Lewis Hamilton bedauert seine scharfe Kritik am McLaren-Team in Melbourne

Formel 1 2010

— 01.04.2010

Hamiltons Ärger über die Crew ist verflogen

Lewis Hamilton versteht die McLaren-Entscheidung von Melbourne und ist nicht mehr sauer auf sein Team: "Werden daraus lernen"

Am vergangenen Wochenende war Lewis Hamilton noch stinkwütend über die Entscheidung seines Teams, ihn zu einem zweiten Reifenwechsel an die Box zu holen, doch das ist in Malaysia kein Thema mehr: "Wir verstehen die Situation", schlichtet der McLaren-Pilot. "Wir haben uns zusammengesetzt und ich freute mich über den Sieg des Teams. Es war ein klasse Gefühl, alle in den roten Siegershirts zu sehen."

Hamilton bedauert, dass er sein Team angegriffen hat, bittet aber um Verständnis: "Ich bin ein leidenschaftlicher Racer. Mein ganzes Herz hängt daran und mein Adrenalinspiegel war extrem hoch. Ich wurde von einem anderen Auto gerammt - da sagst du halt nicht immer das Richtige, wenn du aus dem Cockpit steigst. Aber ich habe mich dann mit den Jungs unterhalten und verstehe nun die Gründe für ihre Entscheidung. Aus dieser Erfahrung werden wir für die nächsten Rennen lernen."

Kritik im Nachhinein relativiert

Noch am Boxenfunk hatte der Brite die Strategie seines Teams als "schrecklich" bezeichnet und anschließend auch in mehreren Interviews scharfe Kritik geübt. Umso bitterer war der strategische Fehler, als Stallgefährte Jenson Button mit einer früh angesetzten Einstoppstrategie locker gewinnen konnte. Im Nachhinein gibt Hamilton zu, dass er nicht daran gedacht hat, so früh wie Button an die Box zu kommen.

"Als das Rennen begann, regnete es - und mir wurde gesagt, dass es nach 30 Minuten aufhören und dann wieder anfangen würde", gibt der Sechste von Melbourne zu Protokoll. "Es war also eine sehr riskante Entscheidung, denn du kannst das Team auch um Trockenreifen bitten und damit dann sehr dumm aussehen. Ich habe dem Team schon Fragen gestellt, dann aber die Entscheidung getroffen, dass der Zeitpunkt für einen Wechsel noch nicht richtig war."

Dennoch glaubt Hamilton, dass für ihn sogar der Sieg in Reichweite gewesen wäre, wenn ihn McLaren nicht an die Box geholt hätte, als er gerade Robert Kubica unter Druck setzte: "Ich hatte das Gefühl, die nötige Pace zu haben, auf jeden Fall", meint der 25-Jährige. "Aber wenn du im Auto sitzt und dich auf verschiedene Dinge konzentrierst, dann hast du nicht immer die Zeit dafür, eine Entscheidung des Teams in Frage zu stellen."

Zu wenig Zeit zum Nachdenken

"Wenn sie sagen, dass du in zwei Runden reinkommen sollst, dann kannst du darüber nachdenken. Das geht aber nicht, wenn du nur 'Box in dieser Runde' hörst", so Hamilton. "Dann musst du an die Boxeneinfahrt denken, denn dort darfst du keine Zeit verlieren, und an die Boxenausfahrt. Wenn du selbst am Funk sprichst, könntest du etwas verpassen, was dir das Team mitteilen will. Daher habe ich das nicht in Frage gestellt."

Trotzdem konnte er sich mit Button freuen: "Jenson ist ein toller Kerl, ein toller Bestandteil des Teams", schmiert Hamilton seinem Teamkollegen Honig um den Mund. "Irgendwann werde ich auch meine Chance bekommen - es sind ja erst zwei Rennen gefahren. Meine Pace war schon in Melbourne gut, denn ich war so schnell wie die Spitze. Das ist sehr motivierend und zeigt, dass wir nach wie vor stark sind."

Aber: "Im Qualifying ist unsere Pace noch nicht so schnell wie die der Spitze", gibt der McLaren-Pilot zu. "Red Bull hat mehr Anpressdruck und Grip als wir, aber wir haben dafür den besseren Topspeed. Unsere Rennpace ist stärker als die Pace im Qualifying, also haben wir noch viel zu tun, um zu ihnen aufzuholen. Es ist aber befriedigend, dass unsere Rennpace gut ist und dass wir im Rennen einigermaßen mithalten können."

Fotoquelle: xpb.cc

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