Fernando Alonso ist zufrieden, der Motorschaden am Morgen störte ihn kaum

Formel 1 2010

— 16.04.2010

Keine Beunruhigung bei Ferrari

Fernando Alonso macht sich keine Sorgen wegen des Motorschadens - Testfahrten auch im Hinblick auf noch anstehende Entwicklungen

Dass sich Fernando Alonso und Felipe Massa in den ersten beiden Trainings in Schanghai nur mit diskreten Zeiten zeigten, verwunderte nicht. Eine ähnliche Taktik hatte das Team auch bei den drei schon gefahrenen Grand-Prix-Wochenenden gewählt. Beunruhigender war da schon, dass Fernando Alonso am Vormittag nicht sehr weit kam, ehe sein Ferrari-V8 verrauchte.

"Natürlich bin ich nicht froh über den Motorschaden, aber ich bin nicht im Geringsten beunruhigt deswegen", so Alonso, der am Nachmittag immerhin noch Zehnter wurde. "Der Motor von heute Morgen war der, den wir nach dem Bahrain-Qualifying getauscht hatten. Wir wussten, dass der früher oder später einen Defekt haben würde. Heute ist es eben geschehen, aber das hat auf unseren Einsatzplan der Motoren keine Auswirkung."

Ganz ähnlich äußerte sich auch Chefrenningenieur Chris Dyer. "Wir hatten an Morgen ein Problem mit Fernandos Motor, was aber nur wenig Auswirkungen hat", erklärte er. "Wir mussten den geplanten Motorwechsel nur um eine Trainingseinheit vorziehen." Auch Teamchef Stefano Domenicali beschwor die Harmlosigkeit. "Das hat keine besonderen Auswirkungen, bis auf den Verlust der Trainingszeit."

Neuentwicklungen im Beta-Stadium

Im Mittelpunkt stand bei Ferrari aber anderes. Für den F10 hatte man neue Aerodynamikteile dabei, die es zu bewerten galt. "Wir fuhren fiele Kilometer, konzentrieren uns auf das Rennen am Sonntag", so Felipe Massa. "Aber wir testeten auch neue Aerodynamikteile. Dabei ging es nicht nur um dieses Rennen, sondern um mittelfristige Entwicklungen. Wir sammelten hier wichtige Daten."

Auffällig war zum Beispiel, dass Alonso mit einer Luftführung hinter der Lufthutze des Motors unterwegs war. Der Luft wurde durch diesen Kanal auf einen Schlitz im Heckflügel gesteuert - eine abgespeckte Kopie des McLaren-Systems also. "Es ist daher sinnlos, auf die Zeiten zu schauen", so Alonso zu seinen Testfahrten. "Zudem fahren verfolgt jedes Team ein eigenes Programm, das mach einen Zeitenvergleich unmöglich. Wir blieben bei unserem Plan und waren zufrieden damit."

Massa will um Sieg kämpfen

"Wir haben für dieses Rennen ein neues Aerodynamikpaket und benötigten dafür eine Einschätzung. Zudem haben wir einige neue Teile für ein neues Konzept des Heckflügels. Da wollten wir etwas testen, ehe wir die Entwicklung vorantreiben", so Dyer. "Wir sind zufrieden mit den Daten und mit den Ergebnissen des neuen Aerodynamikpakets. Am Nachmittag konzentrieren wir uns vornehmlich auf den Reifenvergleich."

Für einen Vergleich mit der Konkurrenz lehnte man sich bei Ferrari nicht weit aus dem Fenster. "Ich glaube, dass mehrere Teams hier sehr konkurrenzfähig sein werden, nicht nur McLaren und Red Bull, sondern auch Mercedes, die vielleicht einen Schritt nach vorn gemacht haben. Hoffentlich können wir mit denen um den Sieg kämpfe", äußerte Massa seine Hoffnungen.

"Auch wenn es schwierig ist, im Freien Training die Hackordnung zu erkennen, so erwarten wir kein anderes Bild als bei den ersten drei Rennen", äußerte sich Domenicali dazu. "In anderen Worten: Alle sind eng beisammen, die Startplätze werden von den kleinsten Details mitentschieden."

Fotoquelle: xpb.cc


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