Die Bridgestone-Reifen werden in der Formel 1 bald ausgedient haben

Formel 1 2010

— 07.04.2010

Teamchefs: Pro 18 Zoll, kontra Reifenkrieg

Frank Williams ist ein Gegner des Reifenkriegs, dafür hat die 18-Zoll-Idee viele Freunde - Breitere Hinterreifen ebenfalls nicht ausgeschlossen

In Malaysia wurde erstmals intensiv über das zukünftige Reifenreglement diskutiert, schließlich hat der derzeitige Monopolist Bridgestone angekündigt, sich nach Saisonende zurückzuziehen. Prompt nahmen zwei Themen Fahrt auf, die 2011 in die Formel-1-Einzug halten könnten: 18-Zoll-Felgen und eine Wiederauflage des Reifenkriegs mehrerer Hersteller.

Angeblich soll Michelin bereits in intensiven Verhandlungen mit den Formel-1-Verantwortlichen stehen, auch Kumho und Hankook werden mit Einstiegsabsichten in Verbindung gebracht. Die Gefahr, dass es keinen Reifenhersteller geben wird, besteht nicht: "Es wird Reifen geben", stellt Frank Williams klar. "Die Frage ist nur, ob wir sie gratis bekommen oder ob wir dafür zahlen müssen. Es finden bereits Gespräche statt. Einige der Firmen haben in der Vergangenheit schon Formel-1-Reifen entwickelt, andere nicht."

Williams ein Gegner des Reifenkriegs

Der Williams-Boss steht dem Konkurrenzkampf mehrerer Hersteller übrigens skeptisch gegenüber, denn: "Ein Reifenkrieg wäre für die Reifenfirmen sehr teuer, denn sie müssten nonstop weiterentwickeln", äußert er Bedenken, was eine mögliche Kostenexplosion angeht. Aber auch rein sportlich gesehen würde er einen Reifenkrieg nicht als Bereicherung empfinden: "Wir wollen doch, dass vor allem die Fahrer die Rennen entscheiden und nicht andere Faktoren, oder?"

Die Diskussion über die 18-Zoll-Felgen wird da schon wohlwollender geführt. Zwar ging durch die Reihen der Fans erstmal ein Aufschrei, als realisiert wurde, dass die Formel-1-Hinterreifen damit bald aussehen könnten wie in Le Mans oder in der DTM, doch die Teams empfinden diesen Schritt als sinnvolle Annäherung an die Serienproduktion. Nicht zuletzt deshalb stehen sie dem offenbar von Michelin eingebrachten Vorschlag offen gegenüber.

"Wenn ein Reifenhersteller in die Formel 1 kommt, müssen wir dessen Ziele respektieren und versuchen, diese mit den Zielen der Teams zu verbinden", sagt Mercedes-Teamchef Ross Brawn. "Wenn wir uns gegen Veränderungen sperren, werden wir nicht mehr so attraktiv sein. Das 18-Zoll-Rad ist ein Vorschlag, dem die Teams sehr offen gegenüberstehen. Wir müssen aber aufpassen, dass besonders für die kleinen Teams kein Nachteil entsteht."

Stärkere Bremsen, weniger Überholmanöver?

Williams-Technikchef Sam Michael hält die 18-Zoll-Hinterräder sogar für "eine großartige Idee, wenn das Aeroreglement entsprechend angepasst wird. Es würde die Formel 1 der wirklichen Welt näherbringen", findet er. "Außerdem sind 13 Zoll ein sehr spezifisches Reifenformat. Das kann Firmen abschrecken, die sonst vielleicht interessiert wären. Die aktuellen Reifen sind sehr spezifische Rennreifen, wohingegen man das Wissen von 18-Zoll-Rädern viel eher auf den Sportwagenbereich und in die Serie übertragen könnte."

Einwurf: Ein höherer Felgendurchmesser bedeutet theoretisch auch größere Bremsscheiben und damit eine noch effizientere Bremsleistung. Wird das Überholen damit noch schwieriger? "Das glaube ich nicht", entgegnet Michael. Renault-Teamchef Eric Boullier erkennt darin sogar einen potenziellen Vorteil: "Statt zwei Bremssätzen für ein Wochenende würdest du mit zwei Sätzen vielleicht sechs Rennen fahren können, weil mehr Energie absorbiert werden kann."

Eine andere Idee ist, mit den 18-Zoll-Felgen auch gleich breitere Hinterreifen einzuführen, was der Mehrheit der Fans sicher gefallen würde. Aber Martin Whitmarsh ist davon zumindest nicht hundertprozentig überzeugt: "Ich bin mir nicht ganz sicher, was das bringen soll", sagt der McLaren-Teamchef, fügt dann aber doch an: "Das Argument ist wohl, dass man mit mehr mechanischem und weniger aerodynamischem Grip besser hinter einem anderen Auto fahren kann. Das klingt eigentlich schon nach der richtigen Richtung."

Fotoquelle: xpb.cc

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