Michael Schumacher soll ab Barcelona mit einem überarbeiteten Auto fahren

Formel 1 2010

— 13.04.2010

Mercedes: Eine B-Version für Barcelona?

Mercedes stößt bei der Entwicklung des aktuellen MGP W01 offenbar schnell an die Grenzen: Ein B-Version soll die Probleme mit der Gewichtsverteilung beheben

Die Formel 1 hat derzeit weniger aktuelle Spitzenteams als erwartet. Vor dem Start in die neue Saison waren viele Fans und Fachleute der festen Überzeugung, dass sich mit Red Bull, Ferrari, McLaren und Mercedes gleich vier Teams um Rennsiege streiten werden. Doch das ist bislang nicht der Fall. Das deutsche Werksteam um Michael Schumacher und Nico Rosberg war in den ersten drei Läufen der Saison etwas zurück.

Statt gegen McLaren kämpfte man bisher eher gegen Renault. Die Piloten klagen über lästiges Untersteuern, viele Fans sind enttäuscht, dass der siebenmalige Formel-1-Weltmeister nach seiner Rückkehr kleinere Brötchen backen muss. Laut dem Fachmagazin 'Auto Motor und Sport' wollen die Silbernen ab Barcelona eine B-Variante des Autos bringen: neue Aerodynamik, neue Gewichtsverteilung, veränderte Hinterachse, überarbeitetes Getriebegehäuse.

Möglicherweise will man auch zu noch drastischeren Mitteln greifen. Offenbar zieht Mercedes in Erwägung, den Radstand des W01 zu verlängern, um so mehr Gewicht in Richtung Heck zu verlagern. Das Versetzen der Anlenkpunkte der Vorderräder um wenige Zentimeter nach vorne würde die Gewichtsverteilung schnell nach hinten verlagern. Allerdings zöge eine solche Maßnahme einen regelrechten Rattenschwanz hinter sich her.

Zum einen würde sich aufgrund des dann größeren Abstands zwischen Vorderrädern und Seitenkästen der gesamte Luftfluss verändern. Die Auswirkungen dessen könnten fatal sein und noch mehr Arbeit nach sich ziehen. Die zweite Baustelle würde die FIA eröffnen. Beim Versetzen von Anlenkpunkten würde ein neuer Crashtest an der Front nötig. Spätestens in einem solchen Fall wäre der Begriff "B-Version" für den MGP W01 tatsächlich berechtigt.

"Dazu möchte ich nichts sagen", antwortet Teamchef Ross Brawn auf die Frage von 'auto motor und sport', ob man den Radstand verlängern werde. Womöglich ist ein solcher Schritt bisher nicht abschließend abgesegnet. Bis Barcelona bleibt allerdings nicht mehr viel Zeit. Wenn die Teams nach dem kommenden Rennwochenende in China wieder nach Europa zurückkehren, bleibt nur noch Zeit bis zur zweiten Maiwoche.

"Wir werden einen großen Schritt machen, aber die anderen bewegen sich auch nach vorne. Für uns heißt das, dass wir schneller entwickeln müssen als unsere Konkurrenz", stellt Brawn klar. Die Probleme mit dem aktuellen Fahrzeug gehen auf eine Entscheidung von Bridgestone zurück. Die Japaner machten zur neuen Saison nicht nur die vorderen Reifen schmaler, sondern führten auch eine härtere Konstruktion am Heck ein.

Man musste kurzfristig reagieren und das zuvor nach hinten verlagerte Gewicht wieder nach vorne holen. "Wir haben dabei etwas zuviel des Guten getan", gibt der Mercedes-Teamchef zu. Nun fällt es der Mannschaft entsprechend schwer, diesen Trend noch einmal umzukehren. Beim Abbau von Gewicht an der Hinterachse stößt man schnell an Grenzen. "Die Chassis sind homologiert. Da dürfen wir nichts daran ändern", erklärt Brawn.

Fotoquelle: xpb.cc

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