Sam Michael geht offen mit den künftigen Williams-Entwicklungen um

Formel 1 2010

— 30.03.2010

Michael rätselt über Red-Bull-Lösung

Williams-Technikchef Sam Michael über die angebliche Niveauregulierung am Red Bull und den geplanten F-Schacht am FW32: In China geht's los

Williams sieht sich auf einem guten Weg. Zwar konnte bislang einzig Rubens Barrichello aus dem soliden FW32 Punkte machen, aber dennoch fühlt man sich in der aktuellen Position pudelwohl. Die Briten sind näher an der Spitze als erwartet. "Red Bull ist deutlich voraus, die anderen Topteams - wie Ferrari - vielleicht zwar auch etwas voran, aber in Reichweite", meint Williams-Technikchef Sam Michael über die aktuelle Hackordnung.

"Unsere Entwicklungskurve ist derzeit noch recht steil", sagt Michael. Man könne am aktuellen Williams-Cosworth FW32 noch viele Dinge optimieren, das Entwicklungsprogramm sei sehr ambitioniert. "Wir werden in den kommenden drei oder vier Rennen einige neue Teile bringen. Darunter sind ganz neue aerodynamische Lösungen, aber wir verbessern auch andere Bereiche des Autos, die jetzt noch nicht ganz passen."

"Wir haben auch ein solches Heckflügelsystem in Arbeit, wie es McLaren auf den Geraden zu einem guten Topspeed verhilft", verrät der Williams-Technikchef. Man wolle bei der Einführung des Systems einen ähnlichen Weg beschreiten wie Sauber. Klartext: Williams bringt einen solchen F-Schacht voraussichtlich im Freien Training in China an den Wagen. Es besteht die Hoffnung, dass man die Lösung bis Barcelona zur Rennreife bringen kann.

"Der enorme Vorteil eines solchen Systems ist es, dass du fast überall mit maximaler Flügelstellung fahren kannst, weil es dich dann nicht mehr auf der Geraden dermaßen bremst. Insgesamt hast du also viel mehr Abtrieb zur Verfügung", erklärt Michael den Clou am F-Schacht, der sich somit nicht nur auf der Geraden, sondern indirekt auch sehr positiv in den Kurven auswirkt. Nachdem die FIA erklärt hatte, dass das McLaren-System legal ist, bauen alle Teams an einer entsprechenden Lösung.

Fraglich ist derzeit noch, ob die Williams-Techniker sich bald auch mit einem Red-Bull-System intensiv befassen müssen. Die Mannschaft von Sebastian Vettel und Mark Webber soll eine Art Niveauregulierung am RB6 einsetzen, die es ermöglicht, die Bodenfreiheit im Qualifying wie im Rennen möglichst gering zu halten. "Ich denke, die FIA-Regeln sind in diesem Bereich eindeutig", so Michael in seiner Einschätzung der Lage. "Eigentlich könnten sie nur beim ersten Stopp im Rennen zum Beispiel über Reifendruck eine Anpassung vornehmen."

In einem solchen Fall wäre der Vorteil allerdings minimal. "Anders sieht es aus, wenn sie tatsächlich während der gesamten Fahrt konstant die optimale Bodenfreiheit wie im Qualifying haben könnten. Dann macht das gleich mal mehrere Zehntelsekunden aus." So etwas ließe sich allerdings wohl nur über eine mechanische Lösung realisieren. Dies wiederum sei in jedem Fall nicht den Regeln entsprechend, meint der Australier.

Es gibt allerdings Systeme, die ihren Ursprung 1999 bei Benetton hatten. Mit dem sogenannten "Front Torque Transfer" (FTT) konnten schon damals während der Rennen die Dämpfereinstellungen an der Front justiert werden - damit auch die Bodenfreiheit. Das System war im ersten Schritt zwar verboten worden, jedoch später nach einigen Anpassungen legal. BAR nutzte 2004 ebenfalls FTT. In diesem Jahr soll Ferrari darauf zurückgreifen. "Aber es nutzt ihnen erst beim Boxenstopp etwas. Erst dann können sie schnelle Änderungen vornehmen. Vorher dürfen sie nicht", erklärt Michael.

Ein automatisches System zur Niveauregulierung könne sicherlich einen Vorteil bieten - so es denn tatsächlich eine legale Variante gibt -, allerdings sei damit nicht der insgesamt große Vorsprung von Red Bull zu erklären. "Die haben auch ein tolles Aerodynamikpaket und einen guten Motor", sagt Michael. Bezüglich des Triebwerks fügt er hinzu: "Mit diesem Motor hat man im Vorjahr sechs Rennen gewonnen und auch in diesem Jahr ist man ganz vorne dabei. Der Motor hat sicher einen gewissen Anteil."

Fotoquelle: xpb.cc

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