Paddy Lowe macht sich Gedanken, wie das Überholen einfacher werden könnte

Formel 1 2010

— 14.04.2010

Arbeitsgruppe hat wieder Überholen im Visier

Trotz der Aerodynamikbeschneidung für 2009 sind Überholmanöver weiterhin Mangelware - Paddy Lowe erklärt die Gründe und nimmt zum F-Schacht Stellung

Für 2009 wurde das aerodynamische Reglement stark verändert, um spektakuläre und vor allem mehr Überholmanöver zu generieren. Eine entscheidende Veränderung - auch optischer Natur - betraf den Heckflügel, der seither schmaler und höher ist. Trotzdem führte das nicht zum gewünschten Erfolg. Einer der Hauptgründe dafür ist der berühmte Doppeldiffuser, der in seiner aktuellen Generation mehr Anpressdruck liefert als ursprünglich gedacht.

"Die eigentliche Idee der Arbeitsgruppe Überholen war es, den vom Unterboden erzeugten Abtrieb so zu reduzieren, dass es den Fahrern leichter fällt, einen Überholvorgang zu starten", erklärt Paddy Lowe, McLarens Technischer Direktor. Die Autos erreichen mittlerweile Abtriebswerte wie 2008, noch dazu gab es die Umstellung auf die profillosen Slicks, die den mechanischen Grip erhöht haben.

Diffusor als Knackpunkt?

Da der Unterboden den meisten Anpressdruck erzeugt, ist es für nachfolgende Autos sehr schwierig, dicht auf das Heck aufzuschließen. Selbst wenn ein Bolide deutlich schneller ist, ist ein Vorbeikommen bei trockenen Bedingungen praktisch unmöglich. Wenn der Grip reduziert ist, wie beispielsweise bei Regenrennen, fällt es den Piloten um einiges leichter, sich neben einen Konkurrenten zu setzen.

Für 2011 unternimmt die Arbeitsgruppe einen weiteren Versuch, Überholmanöver zu fördern. "Wir haben uns darauf geeinigt, den Doppeldiffusor zu verbieten und die Höhe der Diffusor-Austrittskanäle zu reduzieren", so Lowe im Rahmen einer Telefonkonferenz über die technische Veränderung. Der Brite fügt an: "Ich denke, wir gehen damit in die richtige Richtung."

In der vergangenen Saison standen Lewis Hamilton noch die Zusatz-PS des Energierückgewinnungssystems KERS zu Verfügung. Damit gelangen dem Briten nicht nur Raketenstarts, sondern er wusste sie auch bei Überholmanövern geschickt einzusetzen. Nach dem KERS-Verbot hat sich McLaren das F-Schacht-System einfallen lassen und ist damit regelmäßig bei allen Geschwindigkeitsmessungen an der Spitze zu finden. Die übrigen Teams werden nachrüsten müssen, um diesen Nachteil wettzumachen.

Keine Geheimnisse

"Wir haben unseren Konkurrenten offen mitgeteilt, dass diese Technologie alleine keine große Steigerung bringt", sagt Lowe. "Ich will es mal ganz einfach erklären: In der Vergangenheit haben Teams, legal oder illegal, eine Möglichkeit gesucht, den Luftwiderstand der Flügel zu reduzieren. Wenn man bedenkt, dass aufgrund dieser Tatsache Unmengen an Arbeitszeit für einen Heckflügel aufgewendet wird, mehr als für andere Bereiche des Autos, ist das seltsam."

Ist McLaren beunruhigt, dass andere Teams diese geniale Lösung kopieren werden und der Vorteil damit rasch verloren ist? "Wir machen uns keine Gedanken darüber, wenn jemand unseren Frontflügel oder andere Luftleitelemente nachbaut. Wir sind der Meinung, dass wir den maximalen Vorteil aus dieser Technologie gezogen haben. Man kann den Vorteil sicher nicht verdoppeln", entgegnet Lowe.

Fotoquelle: McLaren

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