Die Top 3: Mark Webber, Polesetter Sebastian Vettel und Fernando Alonso

Formel 1 2010

— 17.04.2010

Red Bull dominiert weiter: Pole für Vettel!

In einem hochdramatischen Qualifying in China setzte sich Sebastian Vettel vor Mark Webber und Fernando Alonso durch - Michael Schumacher nur Neunter

Die Dominanz von Sebastian Vettel hält weiter an: Der Red-Bull-Pilot sicherte sich im heutigen Qualifying zum Grand Prix von China, dem insgesamt vierten der Saison, zum vierten Mal en suite die Pole-Position. Die Art und Weise, wie Vettel bei trockenen Bedingungen trotz starker Konkurrenz wieder ganz nach vorne fuhr, war diesmal absolut atemberaubend.

Denn eigentlich war Lewis Hamilton als Topfavorit ins Top-10-Finale gegangen, aber der bisherige Dominator dieses Wochenendes konnte im entscheidenden Moment nicht genug zulegen und musste daher nur mit Platz sechs Vorlieb nehmen. Dabei hatte der McLaren-Pilot bei der zweiten Zwischenzeit seiner letzten Runde noch neun Tausendstelsekunden Vorsprung auf Vettel - es spricht für die Dramaturgie, dass er am Ende trotzdem nur Sechster wurde.

Fantastische letzte Runde

Vettel packte im letzten Run eine Zauberrunde aus, fuhr Bestzeit im ersten und dritten Sektor und schob sich vom dritten auf den ersten Platz nach vorne. Schlussendlich war es nicht einmal eine knappe Entscheidung - der Vorsprung auf Teamkollege Mark Webber betrug 0,248 Sekunden. "Sebastian ist wirklich in Topform. Es sieht immer so aus, als würde Mark eine Chance haben, aber im entscheidenden Moment gibt er ihm wieder eins auf die Mütze", analysiert Mercedes-Testfahrer Nick Heidfeld.

Für Vettel selbst war die heutige Pole-Position aber ein Kraftakt: "Es war schwierig", gesteht er. "Gestern war ich nicht ganz zufrieden, auch heute Morgen war Mark eine ganze Ecke schneller als ich. Vor allem im ersten Sektor habe ich Zeit verloren, aber in der letzten Runde fuhr ich dort Bestzeit. Klasse! Die erste Runde war schon gut und die zweite war wirklich stark. Jetzt kann man wirklich sagen, dass wir unabhängig vom Streckentyp schnell sind."

"Die Runde von Sebastian", muss sogar der geschlagene Webber einsehen, "war wirklich stark, aber ich bin mit meiner auch nicht unzufrieden. Das Wichtigste ist, dass wir wieder in der ersten Reihe stehen." Genau wie zuletzt in Malaysia, als der Australier vom ersten Platz losfuhr. Vor zwei Wochen verlor er jedoch das Startduell gegen seinen Teamkollegen in der ersten Kurve - diesen Spieß möchte er morgen umdrehen, um endlich den ersten Saisonsieg zu feiern.

Vettel: Keine Angst vor Regen

Aus Teamsicht ist Red Bull hervorragend aufgestellt, sodass es genau wie im Vorjahr einen Doppelsieg geben könnte. Damals herrschten widrige Wetterbedingungen, wie sie auch für morgen vorhergesagt werden. Regenspezialist Vettel nimmt das aber recht gelassen: "Es wird sicher regnen, die Frage ist nur wann", grinst der Vorjahressieger. "Ich habe an Regenrennen in Schanghai ja sehr schöne Erinnerungen..."

Dritter wurde Ferrari-Pilot Fernando Alonso (+0,355), der im Finish eine überraschend starke Runde aus dem Hut zauberte, aber angesichts der Red-Bull-Überlegenheit nicht allzu erfreut sein konnte: "Das ist das Maximum unseres Potenzials", muss der zweifache Weltmeister einsehen. "Ich glaube, in der Rennpace sind wir besser, aber im Qualifying ist Red Bull einfach schneller. Insofern kann ich mit dem dritten Platz zufrieden sein."

