Robert Kubica ließ erneut das Potenzial des Renault R30 aufblitzen

Formel 1 2010

— 26.03.2010

Melbourne: Kubica top, Sauber Flop!

Zwei rote Flaggen durch das Sauber-Team und eine Bestzeit von Robert Kubica gab es zum Auftakt in Melbourne - Platz zwölf für Michael Schumacher

Gleich zwei Überraschungen hatte das erste Freie Training zum Grand Prix von Australien in Melbourne parat: Erstens präsentierte sich das Wetter mit sonnigen 23 Grad entgegen aller Prognosen von seiner besten Seite und zweitens hatte nach 90 Minuten auf dem Albert-Park-Circuit mit Robert Kubica ein Außenseiter die Nase vorne, den man nicht wirklich auf der Rechnung hatte.

Der Renault-Pilot mischte wie schon am Freitag in Bahrain von Anfang an gut mit und setzte sich mit einigen schnellen Runden sogar an die Spitze. Am Ende stand seine Bestzeit bei 1:26.927 Minuten. Zum Vergleich: Nico Rosberg hatte 2009 im Williams eine Freitagsbestzeit von 1:26.053 aufgestellt, damals allerdings erst am Nachmittag. Der nunmehrige Mercedes-Fahrer landete heute Morgen auf Platz zwei, 0,199 Sekunden hinter dem polnischen Spitzenreiter.

Rosberg klar schneller als Schumacher

Damit entschied der junge Deutsche das Prestigeduell mit Michael Schumacher wieder klar für sich, denn der Rekordchampion stieg nach seinem zwölften Platz sichtlich entnervt aus dem Silberpfeil. Rückstand: 1,623 Sekunden nach 19 Runden. Der große Abstand zwischen den beiden Mercedes-Stallgefährten lässt aber darauf schließen, dass sie vom Team auf unterschiedliche Programme angesetzt wurden. Außerdem ist der Freitag wie immer mit besonderer Vorsicht zu genießen.

Psychologisch wichtig kann es dennoch sein, wenn man den Teamkollegen hinter sich lässt - wie zum Beispiel Jenson Button (3./McLaren/+0,555), der sich im Duell der britischen Weltmeister diesmal um drei Zehntelsekunden gegen Lewis Hamilton (8.) durchsetzen konnte. Zwischen den beiden McLaren-Silberpfeilen reihten sich Sebastian Vettel (Red Bull) und Fernando Alonso (Ferrari) ein, die wahrscheinlich noch nicht alles gezeigt haben.

Bei McLaren herrschte nach dem guten Auftakt Zufriedenheit: "Die Balance ist nicht schlecht", berichtete Button, während Hamilton ausrichten ließ: "Ich habe ein gutes Gefühl mit dem Auto." Doch der Schein kann zum jetzigen Zeitpunkt noch trügen, denn auch am Freitagmorgen in Bahrain waren Mercedes und McLaren voran, doch in der Endabrechnung waren Ferrari und Red Bull doch klar stärker, wie man im Rennen gesehen hat.

Zwei rote Flaggen wegen Kobayashi

Fest steht, dass es bei Sauber erneut überhaupt nicht läuft: Erst rasierte sich Kamui Kobayashi in einer schnellen Linkskurve den Frontflügel an einem Plastikpoller ab, dann flog dieser nach der Reparatur von selbst weg - gleich zweimal verursachte der Japaner eine Unterbrechung. Pedro de la Rosa rollte mit einem technischen Defekt ebenfalls aus. Im Klassement belegten sie die Positionen 18 und 15, auf die Schnellsten fehlten mehr als zweieinhalb Sekunden.

Etwas erfreulicher war aus eidgenössischer Sicht, dass sich Sébastien Buemi (Toro Rosso) als Achter mit nur einer Sekunde Rückstand erstmals in dieser Saison gut in Szene setzen konnte. Der Schweizer landete damit vor Vitaly Petrov (Renault) und Vitantonio Liuzzi (Force India) in den Top 10. Elfter wurde DTM-Leihgabe Paul di Resta (Force India/+1,610), der heute Morgen den VJM03 von Adrian Sutil steuern durfte.

"Es war nicht meine Entscheidung, aber er fährt das erste Freie Training. Hilfreich ist das nicht. Ich bin nie begeistert, wenn ein anderer Fahrer in meinem Auto sitzt, denn das ist mein Auto", seufzte Sutil. Aber: "Ich bin optimistisch, denn Bahrain war ein sehr gutes Wochenende. Hoffentlich können wir das bestätigen und uns vielleicht noch steigern. Ich glaube, wir werden hier noch besser in Form sein. Hoffentlich können wir Mercedes und McLaren angreifen. Ich habe ein gutes Gefühl!"

Probleme bei Lotus

Kein gutes Gefühl hatte hingegen Lotus-Technikchef Mike Gascoyne, denn bei Jarno Trulli wiederholten sich in den ersten 45 Minuten die Hydraulikprobleme von Bahrain, während Heikki Kovalainen in der letzten Minute auf der Strecke ausrollte. Der Finne hatte zuvor mit der Lambdasonde experimentiert, um das Motorenmapping zu verbessern. Immerhin sicherte sich Lotus dank Trulli (19./+4,725) wieder die Bestzeit der drei neuen Teams.

Nach dem Shakedown in Bahrain wurde es für HRT heute erstmals richtig ernst - und das Team von Colin Kolles präsentierte sich durchaus achtbar: Bruno Senna und Karun Chandhok büßten 6,474 beziehungsweise 7,324 Sekunden auf die Bestzeit ein und ließen damit sogar Timo Glock im zweiten Virgin hinter sich. Letzterer konnte allerdings nur acht Runden drehen. Noch weniger unterwegs war ansonsten nur Pechvogel Kobayashi.

Im Mittelfeld zwischen der Spitze und den neuen Teams gab es mit dem schlechten Abschneiden von Lokalmatador Mark Webber (14./Red Bull/+1,756) nur eine große Überraschung - der Australier fand sich nach Ablauf der Zeit auch noch im Notausgang wider. Aber wie immer ist es für eine seriöse Einschätzung des Kräfteverhältnisses nach 90 Minuten noch viel zu früh. Nur eines ist klar: Allzu dramatische Verschiebungen dürfte es seit Bahrain nicht gegeben haben...

Fotoquelle: xpb.cc

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