob der Sport eine andere Richtung einschlagen muss. Das ist aber nicht meine Entscheidung, diesen Entschluss muss Bernie fassen. Wir wollen jedenfalls nicht, dass alle Rennen so sind, wie jenes in Bahrain."

Fotoquelle: xpb.cc

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