Rubens Barrichello müsste laut Sam Michael längst Weltmeister sein

Formel 1 2010

— 05.04.2010

Williams: "Warum ist dieser Kerl nicht Weltmeister?"

Sam Michael findet, dass Rubens Barrichello längst Weltmeister sein müsste, und schwärmt von der immensen Erfahrung des Brasilianers

Mit fünf Punkten liegt Rubens Barrichello derzeit nur an zwölfter Stelle der Fahrer-WM; 2009 hatte er zum gleichen Zeitpunkt als Gesamtzweiter schon 15 Zähler auf seinem Konto - und das nach altem Wertungssystem. Dennoch scheint der Routinier gut mit seinem neuen Williams-Team zu harmonieren, auch wenn das Paket im Moment nicht siegfähig ist.

"Man kann schon sagen, dass es ein gutes Auto ist, aber wir gehören nicht zu den vier besten Teams", beurteilt Barrichello das Kräfteverhältnis. "Im Trockenen ist ein neunter Platz das Maximum für uns." Das ist zu wenig für einen elffachen Grand-Prix-Sieger. Aber selbst wenn die Ergebnisse auf der Rennstrecke derzeit nicht seinen Erwartungen entsprechen, scheint er sich mit dem Wechsel zu Williams zumindest für seine Reputation durchaus einen Gefallen getan zu haben.

Erfahrung als riesiger Vorteil

Sam Michael ist von Barrichello nämlich sehr beeindruckt: "Die Saison ist noch jung, aber er ist einer der besten Fahrer, mit denen ich je gearbeitet habe", lobt der Technische Direktor. "Er hat eine unglaubliche Datenbank im Kopf abgespeichert. Wenn Nico zweimal in seiner Karriere den Radsturz umgestellt hat, hat es Rubens 100 Mal gemacht. Er ist für verschiedene Teams mit verschiedenen Reifen gefahren und weiß daher genau, was in welcher Konstellation funktioniert und was nicht."

Die Entscheidung, den 37-Jährigen neben Youngster Nico Hülkenberg an Bord zu holen, hat Williams bisher nicht bereut: "Wir haben uns genau aus diesen Gründen für Rubens entschieden - wegen der Auswirkungen auf das Team und wegen seiner Schnelligkeit auf der Strecke", so Michael. "Er ist außergewöhnlich. Wir fragen uns: Warum ist dieser Kerl nicht Weltmeister? Ich bin überzeugt davon, dass er besser ist als einige Fahrer, die einen WM-Titel gewonnen haben."

Vom Supertalent zum Wasserträger

Barrichello galt in seinen Anfangsjahren in der Formel 1 als kommender Champion, ließ bei Jordan und später Stewart immer wieder mit Achtungserfolgen aufhorchen. Im Jahr 2000 wechselte er als Teamkollege von Michael Schumacher zu Ferrari, wo ihm die Rolle des Wasserträgers für den Deutschen zuteil wurde. Erst im vergangenen Jahr bei Brawn hatte er erstmals realistische WM-Chancen. Das ist mit dem aktuellen Williams-Cosworth FW32 nicht der Fall.

"Das Auto fährt sich angenehm", sagt Barrichello zwar, aber: "Es ist nicht schnell genug, denn wir müssen eine gute Sekunde finden, um es mit den Red Bulls aufzunehmen, aber das Fahrverhalten ist nicht schwierig. Es ist neutral. Wir brauchen noch mehr Stabilität auf der Bremse, aber zum Beispiel ist die Transformation von trockenen auf nasse Bedingungen ziemlich einfach. Das ist kein großes Drama für uns und das kann uns manchmal helfen."

Fotoquelle: xpb.cc

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