Pedro de la Rosa wird das neue F-Schacht-System morgen erstmals testen

Formel 1 2010

— 25.03.2010

De la Rosa hofft auf System nach McLaren-Vorbild

Als erstes Team hat Sauber die McLaren-Innovation kopiert - Pedro de la Rosa: "Wenn es funktioniert, macht es das Auto schneller"

McLaren überraschte in Bahrain mit einem sogenannten F-Schacht-System, um die Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden zu erhöhen, ohne in den Kurven an Anpressdruck einzubüßen. Als erstem Team ist es nun Sauber gelungen, das System zu kopieren. In den Freien Trainings am Freitag in Australien wollen es die Schweizer erstmals testen.

"Es ist ein Prototyp, das Team hat vergangene Woche daran gearbeitet", berichtet Pedro de la Rosa. "Wir müssen aufgeschlossen sein. Wir haben keine Tests mehr und das hier ist die erste Möglichkeit, es auszuprobieren. Wir müssen das System testen, sicherstellen, dass es funktioniert, und dann entscheiden, ob wir auch im Rennen damit fahren oder nicht. Aber wir müssen geduldig sein und es erst vernünftig testen."

Tests auf der Strecke sind während der Saison bekanntlich verboten, sogar Probeläufe im Windkanal sind nur eingeschränkt möglich. Da war es natürlich hilfreich, dass de la Rosa als ehemaliger McLaren-Testpilot schon über das F-Schacht-Prinzip Bescheid wusste: "Ich wusste ungefähr, was McLaren vorhatte, aber das ist ein Sauber-System", erklärt der routinierte Spanier. "Es funktioniert auch anders als das von McLaren."

Wie genau, das kann er noch nicht beschreiben: "Das System ist so neu, dass ich erst selbst ins Auto steigen und mir anschauen muss, wie es bedient wird", gesteht de la Rosa. "Es ist wie gesagt ein Prototyp und wir sind uns noch nicht sicher, ob wir im Rennen damit fahren werden. Das Wichtigste ist, dass wir es weiterentwickeln. Je früher du damit beginnst, desto früher kannst du damit fahren. Wenn das System funktioniert, macht es das Auto schneller, gar keine Frage."

Das Prinzip besteht darin, einen Luftstrom durch das Cockpit zum Heckflügel zu leiten, wo ein Strömungsabriss verursacht wird. Dadurch steigt die Höchstgeschwindigkeit. Bei McLaren kann der Fahrer den Luftstrom durch das Cockpit jedoch mit seinem Knie unterbrechen, sodass es zu keinem Strömungsabriss mehr kommt. Das verringert zwar die Höchstgeschwindigkeit, erhöht aber den Anpressdruck in den Kurven.

Nach der Premiere des McLaren-Systems in Manama war man davon ausgegangen, dass es ein Weilchen dauern wird, bis die anderen Teams nachziehen können, weil das Fräsen von Löchern in die Nase in den meisten Fällen eine neue Homologierung des Monocoques durch die FIA erforderlich macht. Sauber scheint als F-Schacht jedoch zwei bereits vorhandene Löcher zu nutzen, die bisher zur Kühlung des Cockpits genutzt wurden.

Sauber ist damit den übrigen Topteams einen Schritt voraus: "Als kleines Team", sagt de la Rosa, "müssen wir Risiken eingehen. Dazu sind wir auch bereit." Er sei "sehr beeindruckt" von der schnellen Reaktion der Ingenieure, andererseits bestand nach der miserablen Premiere des C29 in Manama auch dringender Handlungsbedarf. De la Rosa: "Sauber ist ein Team, das sehr schnell reagieren kann. Das ist mir vom ersten Tag an aufgefallen."

Fotoquelle: xpb.cc

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