Flavio Briatore weist jede persönliche Schuld an "Crashgate" von sich

Formel 1 2010

— 13.04.2010

Briatore betont: "Keine persönliche Schuld"

"Crashgate"-Vergleich: Flavio Briatore akzeptiert lediglich seine Mitverantwortung als Teamchef - FIA wollte keinen endlosen Rechtsstreit

Nun hat man sich also außergerichtlich mit einem Vergleich geeinigt: Der Automobilweltverband FIA hat die lebenslange Sperre gegen den früheren Renault-Teamchef Flavio Briatore aufgehoben, ab 2013 darf der Italiener wieder in der Königklasse arbeiten. Gleiches gilt für den früheren Renault-Chefingenieur Pat Symonds, der ursprünglich für fünf Jahre gesperrt worden war.

Damit findet der Rechsstreit um die Vorfälle beim Singapur-Grand-Prix 2008 ein Ende, es wurde eine Lösung gefunden, die beide Seiten akzeptieren können. Die FIA zieht ihren Einspruch gegen das Urteil des Tribunals de Grande Instance in Paris zurück. Das Gericht hatte die Sperren gegen Briatore und Symonds am 5. Januar 2010 für rechtswidrig erklärt, dagegen hatte die FIA Einspruch eingelegt. Im Gegenzug haben Briatore und Symonds zugestimmt, erst 2013 in die Formel 1 zurückkehren zu dürfen.

Nach dem Vergleich haben sowohl Briatore als auch die FIA in Statement zur erreichten Einigung Stellung genommen. "Flavio Briatore informierte die FIA von seiner Absicht, bis Ende des Jahres 2012 in der Formel 1 und bis Ende der Rennsaison 2011 in irgendeiner anderen FIA-Meisterschaft keine operative Rolle zu übernehmen", ließ Briatore mitteilen.

Und weiter: "Er akzeptiert es, als damaliger Teamchef von Renault eine Mitverantwortung an den Zwischenfällen von Singapur zu tragen. Er räumt aber keinerlei persönliche Schuld an diesen Zwischenfällen ein." Zudem ließ Briatore mitteilen, dass er für die vom FIA-Weltrat gegen ihn getroffenen Entscheidungen nach wie vor keine ausreichenden Grundlagen sieht. Weitere Statement wolle er zu diesem Thema nicht abgeben: "Er möchte diese Angelegenheit hinter sich lassen und sich auf seine Zukunftspläne konzentrieren."

FIA will Strukturen überarbeiten

Die FIA hob in ihrem Statement hervor, dass das Pariser Urteil aus dem Januar "von einem schlechten Verständnis dafür zeuge, wie die Disziplinarverfahren vor dem FIA-Weltrat ablaufen." Deshalb werde beim nächsten Treffen der Generalversammlung Ende des Jahres vorgeschlagen, die entsprechenden Strukturen zu überarbeiten, "um weitere Missverständnisse zu vermeiden".

"In der Zwischenzeit - bei seinem Meeting am 11. März in Bahrain - hat der Weltrat einen Leitfaden erarbeitet, der die Abläufe der Disziplinarverfahren klarer macht und gleichzeitig FIA-Präsident Jean Todt die volle Autorität erteilt, im Streit mit Flavio Briatore und Pat Symonds eine endgültige gerichtliche oder außergerichtliche Lösung zu finden, die die Interessen der FIA bestmöglich wahrt", heißt es in der FIA-Mitteilung weiter.

Nach Gesprächen zwischen den jeweiligen Anwälten hätten sich Briatore und Symonds mit FIA-Präsident Todt auf den Vergleich geeinigt, "um den Rechtsstreit zu einem sofortigen Ende zu führen. Beide räumen ihre Mitverantwortung an dem absichtlich herbeigeführten Unfall von Nelson Piquet jun. beim Singapur-Grand-Prix 2008 ein. Sie haben beide ihr Bedauern ausgedrückt und sich bei der FIA entschludigt", ließ der Weltverband mitteilen.

Doch so, wie Briatore weiter jede persönliche Schuld von sich weist, betont die FIA, mit der Sperre gegen den Italiener eigentlich richtig gelegen zu haben: "Denn das Urteil des Pariser Gerichts bezog sich nur auf die Form, nicht aber auf den Inhalt der Weltrats-Entscheidung vom 21. September 2009." Aber: "Der FIA-Präsident hält es für die FIA für das Beste, wenn dieser Rechtsstreit sich nicht endlos hinzieht. Dieser Streit hat bereits großes Medieninteresse auf sich gezogen und würde dem Image der FIA und des Motorsports unanbhängig von seinem Ausgang immensen Schaden zufügen. Um die Affäre zu beenden, wird der erzielte Vergleich akzeptiert."

Fotoquelle: xpb.cc

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