Sieger Jenson Button im Gespräch mit Teamchef Martin Whitmarsh

Formel 1 2010

— 29.03.2010

McLaren von Buttons Fahrt beeindruckt

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh ist beeindruckt von der cleveren Performance von Sieger Jenson Button in Melbourne

Jenson Button mag gestern in Melbourne nicht den ultimativen Speed seines Teamkollegen Lewis Hamilton an den Tag gelegt haben, dafür fuhr er aber ein strategisch sehr cleveres Rennen, das ihm letztendlich seinen ersten Sieg seit dem Wechsel zu McLaren einbrachte. "Für Jenson", weiß Martin Whitmarsh, "war das ein wichtiger Erfolg."

"Wenn du zu McLaren kommst und woanders schon Rennen und eine Weltmeisterschaft gewonnen hast, dann ist es wichtig, den ersten Sieg zu feiern", sagt der McLaren-Teamchef. "Das Tolle daran ist, dass er selbst die Schlüsselrolle gespielt hat, denn er hat die Strategieentscheidung getroffen. Wir haben ihm angeboten, dass er an die Box kommen kann, und er war schon wenig später mutig genug und hat sich dafür entschieden."

Button entschied selbst

Button kam in der sechsten Runde als Erster an die Box, um die Intermediates gegen Slicks einzutauschen, was sich nach anfänglicher Skepsis als goldrichtig herausstellen sollte: "Als er in der dritten Kurve neben die Strecke gerutscht ist, waren wir schon ein bisschen besorgt, aber Jenson verdient die Anerkennung dafür, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Er war heute der coole Hund und er hat dem Team einen großartigen Sieg beschert", so Whitmarsh.

"Er hat die Reifen geschont und die Kontrolle nie verloren. Es war eine meisterliche Fahrt unter schwierigen Bedingungen", lobt der Brite seinen Landsmann. "Ich bin nicht überrascht. Ich hatte gehofft, dass er schon das erste Rennen gewinnen kann, aber da waren wir nicht schnell genug. Heute hat Jenson einen fantastischen Job gemacht. Er hat sich prächtig ins Team integriert und das Auto verinnerlicht. Das heutige Ergebnis ist ein sehr verdientes."

Diskussionen gab es nach dem Rennen über die gespreizte Strategie bei McLaren, denn während Button mit einem Boxenstopp durchfuhr, wurde Hamilton ein zweites Mal reingeholt, was einen möglichen Doppelsieg vereitelte. Hamilton beschwerte sich darüber auch lautstark, doch mehrere Experten sind der Meinung, dass er seinen ersten Satz Slicks ohnehin zu schnell verschlissen hätte. Im Gegensatz zu Button gilt Hamilton nämlich nicht als "Reifenflüsterer".

Button schont die Reifen mehr

Tatsächlich gehen die McLaren-Piloten unterschiedlich mit den Reifen um, aber: "Ich halte das für übertrieben, um ehrlich zu sein", relativiert Whitmarsh. "Es gibt Phasen, da musst du aggressiv fahren, um Temperatur in die Reifen zu bekommen, und manchmal mit den weichen Reifen musst du sehr sorgfältig sein, um nicht nur noch durch die Gegend zu rutschen." Theoretisch sollte McLaren also immer mindestens ein Eisen im Feuer haben: "Das ist fantastisch für das Team!"

Übrigens ist Whitmarsh davon überzeugt, dass Sebastian Vettel im Red Bull gestern keineswegs außer Reichweite lag: "Sie haben fraglos eine fantastische Qualifyingpace. Daran müssen wir noch arbeiten, aber das tun wir auch. Wir waren im Rennen stärker als im Qualifying und ich glaube, dass wir eine Chance gehabt hätten, sie auch so zu schlagen - selbst ohne Sebastians Problem", erklärt der 51-Jährige.

Fotoquelle: xpb.cc

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