Adrian Sutil hofft auf eine Zielankunft und Punkte in Malaysia

Formel 1 2010

— 31.03.2010

Force India: Mit beiden Autos in die Punkte

Die Erwartungshaltung bei Force India wird immer größer: Zum kommenden Grand Prix in Malaysia hat man Renault als direkten Gegner ausgemacht

Force India ist nicht mehr das Hinterbänklerteam der Vergangenheit. Einigen überraschend guten Auftritten 2009 ließ die indische Mannschaft zum Start in die neue Saison zwei gute Rennwochenenden folgen. Das Ziel hat man offenbar erreicht. Force India will 2010 nicht nur auf schnellen Strecken gut sein, sondern überall. Vitantonio Liuzzi konnte in Bahrain und Australien punkten, Adrian Sutil war zwar schnell, aber gleichzeitig vom Pech verfolgt.

"Leider war mein Rennen in Australien schnell beendet", sat Sutil, der in Melbourne aufgrund von Problemen mit der Motorsteuerung bereits nach neun Runden aufgeben musste. Bis dorthin hatte Force India einmal mehr bewiesen, dass man sich im Mittelfeld weit vorne einsortiert hat. "Ich konnte sogar in etwa das Tempo der Spitze mitgehen. Es war bis zum Ausfall ein tolles Wochenende. Ich war wieder in Q3. Das alles zeigt, dass wir auf allen Strecken gut dabei sind und den Topteams recht nahe sein können."

Die Ernte soll nun am kommenden Wochenende in Sepang eingefahren werden. "Malaysia ist immer ein toller Event", erklärt der Gräfelfinger. "Aber das Rennen dort ist körperlich anstrengend. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Kurven, gute Stellen zum Überholen. Ich freue mich auf das Rennen dort. Das Wetter spielt dort immer eine gehörige Rolle - wie wir im vergangenen Jahr gesehen haben." In der Vergangenheit suchte Sutil stets bei Regen seine große Chance.

Sutil: Mit großer Fitness nach Sepang

"Das ist nun anders. Ich bete in diesem Jahr nicht mehr um Regen", sagt der Force-India-Pilot. "Wir können jetzt bei allen Bedingungen schnell sein. Ich würde sehr gern einige Zähler einfahren. In den vergangenen zwei Rennen hätte ich eigentlich Punkte holen sollen, aber das hole ich eben jetzt nach." Vor allem auf die körperliche Fitness komme es an: "Es ist immer sehr heiß dort. Man verliert im Rennen rund vier Kilogramm an Gewicht. Die Konzentration zu halten ist sehr wichtig."

"Ich bin direkt nach dem Australien-Rennen nach Malaysia geflogen, um mich an die klimatischen Bedingungen gewöhnen zu können. Drei Tage war ich in Langkawi, um zu trainieren. Ich bin viel gelaufen, geschwommen, ich saß im Kajak und so weiter. All dies habe ich gemacht, um für die Hitze zu trainieren", beschreibt Sutil weiter. "Ich fühle mich sehr fit und entspannt. Ich bin sicher, dass sowohl Auto als auch Team stark sein werden. Daher bin ich zuversichtlich."

Teamkollege Vitantonio Liuzzi geht unter anderen Voraussetzungen in den dritten Grand Prix des Jahres. Während Sutil zwei Nullnummern verschmerzen musste, konnte der Italiener in Bahrain und Australien punkten. "Ich hatte in Melbourne zuerst viel Untersteuern, konnte das aber sehr gut mit dem verstellbaren Frontflügel ausbügeln. Zum Ende hat Rubens Barrichello mit seinen frischeren Reifen viel Druck gemacht, aber ich konnte mich wehren."

Liuzzi: Mit Selbstbewusstsein nach Malaysia

"Die Ergebnisse bestätigen genau das, was ich vor dem Saisonstart gesagt habe: Ich bin zurück, bin bereit, die entsprechenden Ergebnisse zu holen, wenn es das Auto zulässt", sagt Liuzzi stolz. "Ich konnte schon im vergangenen Jahr in Monza überzeugen und ich fahre auch jetzt wieder in die Punkte. Ich will dem Team auf diesem Wege möglichst viel zurückgeben, denn sie haben immer an mich geglaubt." Immerhin acht Punkte hat Liuzzi bereits auf dem Konto 2010.

"Es dürfte schwierig werden, das Tempo von Red Bull, McLaren, Ferrari oder Mercedes mitzugehen", erklärt der Italiener mit Blick auf das kommende Rennen. "Aber wir arbeiten hart. Unser eigentlicher Gegner heißt wohl Renault, obwohl die zuletzt einen enormen Sprung gemacht haben. Unser Ziel muss es sein, Renault in Malaysia zu schlagen und sie in der Meisterschaft in den Griff zu bekommen. Das wird nicht einfach, aber es geht auch bei uns voran. Die Strecke sollte uns gut liegen. Ich will im Qualifying zulegen und es in Q3 schaffen. Dann kommen weitere Punkte fast von allein."

Liuzzi hat am kommenden Wochenende in Malaysia jenen Nachteil, den Sutil in Australien verschmerzen musste. Testpilot Paul di Resta darf am Freitagmorgen das Auto von Liuzzi fahren. "In Australien war ich etwas nervös", gibt der junge Schotte zu. "Melbourne ist eine Strecke, wo die Barrieren sehr nah an der Strecke stehen, es ist außerdem sehr wellig. Ich habe aber immer mehr Tempo aufnehmen können und viele Daten geliefert. Nun freue ich mich auf die Chance in Malaysia."

Di Resta: Mit Vorfreude ins Freie Training

"Ich kann es kaum erwarten", bringt di Resta seine Vorfreude zum Ausdruck. "Ich will möglichst viel lernen und dem Team dabei helfen, die Ziele zu erreichen. Die Ziele sind sehr hoch gesteckt, aber bisher läuft alles perfekt und nach Plan. Es ist toll, dass ich daran teilhaben darf. Ich werde in Sepang im ersten Freien Training alles geben. Ich werde diesmal eng mit Tonio zusammenarbeiten, damit ich ihm die nötigen Informationen liefere. Darum geht es eher, als nur um schnelle Rundenzeiten."

Die Erwartungshaltung im Team hat sich nach dem Überraschungserfolgen 2009 und den starken Auftritten dieses Jahres enorm verändert. "Ich erwarte regelmäßige Platzierungen in den Top 10", stellt Teamchef Vijay Mallya klar. "Tonio hat das bisher großartig gemacht, Adrian hatte leider Pech. Das werden wir nun hinter uns lassen. Ich bin zufrieden, aber natürlich geht es immer noch besser. Ich freue mich auf das kommende Rennen und hoffe, dass wir mit beiden Autos punkten können."

Im Winter war Mallya bezüglich seiner Erwartungen teils noch belächelt worden. Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass sich die Inder dermaßen klar im vorderen Feld würden etablieren können. "Ich habe allen Grund für Zuversicht", sagt der Milliardär. "Die Autos haben eindeutig das Potenzial für Top-10-Plätze. Ich hoffe nun einfach, dass wir endlich mal von außergewöhnlichen Zwischenfällen oder technischen Problemen verschont bleiben. Wenn beide Autos normal laufen, dann sollten wir mit beiden auch in die Punkte kommen."

Fotoquelle: Force India

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