Wenn das heimische Team kommt: Malaysia steht wegen Lotus Kopf

Formel 1 2010

— 31.03.2010

Lotus setzt voll auf die Malaysia-Karte

Das neue Lotus-Team packt die Fans in Malaysia mit Nationalstolz und realistischen Vorgaben: Neuer Sponsor, neue Chance für Fairuz Fauzy

Lotus ist bisher voll im Plan. Die neue Mannschaft aus Malaysia mit dem traditionsreichen britischen Namen steht als bestes der neuen Teams da. Entsprechend entspannt kann man nun das Heimspiel in Sepang angehen. "Keiner nimmt uns so richtig ernst zurzeit", sagt Teamchef Tony Fernandes der Agentur 'AP'. Der Geschäftsmann aus Malaysia äußert diese Worte nicht als Klage, sondern wittert darin die große Lotus-Chance.

"Es ist allerdings auch etwas Überheblichkeit der anderen Teams dabei, wenn man immer nur sagt, wir wären vier Sekunden weg", fügt Fernandes hinzu. "Ich finde das eigentlich ganz lustig, denn da scheinen einige Leute etwas zu vergessen. Jeder hat mal abgefangen. Man kommt doch nicht in die Szene und wird sofort Weltmeister." Er habe an der aktuellen Situation seinen Spaß und ziehe Motivation daraus, so der Lotus-Teamchef.

"Es ist eine der größten menschlichen Schwächen, dass man anderen keine Chance zugesteht", wird Fernandes regelrecht philosophisch bei seinem Blick auf die aktuellen Situation. "Ich habe das auch bei meinem Unternehmen Air Asia immer gespürt. Wir waren die ganze Zeit die Underdogs, aber wir sind gewachsen und haben uns den Respekt verdient." Der Malaysier betrachtet die Formel 1 als Langzeitprojekt. In drei Jahren soll Lotus nahe der Spitze sein.

In der Heimat ist die Erwartungshaltung hoch. Die Fans wollen die grün-gelben Autos von Heikki Kovalainen und Jarno Trulli natürlich gern an der Spitze sehen. Fernandes mahnt die Landsleute jedoch zur Geduld: "Wie viele südost-asiatische Teams sind überhaupt am Start? Allein das ist doch schon ein Sieg", rückt der Teamchef das Bild zurecht. "Alle sollten darauf hoffen, dass wir Virgin und HRT schlagen. Das ist ein realistisches Ziel."

"Also: Der Realismus ist da, der Stolz ist vorhanden und das macht uns stark. Man darf nicht zu viel erwarten. Aber allein die Tatsache, dass wir dabei sind, macht mich stolz", so Fernandes. Die Ernsthaftigkeit des Projekts wird kaum noch in Frage gestellt. Immerhin hat man sich mit Designer Mike Gascoyne und den Piloten Kovalainen und Trulli keine Neulinge an Bord geholt. "Man will doch die besten verfügbaren Fahrer haben. Rookies könnten den Ingenieuren niemals ein entsprechendes Feedback geben", erklärt der Lotus-Boss.

Die aktuellen Strukturen bei Lotus tragen bereits Früchte. Man konnte Zielankünfte feiern, ein teilweise solides Tempo präsentieren. Konsequenz: Sponsoren werden auch auf das kleine Team aus Malaysia aufmerksam. "Wir alle brauchen Geld", lacht Fernandes. "Es ist doch ganz klar, dass man mit Ernsthaftigkeit in diesem Geschäft auch Aufmerksamkeit bekommt."

Mit dem Mobilfunkanbieter Maxis gesellt sich ab sofort ein weiterer Partner zur kleinen Lotus-Familie. "Mit einem gewissen Nationalstolz wollen wir bei diesem großen Moment für Malaysia dabei sein", erklärt Maxis-Geschäftsführer Sandip Das, dessen Unternehmen Marktführer in Malaysia ist. Das Logo von Maxis wird ab dem Heimrennen in Sepang auf den Nasen der Lotus-Cosworth T127 zu sehen sein.

Für den Auftritt vor heimischer Kulisse spielt Lotus alle Karten aus. Die Fans sollen ihren Lokalhelden Fairuz Fauzy zu sehen bekommen. "Ich hätte nie erwartet, dass ich in diesem Jahr fahren darf", sagt der Testpilot, der am Freitagmorgen ins Auto von Kovalainen steigen wird. "Man hat mir gesagt, dass ich das erste Freie Training fahren darf - fantastisch! Das wird ganz anders sein als bei den Testfahrten. Für mich wird wirklich ein Traum wahr!"

Fotoquelle: xpb.cc

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