Der Strichcode auf dem Ferrari ist Anlass zu einer rechtlichen Diskussion

Formel 1 2010

— 29.04.2010

Betreibt Ferrari Schleichwerbung?

In Großbritannien sind Stimmen aufgekommen, dass Marlboro mit dem Strichcode auf dem Ferrari Schleichwerbung betreibt

Ferrari ist seit dem Tabakwerbeverbot von 2006 immer noch der einzige Rennstall in der Formel 1, der Geld eines Zigarettenherstellers bekommt. Selbst im offiziellen Namen wird Marlboro genannt. Nun wurden in Großbritannien Stimmen laut, dass das Barcode-Design auf den roten Rennern zu sehr an eine Zigarettenschachtel erinnert und damit das Werbeverbot unterläuft. Politiker finden, das verstößt gegen das EU-Gesetz.

John Britton, ein Mitglied des "Royal College der Medizin" meinte gegenüber der 'Times': "Das Strichmuster erinnert an die untere Hälfte einer Marlboro-Schachtel. Ich war erstaunt, als ich das sah. Das geht einfach zu weit. Wenn man sich anschaut, wie sich das Design in den letzten Jahren verändert hat, sieht es nach Schleichwerbung aus."

Auch Gerard Hastings, der Direktor des Zentrums für Tabak-Kontrolle, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die Gesellschaft rauchfrei zu machen, sagt dazu: "Ich denke, das ist Werbung. Warum ein Strichcode? Was ist ihre Erklärung?" Die Antwort folgt prompt. "Der Strichcode ist Teil unseres Fahrzeugdesigns", bekräftigt ein Sprecher der italienischen Traditionsmarke. "Es ist nicht Teil von Schleichwerbung."

Der ehemalige britische Gesundheitsminister, Frank Dobson, kennt die Problematik der Tabakindustrie: "Die Firmen haben schon vor Jahren Lösungen erarbeitet, mit denen sie Trotz Werbeverbot werben können." Ein Rechtsstreit könnte in absehbarer Zeit folgen, denn ein Sprecher des EU-Kommissars für Gesundheit drängt die britische und spanische Regierung dazu eine Untersuchung einzuleiten, ob die zweitgrößte Tabakfirma der Welt gegen das Gesetzt verstößt.

Werbung, in welcher Form auch immer, kann sein Zielpublikum natürlich nur über eine hohe Verbreitung erreichen. Hier kommt dem Fernsehen eine tragende Rolle zu. Die 'BBC', die die Königsklasse in Großbritannien übertragt, ist sich aber sicher, dass "die Formel 1 und als Resultat daraus auch unsere Berichterstattung mit allen Regeln konform ist."

Philip Morris, der Hersteller der Marke Marlboro, hat im September 2005 seinen Vertrag mit Ferrari bis Ende 2011 verlängert. Der Kontrakt soll dem springenden Pferd dann über die vergangenen zehn Jahre eine Milliarde US-Dollar (umgerechnet rund 758 Millionen Euro) eingebracht haben. Ein Ferrari-Sprecher ging nicht auf diese Summe ein, meint aber, dass sie "viel niedriger" ist.

Von Seiten des Tabakgiganten heißt es: "Wir sind zuversichtlich, dass unsere Zusammenarbeit mit Ferrari nicht das britische Tabakwerbeverbot von 2002 verletzt. Beim Grand Prix in Silverstone gibt es keine Autos, Teamkleidung, Ausrüstung und sonstige Streckenwerbung, die Tabakprodukte bewerben. So ist es auch bei allen anderen Formel-1-Rennen weltweit."

Fotoquelle: xpb.cc


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