Timo Glock konnte sich in Melbourne wieder vor dem Teamkollegen halten

Formel 1 2010

— 27.03.2010

Glock: "Wir haben den Speed von Lotus"

Virgin-Pilot Timo Glock über die Probleme mit Getriebe, Benzinversorgung und zu kleinem Tank: "Wir könnten eine Renndistanz durchfahren"

Timo Glock hat sich zu Saisonbeginn für einen Wechsel zum neuen Virgin-Team entschieden, weil er gemeinsam mit den Briten einen Neuaufbau schaffen wollte. Die Arbeit macht dem Hessen zwar Spaß, allerdings sind die Fortschritte sehr zäh. Immer wieder wird der Deutsche durch Defekte zurückgeworfen. Dass sich nun neben Hydraulik-, Getriebe und Benzenversorgungsproblemen auch noch herausstellte, dass Designer Nick Wirth das Tankvolumen falsch berechnet hatte, schüttelten viele nur noch den Kopf. Glock bleibt im Mediengespräch dennoch recht gelassen.

Frage: "Timo, wie schätzt du eure Leistung im Qualifying ein?"
Glock: "Dass wir sechs oder sieben Zehntelsekunden hinter Lotus liegen, hat einen besonderen Grund. Wir haben ein Problem mit der Benzinversorgung. Als wir am Vormittag mit wenig Sprit fahren wollten, haben wir das bemerkt. Es ging einfach nicht, weil dann der Motor in schnellen Kurven Luft zieht. Das fängt bereits an, sobald wir zwölf oder weniger Kilogramm Sprit an Bord haben."

"Deswegen mussten wir im Qualfiying mit 20 bis 25 Kilogramm Benzin fahren. Diese Menge brauchen wir, um wenigsten zwei Runden im Qualifying vernünftig fahren zu können. Wir sind also sieben bis acht Zehntelsekunden allein wegen des Sprits langsamer gewesen. Wir haben am Auto keinerlei Neuentwicklungen an diesem Wochenende, weil wir andere Probleme hatten."

Frage: "Euer Tank ist bekanntlich zu klein und ihr müsst das Chassis umbauen. Fangt ihr also nochmal bei Null an?"
Glock: "Nein, wir müssen anschließend nur einen neuen Crashtest am Heck machen lassen. Mehr ist es nicht. Das kriegen wir hin."

Frage: "Warum ist dein Getriebe wieder kaputtgegangen?"
Glock: "Im Gehäuse passiert etwas, was wir noch nicht so ganz verstehen. Irgendwie entsteht da Abrieb, es nutzt sich etwas ab oder es kommt Dreck hinein. Das sollte so natürlich nicht sein. Dadurch setzt sich immer der Getriebeöl-Filter zu und das war's dann. Das Problem sollten wir bis morgen aber gelöst haben. Das Problem taucht komischerweise bei mir häufiger auf als bei Lucas. Aber bei ihm war es am Freitagmorgen auch so. Seither allerdings nicht mehr.""

Frage: "Wie schnell seit ihr denn, wenn euer Auto mal läuft?"
Glock: "Ich denke, dass wir den gleichen Speed haben wie Lotus. Die Frage ist, was wir noch zusätzlich hätten herausholen können, wenn wir am Freitag vernünftig am Setup hätten arbeiten können. Da wäre bestimmt noch was möglich gewesen. Generell dürften wir den gleichen Speed haben, da bin ich mir ziemlich sicher. Allein schon durch die sieben Zehntelsekunden, die wir nun durch den zusätzlichen Sprit verloren haben."

Frage: "Die Formel 1 ist derzeit eine Dreiklassen-Gesellschaft. Vorne die vier Topteams, dahinter ein Mittelfeld mit den anderen etablierten Teams und dahinter die drei neuen Rennställe. Wie weit seid ihr vom Mittelfeld entfernt?"
Glock: "Lotus war jetzt gerade einmal gut eineinhalb Sekunden weg. Das ist der aktuelle Abstand. Wir sind so schnell wie Lotus, oder manchmal vielleicht sogar einen Ticken schneller. Je nach Strecke dürfte der Abstand zum Mittelfeld also so knapp bei zwei Sekunden liegen."

Frage: "Auf welligen Fahrbahnen wird es etwas mehr sein?"
Glock: "Ja, uns fehlt im mechanischen Bereich einfach noch so viel. Ich denke, wir könnten speziell in diesem Bereich eine halbe bis sogar eine ganze Sekunde zulegen, wenn wir die passenden Teile hätten. Das kommt aber erst noch. Dann müssen wir auch bei der Aerodynamik noch etwas nachlegen. Man sieht deutlich, dass wir dort nachlegen können und auch müssen. Vorher will ich aber alles andere aussortiert haben. Ich will erstmal eine Renndistanz fahren, bevor wir alles andere machen."

Frage: "Aber das geht erst, wenn ihr den neuen Wagen mit größerem Tank habt?"
Glock: "Nein, dieses Auto könnte mit diesem Tank die Renndistanz durchfahren. Aber wir müssen halt ab einem gewissen Punkt mit einem magereren Gemisch fahren, was vielleicht für den Motor und die Temperaturen nicht ganz so gut wäre. Aber möglich ist es, ein Rennen bis zum Ende zu fahren."

Fotoquelle: xpb.cc

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