Geoff Willis könnte das neue HRT-Team kurzfristig wieder verlassen

Formel 1 2010

— 07.04.2010

Willis auf dem Sprung zu Force India?

HRT-Technikberater Geoff Willis könnte aus seiner Enttäuschung über das Dallara-Chassis Konsequenzen ziehen: Force India als mögliche neue Chance

In der Formel 1 werden Worte oft weichgespült, bevor sie das Fahrerlager verlassen. Das Problem: Die harte Realität kann mit solchen Formulierungen oft nicht entsprechend dargestellt werden. Falls dann doch ausnahmsweise mal Klartext zu hören ist, sollte man umso genauer lauschen. So war es HRT-Technikberater Geff Willis, der seine Enttäuschung in der vergangenen Woche im Interview mit 'Motorsport-Total.com' sehr deutlich zum Ausdruck brachte.

"Ich bin enttäuscht über die Technologie des Autos, denn die entspricht nicht modernen Formel-1-Standards - und zwar bei weitem nicht", sagte der Brite in Richtung Chassis-Partner Dallara. Willis übte zwar Verständnis für einige Notlösungen am HRT-Auto, doch der 50-Jährige ist mit seiner Geduld offenbar am Ende. "Was Produktionsqualität, Designqualität und die Verfeinerung des Designs angeht, wurden viele Tricks übersehen, die für alle anderen in der Boxengasse heutzutage selbstverständlich sind."

Die Zusammenarbeit mit dem italienischen Chassisbauer geht auf die ursprüngliche Formel-1-Nennung von Campos zurück. Die Spanier hatten sich Dallara als technischen Partner ausgesucht, aufgrund finanzieller Schwierigkeiten lag das Projekt zwischenzeitlich auf Eis. Die Situation für Teamchef Colin Kolles und seine Mannschaft ist alles andere als angenehm. Dallara hat alle Rechte am Design, das Team hat nicht einmal Baupläne.

"Realistisch betrachtet werden wir bis Barcelona keine neuen Teile bekommen - und vielleicht dauert es sogar noch länger", sagt Willis, der auf dieser Grundlage kaum Verbesserungen am Wagen entwickeln kann. Der Brite drängt auf eine Trennung von den Italienern, es müsse eine schnelle Entscheidung folgen. "Jetzt muss ich mir langsam ernsthafte Gedanken machen, ob es für mich interessant ist, bei einem Team zu bleiben, dessen Auto am Ende des Feldes herumfährt", so Willis.

Offenbar hat man bislang noch keine Lösung finden können. Die Baupläne lagern nach wie vor in Italien, die Sorgen verbleiben in Spanien. Willis soll nach Informationen mehrerer Fachmedien nun bereits auf dem Absprung sein. Er hat beim neuen spanischen Team nur einen Beratervertrag auf Honorarbasis, könnte also jederzeit aussteigen. Gerüchteweise soll der Ex-Red-Bull-Techniker von Force India kontaktiert worden sein. Die Inder hatten jüngst Technikchef James Key an Sauber verloren. Mark Smith hatte das Amt zunächst übernommen.

Fotoquelle: xpb.cc

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