Das McLaren-Stallduell spielte sich im Endeffekt in der dritten Reihe ab und ging diesmal - trotz Schaltproblemen - um 55 Tausendstelsekunden an Jenson Button. Hamilton konnte sich jedoch nicht erklären, warum er nach Bestzeiten in Q1 und Q2 in der Entscheidung nicht mehr ganz vorne dabei war. Anscheinend setzte sein Silberpfeil zu stark auf dem Boden auf und begann auch auf einmal zu rutschen: "In Q1 und Q2 war das Auto besser", schimpft der 2008er-Champion.

Rosberg wieder klar vor Schumacher

Bei Mercedes hatte erneut Nico Rosberg die Nase vorne, diesmal um eine Dreiviertelsekunde vor Michael Schumacher. Im Stallduell gegen den siebenfachen Weltmeister stellte er damit auf 4:0. "Das ist eine gute Steigerung für uns, ein Schritt in die richtige Richtung. Damit bin ich sehr zufrieden", sagt Rosberg und zeigt sich selbstbewusst: "Ein Podium muss auf jeden Fall drin sein!" Auf Alonso fehlte ihm schon heute nur eine Hundertstelsekunde.

Ein Grund für den Zeitunterschied im Mercedes-Stallduell könnte sein, dass Schumacher dem neuen Heckflügel vertraute, während Rosberg vermeintlich auf die alte Version zurückrüsten ließ. Doch der 41-Jährige will das nicht als Ausrede gelten lassen: "Wir waren zu langsam, haben die Balance nicht hinbekommen. Nico hat auf den anderen Flügel zurückgewechselt, aber das hätten wir ja auch tun können." Später stellte sich heraus: Auch Rosberg fuhr die neue Variante.

Ebenfalls in den Top 10 landeten Felipe Massa (7./+0,622), der mit seinem Ferrari in der Zielkurve weit jenseits der Ideallinie war, Robert Kubica (Renault/8.) und Adrian Sutil (Force India/10.), der Vitantonio Liuzzi teamintern ohrfeigte, weil der Italiener schon in der ersten Session ausschied. Sutil ist damit einer von nur fünf Fahrern, die bisher immer im Top-10-Finale waren, obwohl er sagt: "Schanghai ist für uns keine ideale Strecke."

Buemi von Alguersuari geschlagen

Bereits in Q2 - Schumacher zitterte sich mit 0,033 Sekunden Vorsprung auf Rubens Barrichello (Williams) durch diese Runde - hatte es unter anderem Sébastien Buemi (Toro Rosso/13.), die beiden Sauber-Piloten und Nico Hülkenberg (Williams) erwischt. Letzterer war darüber sauer: "Ich bin nicht wirklich zufrieden mit Platz 16. Ich bin zu weit hinter Rubens, trotz des Fehlers in der letzten Kurve." Fast eine Sekunde fehlte dem jungen Deutschen auf den Routinier.

In Q1 waren wie erwartet die sechs Fahrer der neuen Teams, von denen diesmal Timo Glock (Virgin) am schnellsten war, ausgeschieden. Heikki Kovalainen (Lotus/21.) leistete sich ebenso wie Karun Chandhok (HRT/24.) einen Dreher, auch Pedro de la Rosa (Sauber) war einmal neben der Strecke. Der Spanier hatte aber noch eine Runde zur Verfügung und schaffte mit ein bisschen Bauchweh den Aufstieg in die nächste Runde.

Naturgemäß ist Red Bull angesichts der Startaufstellung nun klar zu favorisieren, doch morgen kann alles passieren, wenn es wirklich wie vorhergesagt zu regnen beginnen sollte. Außerdem ist unklar, ob Vettel und Webber im Rennen genauso überlegen sind wie im Qualifying - der Papierform nach müssten Alonso und Hamilton auf die längere Distanz etwas besser aussehen als heute. Auf jeden Fall ist ein spannender China-Grand-Prix garantiert.

Fotoquelle: xpb.cc


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