"Petrolhead" Robert Kubica: Die Trennung vom Kartsport fiel ihm schwer

Formel 1 2010

— 07.04.2010

Kubica und die Formel 1: Beinahe freiwillig verzichtet

Renault-Überraschungsmann Robert Kubica erzählt, wie ihn seine Liebe zum Kartsport beinahe um die Formelkarriere gebracht hätte

Der Pole Robert Kubica ist der Prototyp eines "Petrolheads" - eines Mannes mit Benzin im Blut. "Den interessiert nichts außer dem Rennsport", verrät ein ehemaliger Rennfahrerkollege aus einer der Nachwuchsklassen. Legendär ist auch die Geschichte, als Kubica einmal bei einem Fahrerbriefing einschlief - zu langweilig waren ihm die ewigen Technikdiskussionen mit den Ingenieuren, erst im Cockpit ist der gläubige Mann aus Krakau so richtig in seinem Element. Das bewies er zuletzt mit zwei großartigen Rennen in Melbourne und Sepang, aber auch schon als junger, aufstrebender Kartfahrer.

Schon damals hatte er nur den Rennsport im Kopf, wie er bestätigt: "Ich wuchs in Krakau auf und da gibt es eine Kartbahn. Die nächste Strecke war etwa 120 oder 130 Kilometer weit weg. Nach der Schule stieg ich zu meinem Vater ins Auto und wir fuhren an die Strecke - und das zwei bis drei Mal pro Woche. An einem Nachmittag hatte ich dann immer rund drei bis vier Stunden Fahrzeit und wir sind am Abend wieder zurückgekommen", erinnert sich Kubica und schwärmt von der guten, alten Zeit: "Das war nicht wie ein Job für mich, ich bin einfach so unheimlich gerne gefahren."

Kubica: Mit 13 alleine nach Italien

Der Kartsport entwickelte sich zu Kubicas großer Liebe - dafür verließ er sogar mit 13 sein Elternhaus und zog ganz alleine ins Kart-Mekka Italien. "Natürlich habe ich meine Familie vermisst", gibt er zu, "doch es gab keine Alternative." Heute spricht er fließend Italienisch - und ist froh, den Schritt gewagt zu haben: "Wenn man sich mit 14 selbst um Essen, Wäsche und Leben kümmern muss, lernt man viel. Oder man hat nichts zum Beißen."

Schon damals fiel Kubica durch seinen bodenständigen, sympathischen Zugang auf. Für ihn zählte keineswegs nur die Formel 1, auch mit "niederen" Tätigkeiten hätte er sich abgefunden, solange er nur seinem Motorsporttraum weiter nachgehen konnte: "Als ich 15 war, habe ich mich als Mechaniker für andere Piloten betätigt - sogar mit guten Ergebnissen. Ich hatte viel Spaß daran und wäre dem Sport ohnehin treu geblieben, auch wenn ich vielleicht kein Rennfahrer geworden wäre."

Kartsport oder Formelkarriere?

Beinahe hätte Kubica sogar auf die große Karriere verzichtet - weil er sich im Kartsport so wohl fühlte: "2001 bot sich mir die Möglichkeit, in den Formelsport zu wechseln. Ich war noch recht jung und wollte es gar nicht so sehr, weil es im Kartsport noch vieles gab, was ich hätte gewinnen können."

Nach langem Überlegen entschied er sich dann aber doch für eine Formelkarriere. "Gemeinsam mit meinen Eltern", wie er anmerkt. Im zweiten Formel-Renault-Jahr gelang Kubica dann der Vizemeistertitel, heute sitzt er im Formel-1-Renault - und gibt sich philosophisch: "Wer weiß, vielleicht war das damals meine einzige Chance, in den Formelsport einzusteigen..."

Fotoquelle: xpb.cc

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