Nach dem freiwilligen Verzicht 2010 soll KERS im nächsten Jahr zurück sein

Formel 1 2010

— 29.04.2010

In Barcelona entscheidet sich die Zukunft

In Spanien wollen die Teams Klarheit bezüglich der zukünftigen Reifen schaffen - Auch KERS steht wieder auf der Tagesordnung

Der Grand Prix von Spanien hat als erstes europäisches Rennwochenende des Jahres ohnehin immer eine besondere Bedeutung. Nach mehreren Überseeläufen am Stück bringen die Teams umfassende Updatepakete, die Rangfolge in der Formel 1 wird oftmals neu gemischt. In diesem Jahr werden allerdings nicht nur die sportlichen Weichen für den weiteren Saisonverlauf gestellt, sondern es geht auch die Zukunft.

Die Teams wollen endlich Klarheit bezüglich der Reifensituation. Da Bridgestone den zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern möchte, muss eine neue Lösung gefunden werden. Das Problem: Die potenziellen Lieferanten Michelin und Avon fordern nicht nur teils neue Radquerschnitte, sondern vor allem auch Geld von den Formel-1-Teams.

"Avon ist günstiger, aber wir wissen zu wenig über die Qualität der Produkte. Auch wenn Avon durchaus kein unbeschriebenes Blatt im Motorsport ist", gibt Williams-Technikchef Sam Michael gegenüber 'Reuters' zu bedenken. Die Teamvereinigung FOTA hat für das Barcelona-Wochenende eine weitere Sitzung angekündigt. "Avon ist das größere Fragezeichen als Michelin", sagt Michael, "weil Michelin erst kürzlich noch in der Formel 1 war."

"Bezüglich der Kosten unterscheiden sich die beiden Angebote enorm", sagt der Brite. Die Franzosen wollen von den Teams offenbar sehr viel Geld. Deutlich mehr als Avon. "Wir sprechen da vermutlich vom Dreifachen, was da auf die Teams zukommen könnte. Darüber diskutieren wir im Moment", erklärt Michael. Die Teams wollen eine möglichst schnelle Lösung der Reifenfrage. Aber die Entscheidung soll gleichzeitig auch nicht über das Knie gebrochen werden.

"Die Diskussionen innerhalb der FOTA ziehen sich in die Länge, weil viele Faktoren betrachtet werden müssen", sagt Michael. "Es ist nicht nur eine reine finanzielle Frage, sondern es geht auch um eine technische Entscheidung." Michelin hat seine Bewerbung an Bedingungen geknüpft. Die Franzosen möchten die Königsklasse mit 18-Zoll-Rädern fahren sehen, wie sie unter anderem auch an den Le-Mans-Prototypen verwendet werden.

"Wir sprechen das alles mit Bernie Ecclestone ab, der sich um den neuen Reifenvertrag kümmert", so Michael weiter. Auch KERS steht bei der nächsten FOTA-Sitzung erneut auf der Tagesordnung. Das Hybridsystem soll nach einem Jahr Pause möglicherweise schon 2011 in die Formel 1 zurückkehren. Allerdings muss der Preis stimmen. Williams will pro Jahr nicht mehr als eine Millionen Euro für KERS investieren.

"Ferrari und Renault haben schon entsprechende Angebote unterbreitet", erklärt der Williams-Verantwortliche. Beide Hersteller würden beim KERS-Preis unterhalb der Millionengrenze bleiben, haben ihr Angebot aber jeweils an eine Bedingung geknüpft. "Beide wollen es nur dann machen, wenn die maximale Energieabgabe von derzeit 400 Kilojoule auf 600 oder 800 angehoben wird", erklärt Michael.

"Ich denke, dass die Teams in Barcelona alles daran setzen werden, eine Entscheidung bezüglich KERS 2011 herbeizuführen. Im Moment gibt es verschiedene Ansichten", sagt der Brite und verweist auf Details. "Renault hat signalisiert, dass sie alle Interessierten beliefern könnten, Ferrari würde nur deren Motorenkunden ausstatten." Williams arbeitet derzeit noch am eigenen Schwungradsystem. Eine schnelle Entscheidung ist wichtig, damit die Teams ihre eigenen KERS-Entwicklungen entsprechend zügig vorantreiben können.

Fotoquelle: xpb.cc


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