Felipe Massa im Gespräch mit seinem behandelnden Arzt Dr. Steve Olvey

Formel 1 2010

— 15.04.2010

Die wundersame Auferstehung des Felipe Massa

Trotz Schumacher: Das eigentliche Comeback des Jahres hat bisher Felipe Massa abgeliefert - Dr. Steve Olvey bewundert das "Stehaufmännchen"

Im Medienwirbel um Comeback-Superstar Michael Schumacher wäre am Saisonbeginn beinahe untergegangen, dass auch Felipe Massa eine beeindruckende Rückkehr in die Formel 1 gefeiert hat. Der Ferrari-Pilot bestritt in Bahrain nach 230 Tagen Verletzungspause seinen ersten Grand Prix - und landete als Zweiter sofort wieder auf dem Podium!

Rückblende, 25. Juli 2009, Qualifying zum Grand Prix von Ungarn: Massa ist auf einer schnellen Runde, als er plötzlich ohne jedes Anzeichen einer Reaktion geradeaus in die Barrieren rast. Später stellt sich heraus: Er wurde von einer 800 Gramm schweren Stahlfeder des Brawn von Rubens Barrichello am Helm getroffen und bewusstlos geschlagen. Mit schweren Verletzungen muss der Formel-1-Star ins Krankenhaus eingeliefert werden, wo man ihn in ein künstliches Koma versetzt.

Vorzug gegenüber Räikkönen erhalten

Es folgte eine lange Regenerationsphase zu Hause in Brasilien, während der er zum ersten Mal Vater wurde, sowie ein Vertrauensbeweis von Ferrari, indem sein Vertrag für 2010 bestätigt, jener des kerngesunden Ex-Weltmeisters Kimi Räikkönen aber gekündigt wurde. Ferraris Mut sollte belohnt werden, denn: "Es ist erst acht Monate her, aber er ist wieder auf dem gleichen Niveau wie vor dem Unfall", sagt Dr. Steve Olvey im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' über Massa.

Olvey ist Direktor der Neurologie und der Intensivstation des Jackson-Memorial-Krankenhauses der Universität Miami und hat als langjähriger CART- und Grand-Prix-Masters-Chefarzt jede Menge Erfahrung im Motorsportbereich. Außerdem ist er forschender und beratender Mitarbeiter des FIA-Instituts und Medizinischer Berater der Indy-Racing-League (IRL). Zudem war er neben Dr. Dino Altman einer der wichtigsten Ärzte während Massas Rekonvaleszenz.

"Es war eine der beeindruckendsten, vielleicht sogar die schnellste Erholung von einer lebensbedrohlichen Kopfverletzung, die ich je miterlebt habe", staunt Olvey. "Die Gründe dafür sind die exzellente Erstversorgung an der Strecke sowie die exzellente Behandlung in Ungarn und in Brasilien. Hinzu kommen sein hervorragender körperlicher Zustand sowie sein unbedingter Wille, wieder in konkurrenzfähiger Form zurückzukehren."

Keine emotionalen Folgeerscheinungen

"Auch emotional ist er hundertprozentig stabil. Ich finde das phänomenal", lobt der Amerikaner und betont, dass dies bei Kopfverletzungen eines solchen Ausmaßes keine Selbstverständlichkeit ist: "Felipe hat keinerlei Angst davor, wieder Rennen zu fahren. Es war ein bizarrer Unfall und so stuft er ihn auch ein. Daher lässt er das Risiko nicht an sich ran. Felipe ist wie Alex Zanardi: Er blickt nach vorne, aber nie zurück! Das sind Ausnahmeerscheinungen."

"Er hat keine Symptome mehr, die man auf die Verletzung zurückführen konnte. Er ist so fit und ehrgeizig wie vor dem Unfall. Es gibt nicht die geringste Veränderung zum Zustand vor dem Unfall", so Olvey, der gemeinsam mit Altman "alle davon überzeugen musste, dass Felipe okay ist, denn es gab Skeptiker - einfach deshalb, weil es schwer vorstellbar ist, dass sich jemand so schnell von solchen Verletzungen erholt."

Die Lobbyarbeit der beiden Neurologen sollte sich bezahlt machen: Nach drei von insgesamt 19 Rennen führt Massa in seiner Comeback-Saison sogar die WM-Gesamtwertung an - vor allen Stars wie Fernando Alonso, Sebastian Vettel, Jenson Button und Lewis Hamilton. Im Duell mit seinem Freund Schumacher, dessen Comeback hierzulande für weit mehr Aufsehen gesorgt hat, liegt der Ferrari-Pilot sogar mit 39:9 voran...

Fotoquelle: MST/Rencken


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