Force India: Paul di Resta wird am kommenden Freitag in Melbourne fahren

Formel 1 2010

— 24.03.2010

Di Resta: "Bin schon etwas aufgeregt"

Paul di Resta wird am Freitagvormittag statt Adrian Sutil im Auto sitzen: "Will jede Chance nutzen und dem Team bei der Vorbereitung helfen"

Paul di Resta ist erstmals in Australien und macht sofort Bekanntschaft mit der gefährlichen Seite von "Down Under". Bei einem PR-Termin am Mittwoch begegnete der Force-India-Ersatzpilot einem Hai, der sich offenbar in strandnähe auf Nahrungssuche befand. "Gerade einmal zwei Minuten dort und dann kommt dieses Tier. Da bekommt man nicht gerade Lust auf einen Sprung ins Meer", kommentiert der Schotte nach seinem Erlebnis am Strand von St. Kilda.

Die Ereignisse vom Mittwoch sind ein Sinnbild der Situation. Di Resta kreist quasi wie ein Hai durchs Formel-1-Fahrerlager. Er lauert geradezu auf seine Chance, in ein Stammcockpit klettern zu dürfen. Force India füttert den Rookie an. Der Nachwuchspilot darf in diesem Jahr viele Freitagssessions bestreiten, um für den Fall der Fälle bestens gerüstet zu sein. Am kommenden Freitag ist es erstmals soweit: Adrian Sutil muss am Vormittag zuschauen, di Resta darf im Albert Park zu Melbourne fahren.

"Ich bin schon aufgeregt", gibt der 23-Jährige offen zu. "Ich habe versucht, mich bestmöglich auf diesen Tag vorzubereiten. Ich wäre auch gern schon in Bahrain gefahren, aber dort sollten aufgrund der neuen Streckenführung die Stammpiloten fahren. Das verstehe ich, das war einfach nur logisch. Ich habe gleichzeitig das erste Saisonwochenende nutzen können, um die Abläufe und Strukturen besser kennenzulernen."

Di Resta, der seine Erfahrungen immer wieder mit seinem prominenten Cousin Dario Franchitti austauscht, soll sich an das hohe Tempo in der Königsklasse gewöhnen - nicht nur im Fahrzeug. "Es geht auch um viele Dinge außerhalb des Cockpits, um Abläufe und darum, einen guten Draht zu all den Leuten aufzubauen. Ich will einfach gut vorbereitet sein, falls sich mir in naher Zukunft eine neue Chance bietet. Wenn irgendwo ein Cockpit frei werden sollte, dürfte ich dann wohl ganz logisch zu den Kandidaten gehören."

Mit dem VJM03 durfte di Resta im Winter zwar schon testen, aber er hatte immer wieder Pech. Ausgerechnet an seinen Testtagen gab es Regen. "Ich bin den Wagen eigentlich noch nie im Trockenen gefahren. Das wird am Freitag sehr interessant, weil wir in der ersten Session kaum Gummi auf der Bahn haben werden. Ich habe die Strecke im Simulator ausprobiert und muss zugeben, dass es knifflige Stellen gibt."

Er wolle die Trainingseinsätze an Freitagen allerdings nicht nur zum eigenen Vorteil nutzen, so der Schitte weiter: "Es können alle profitieren. Das Team bekommt eine weitere Meinung von einem Piloten, wenn ich im Auto sitzen darf. Ich kann in vielerlei Hinsicht einen Beitrag leisten. Aber natürlich hat es den Nachteil, dass die Stammfahrer nicht alle Sessions fahren dürfen." Er werde bei seinem Debüt am Grand-Prix-Wochenende in Melbourne vorsichtig sein und es nicht auf schnelle Rundenzeiten anlegen.

Di Resta hat nicht nur aufgrund seiner Freitagseinsätze eine Sonderstellung im Grand-Prix-Zirkus, denn der 23-Jährige wird in diesem Jahr gleichzeitig weiterhin in der DTM antreten . "Die Autos sind so grundlegend verschieden, sodass mit der Umstieg leicht fällt. Der Sprung von der GP2 in die Formel 1 ist wahrscheinlich schwieriger, weil die Autos viel ähnlicher sind. Meine DTM-Zeit war bisher die beste Schule, besser als die GP2. Denn ich darf seit ich 19 Jahre alt bin schon mit Mercedes arbeiten, einem Hersteller also, dem es auf Entwicklung ankommt. Das hat mir bei meinem Reifeprozess enorm geholfen."

Fotoquelle: xpb.cc

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