Under Pressure: Schumacher und Brawn brauchen ein Erfolgserlebnis.

Formel 1 2010

— 28.04.2010

Brawn: "Schwierig, Schumacher normal zu behandeln"

Mercedes-Teamchef Ross Brawn über zu viel Respekt vor Michael Schumacher, gelernte Lektionen und warum die enorme Kritik am Rekordweltmeister abprallt

Michael Schumachers Stern sinkt: Der Rekordweltmeister erlebte 2010 den schwächsten Saisonstart seiner Karriere. Bei Mercedes versucht man nun fieberhaft, ihm endlich das Material zu geben, mit dem er seine unbestrittenen Stärken ausspielen kann.

Dennoch scheint die enorme Kritik der letzten Wochen am Mercedes-Piloten abzuprallen. Für Teamchef Ross Brawn, der Schumacher bereits aus der gemeinsamen Vergangenheit bei Benetton und Ferrari gut kennt, ist dies keine Überraschung.

"Michael ist fest dazu entschlossen, Erfolg zu haben", sagt der Brite gegenüber der britischen 'Sun'. "Er war schon immer sein bester und schlimmster Kritiker und ist gewiss keiner, der Panik schiebt, wenn die Dinge nicht prima laufen. Er analysiert das Geschehen und denkt darüber nach."

Demnach läuten bei Mercedes keineswegs die Alarmglocken. Dennoch ist der Druck, unter dem die ehemalige Brawn-Mannschaft vor dem Europaauftakt in Barcelona steht, inzwischen unmenschlich hoch: Das Team bringt ein runderneuertes Auto nach Spanien, auf dessen Entwicklung Schumacher bereits Einfluss hatte - die Öffentlichkeit fordert einen Erfolg.

Zudem lief der Grand Prix von China für Schumacher ernüchternd: Schumacher wurde bei seinen Lieblingsverhältnissen im Regen von der Konkurrenz vorgeführt. "Ganz klar, das Rennen in Schanghai war enttäuschend", gibt Brawn zu, sieht aber Licht am Ende des Tunnels.

"Langsam aber sicher verstehen wir, was die Gründe dafür waren", fährt er fort." Wir lernen unsere Lektionen und müssen sicherstellen, dass wir es in Barcelona auf die Reihe bekommen und dass wir dort eine bessere Leistung zeigen können."

Dass Schumachers Stern sinkt, könnte dabei sogar positive Auswirkungen haben, wie Brawn anmerkt: "Die größte Herausforderung liegt für alle darin, ihn normal zu behandeln, wo er doch ein so großes Idol ist."

Fotoquelle: xpb.cc


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