Nachdenklich: Peter Sauber wollte eigentlich nicht mehr in die Formel 1

Formel 1 2010

— 12.04.2010

Schlaflose Nächte: Kommen Sauber erste Zweifel?

Peter Sauber ist sich nicht sicher, ob die Entscheidung, sein Formel-1-Team nach dem Ausstieg von BMW zu retten, für ihn persönlich richtig war

Nach drei Saisonrennen steht Sauber als einziges der etablierten Teams noch ohne einen einzigen WM-Punkt da. Hinzu kommt, dass der Gürtel seit dem Ausstieg von BMW deutlich enger geschnallt werden musste und Großsponsoren Mangelware sind. Kein Wunder, dass Peter Sauber im Interview mit 'formula1.com' schlaflose Nächte eingesteht.

"Die gibt es, weil ich die Verantwortung für das Team trage", sagt der Schweizer. "Ich legte das Team in vermeintlich sichere Hände und meine Karriere war perfekt. Was dann passiert ist, war eine massive Unterbrechung meiner Pläne. Ich habe in meinem Leben hart gearbeitet und war immer von Glück gesegnet. Ich habe aber auch immer gewusst, dass man sein Glück nicht überstrapazieren sollte. Ich hoffe, dass ich das jetzt nicht tue."

Als Retter in der Not eingesprungen

Sauber hatte bekanntlich nicht vor, noch einmal auf den Kommandostand zurückzukehren, doch nach dem Ausstieg von BMW und dem Platzen der Blase um den angeblichen Käufer Qadbak sah er sich gezwungen, in letzter Minute einzuspringen, um das Team, den Standort Hinwil und die damit verbundenen Arbeitsplätze zu retten. Doch heute ist er sich nicht mehr sicher, ob er sich noch einmal genauso entscheiden würde.

"Ich musste in kurzer Zeit eine Entscheidung treffen. Ich ließ mich nur von meinem Bauchgefühl leiten, was man eigentlich vermeiden sollte. Wenn es eine rein logische Entscheidung gewesen wäre, hätte ich es nicht gemacht. Unterm Strich hatte ich aber keine Wahl, denn sonst wäre Hinwil geschlossen worden", erklärt der 66-Jährige und fügt an: "Ich weiß nicht, wie lange es mich geplagt hätte, wenn ich dem Team keine Zukunft gegeben hätte. Die Entscheidung, es zu versuchen, war also richtig."

Sauber macht auch keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über das Verhalten von BMW. Außerdem betont er, die Münchner wären 2010 "weitgehend" mit dem gleichen C29 angetreten, mit dem sich nun Pedro de la Rosa und Kamui Kobayashi abmühen müssen. Auf die Frage, ob das für BMW eine herbe Enttäuschung gewesen wäre, entgegnet er lediglich: "Ja."

Im Winter nur geblufft?

Dabei hatte es bei den Wintertests noch so gut ausgesehen, aber im Nachhinein gibt Sauber zu, dass seine Crew mit dem praktisch sponsorenbefreiten C29 wohl etwas leichter gefahren ist als die Konkurrenz: "Die anderen Teams waren bei den Tests wohl etwas schwerer als wir - fünf, zehn oder sogar 15 Kilo. Wenn es wirklich 15 Kilo waren, dann entspricht das einer halben Sekunde. Das würde den Abstand erklären", so der Teamchef.

Ferner erklärt er, dass "die Kooperation zwischen Fahrern und Ingenieuren" im Moment noch "nicht ideal" ist. Aber: "Es wäre unangemessen, das Fahrerthema aufzubringen. Ich habe die Entscheidung selbst getroffen und die Argumente sind immer noch gültig", gibt Sauber zu Protokoll. "Was wir vielleicht unterschätzt haben, ist, wie lange es dauert, bis sich die Fahrer eingewöhnen. Pedro ist nach Jahren wieder Rennfahrer. Das ist eine größere Herausforderung als erwartet."

Fotoquelle: xpb.cc


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