Fernando Alonso war im teaminternen Vergleich erneut deutlich schneller

Formel 1 2010

— 02.04.2010

Ferrari unbesorgt: "Das Auto liegt gut"

Hat Ferrari nur geblufft? Der Trainingsrückstand ist groß, aber Fernando Alonso und Felipe Massa schwärmen von ihren Autos...

1,038 und 1,406 beziehungsweise 1,530 und 2,427 - das sind nicht etwa die Ergebnisse von irgendwelchen Rechenbeispielen, sondern die Rückstände der Ferrari-Piloten Fernando Alonso und Felipe Massa in den beiden Freien Trainings in Malaysia, gemessen in Sekunden. Dennoch machen sich die beiden keine Sorgen.

"Das war nur ein Training. In Australien war ich am Freitag auch nur 15., aber im Qualifying sehr schnell", winkt Alonso nach seinem siebten Platz in der Nachmittagssession ab. "Wir wissen natürlich nicht, was die Konkurrenz gemacht hat, aber ich glaube, es war ein ganz normaler Freitag." Auch von der Balance her: "Am Vormittag hatte ich ein bisschen Untersteuern, aber daran haben wir gearbeitet und jetzt ist das Auto viel besser."

Besonders in den schnellen Kurven, die auf dem Sepang-International-Circuit neben den zwei langen Geraden das entscheidende Kriterium sind, funktioniert der Ferrari "sehr gut", findet Alonso: "Das Auto liegt gut in der Hand und macht hier in Sepang wirklich Spaß. Auch mit viel Benzin an Bord bleibt die Balance mehr oder weniger gleich. Das ist ein sehr gutes Zeichen, denn wir haben uns vor allem auf das Rennen vorbereitet."

Ferrari sogar siegfähig?

"Das Fahrverhalten ist einigermaßen in Ordnung, aber wir müssen uns noch ein bisschen steigern. Vor allem in den schnellen Kurven hatte ich ein ganz gutes Gefühl", nickt Teamkollege Massa zustimmend und fügt an: "Ich hoffe, dass wir nahe an Red Bull dran oder sogar vor ihnen sein werden, aber das wird nicht einfach, denn sie haben ein sehr schnelles Auto. Sogar McLaren hat heute ein paar schnelle Runden gezeigt."

Lewis Hamilton nahm Alonso 1,4 Sekunden ab. Aufgeschlüsselt nach Sektorenbestzeiten fehlten dem Spanier im ersten Abschnitt 0,1, im zweiten 0,4 und im dritten 0,6 Sekunden auf die Spitze. Auch der Topspeed war um über zehn km/h zu langsam. Trotzdem entgegnet Alonso auf die Frage, ob es im Qualifying schwierig wird, McLaren zu schlagen, ganz selbstbewusst: "Nein." Woher nimmst du diese Zuversicht? "Heute ist niemand Qualitrimm gefahren", murrt er ins Mikro.

Teamchef Stefano Domenicali bleibt zurückhaltend: "Nach drei Stunden einzuschätzen, wo man steht, ist dieses Jahr unmöglich", findet er. "Heute ist da keine Ausnahme. Wir haben Daten für das Rennen gesammelt. Es sieht nach einem sehr ausgeglichenen Wochenende aus - zumindest vier Teams sind vorne dabei. Das große Fragezeichen ist das Wetter, denn seit wir in Sepang sind, hat es noch jeden Tag einmal geregnet." Meistens pünktlich um 16:00 Uhr, also zur Startzeit des Rennens.

"Wir hatten ein paar technische Probleme", gesteht Chefrenningenieur Chris Dyer, "durch die wir uns nicht durch das gesamte Programm arbeiten konnten, aber wir haben dennoch ausreichend Daten, um uns bestmöglich auf Qualifying und Rennen vorzubereiten. Wir müssen für das Qualifying aber noch ein bisschen mehr Performance finden. Daran werden wir heute Nachmittag und morgen Früh im dritten Freien Training arbeiten."

Weiche Reifen funktionieren besser

Was die Reifenwahl angeht, sieht Dyer keine großen Unterschiede: "Der Verschleiß der beiden Mischungen ist ähnlich, aber der weichere Reifen scheint auf eine Runde etwas schneller zu sein. Auf eine längere Distanz betrachtet ist die Situation weniger klar. Natürlich spielt auch das Wetter eine Rolle, denn das ist der unbekannte Faktor an diesem Wochenende. Wenn die Wetterberichte stimmen, wird es morgen und am Sonntag wahrscheinlich regnen."

"Der weiche Reifen", bestätigt Alonso die Darstellung des Chefrenningenieurs, "scheint auf eine Runde ein bisschen schneller zu sein, aber auch im Renntrimm funktioniert er nicht schlecht. Vielleicht können wir hier also mit der Reifenwahl ein bisschen aggressiver sein. Das gilt aber natürlich für alle. Im Moment ist die Strategie für morgen noch völlig offen." Heißt im Klartext: Ferrari wird wohl mit den weicheren Pneus ins Top-10-Qualifying gehen.

Sorgen macht sich um die Reifen niemand, obwohl Massa zwischendurch Schlangenlinien fuhr. Da fühlten sich einige prompt an Melbourne erinnert, wo der Brasilianer Schwierigkeiten hatte, seine Pneus auf Temperatur zu bringen. Aber: "Das sollte hier kein Problem sein", winkt Massa ab. "Ich bin nur zick-zack gefahren, weil ich mich nach dem Verkehr richten musste und dabei die Reifentemperatur nicht absacken lassen wollte."

Ferrari scheint also trotz der unauffälligen Trainingszeiten auch am dritten Rennwochenende der Saison einigermaßen konkurrenzfähig zu sein - ein gutes Omen, wie WM-Leader Alonso findet: "Nach Bahrain und Australien ist Sepang die dritte unterschiedliche Strecke hintereinander. Hoffentlich können wir morgen bestätigen, dass das Auto auf allen Streckentypen schnell und konkurrenzfähig ist", meint der zweifache Weltmeister abschließend.

Fotoquelle: xpb.cc

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