Die britischen Fans pilgern alljährlich zu Tausenden an den Silverstone-Kurs

Formel 1 2010

— 29.04.2010

Das "neue" Silverstone: Wie ein Flug im Tornado

Die ersten Eindrücke sind positiv: Der neue Arena-Kurs gefällt den Protagonisten der Formel 1 und auch Prinz Andrew ist begeistert

Ein weiteres Etappenziel ist erreicht: Am Donnerstag wurde die umgebaute Rennstrecke von Silverstone offiziell eröffnet und für den weiteren Rennbetrieb freigegeben. Unter den Anwesenden war kein Geringerer als Prinz Andrew, der es sich prompt nicht nehmen ließ, selbst einige Runden auf dem Grand-Prix-Kurs zurückzulegen. Chauffiert wurde der Brite von Ex-Champion Damon Hill.

Der Formel-1-Weltmeister von 1996 ging mit dem Mitglied des britischen Königshauses auf die Strecke, um Prinz Andrew einen guten Eindruck von den zahlreichen Veränderungen am Layout der Rennbahn zu verschaffen. Letzterer war anschließend hellauf begeistert vom Arena-Kurs und seiner Fahrt: "Das war eine außergewöhnliche Erfahrung", gibt Prinz Andrew in Silverstone zu Protokoll.

"Am ehesten kann man das mit einem Flug im Tornado vergleichen, bei dem man extrem niedrig über die schottischen Highlands hinwegfegt. Das ist eine ähnliche Erfahrung, denn dabei wird man hinten nur so in seinem Sitz umhergeworfen, während jemand anders das Gefährt steuert", so der 50-Jährige, dessen Vergleich nicht von ungefähr kommt: Silverstone hat nun kräftig an Tempo zugelegt.

Ist Silverstone nun schneller als Monza?

Durch die neuen Abschnitte könnte der britische Kurs sogar Vollgas-Mekka Monza den Rang ablaufen, doch Streckenchef Richard Phillips will sich diesbezüglich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen: "Solange wir noch kein Rennen abgehalten haben, werden wir es nicht sicher wissen", wird Phillips von 'Autosport' zitiert. "Simulationen sind schließlich eine Sache, die Realität eine andere."

Unabhängig davon ist der Brite sehr zufrieden mit seinem Rennprojekt, das bereits den Segen der FIA erhalten hat. "Charlie Whiting war am Mittwoch bei uns zu Besuch. Wir sind gemeinsam um den Kurs gegangen und haben nun unsere A-Lizenz für die kommenden drei Jahre in der Tasche", berichtet Phillips und gesteht: "Ich fühle mich nun fast etwas müde vor Erleichterung", so der Streckenchef.

"Wir haben es bis zu diesem Punkt geschafft und die Strecke sieht herrlich aus. Noch muss das Gras wachsen und hier und da gibt es noch etwas zu tun, doch bislang wurde alles sehr gut angenommen. Wir sind daher überaus glücklich", meint Phillips. Nicht zuletzt deswegen, weil die anwesenden Experten dem neuen Layout von Silverstone durch die Bank ein sehr gutes Zeugnis ausstellten.

Coulthards Urteil: "Typisch Silverstone"

DTM-Pilot David Coulthard ließ es sich im Rahmen der Eröffnungszeremonie nicht nehmen, mit einem Formel-1-Rennwagen um den Kurs zu rasen und fand anschließend nur lobende Worte: "Es ist typisch Silverstone", so der schottische Rennfahrer. "Näher kommst du im britischen Motorsport eben nicht an die Atmosphäre eines Amphitheaters heran, wie sie sonst nur in Brands Hatch geboten wird."

"Silverstone ist der richtige Ort für den britischen Grand Prix", findet Coulthard, merkt aber an: "Als ich jünger war, habe ich es geliebt, in Donington Rennen zu fahren. Ich denke, wir haben uns einfach daran gewöhnt, im Juli hierher zu kommen und eine große Party zu feiern." Und auch sportlich ist laut Coulthard einiges geboten, denn der Arena-Komplex sei durchaus für spannende Manöver gut.

"Dadurch könnten wir nun noch einmal einen Tick besseren Rennsport erleben. Das ist aber immer schwierig zu sagen, solange du nicht mit Vollgas auf der Ideallinie unterwegs gewesen bist", so Coulthard im Anschluss an seine Rundfahrt. "In der Kurve nach Club, beim Abbey-Knick und ausgangs Aintree könnten den Fahrern vielleicht Fehler unterlaufen", vermutet der 39-Jährige.

Webber: Kontinuität und Neuerungen

"Dadurch könnten sich Konkurrenten in den Windschatten setzen. Ansonsten ist das Layout ja gleich geblieben. Es gab zwar einige kleinere Veränderungen, aber nichts Dramatisches. Copse ist noch immer eine mächtige Kurve und eine passende erste Ecke, die man absolut am Limit nimmt", fasst "DC" seine Eindrücke zusammen. Mark Webber stimmt zu: "Der erste Sektor der Runde ist brillant."

"Das hat man gewusst und daher wurde dort auch nichts verändert", sagt der Red-Bull-Fahrer. "Der neue Sektor beginnt mit einer schnellen Kurve und hat eine langsame, technische Passage, die etwas wellenförmig angelegt ist. Das sollte prima sein. Das Gute ist, dass alle tollen Abschnitte beibehalten wurden. Bridge war freilich auch eine schöne Ecke, aber alles kann man halt nicht haben."

"Ich bin jedenfalls hin und weg, dass es uns gelungen ist, den britischen Grand Prix zu behalten. Es gab zwar ein bisschen Armdrücken mit Bernie, aber wir sollten stolz darauf sein, die Formel 1 und die MotoGP am selben Ort zu haben", so Webber. "Dieser Kurs kann nun alle Arten des Motorsport beherbergen - und die 'Königsklassen' im Automobil- und Bikebereich. Das bedeutet Stabilität."

Fotoquelle: xpb.cc


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