Martin Brundle will ebenso wie die Fans zahlreiche Überholmanöver sehen

Formel 1 2010

— 01.05.2010

Brundle: "Silverstone-Arena fördert keine Überholmanöver"

Ex-Formel-1-Pilot Martin Brundle wägt die Vor- und Nachteile der neuen Silverstone-Arena ab - Guter Kompromiss zwischen Motorrad und Formel 1

Martin Brundle hat das neue Silverstone-Layout mit dem Arena-Komplex genau unter die Lupe genommen. Der ehemalige Formel-1-Pilot glaubt aber nicht, dass dadurch Überholen begünstigt wird, denn die Strecke verfügt nun über zu wenige Bremszonen. Trotzdem stellt der 50-Jährige den Streckenbauern ein generell gutes Zeugnis aus.

"Ich glaube nicht, dass die Umbauten das Überholen erleichtern", wird Brundle von 'Crash.net' zitiert. "Es gibt eigentlich kaum richtige Bremszonen mehr. In nationalen Rennserien wird die Action aber besser. Das ist gut für die Fans." Die Schwierigkeit vor der Silverstone stand war, eine Strecke zu bauen, die für die Formel 1 und die MotoGP gleichermaßen gut geeignet ist. Dabei stand nicht nur die Rennaction, sondern auch die Sicherheit auf der Liste.

"Ich glaube nicht, dass Motorradfahrer es mögen, wenn sie über asphaltierte Auslaufzonen rutschen. Es reißt Löcher in die Lederanzüge! Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie es mögen, in Kiesbetten herumzukullern, obwohl sie das bevorzugen. Ich denke die Arena-Passage wird für Motorradfahrer und Formelpiloten funktionieren.

Der neue Komplex führt die Piste durch einen Teil des Innenraums der bisherigen Strecke. Hier sieht Brundle einen Vorteil: "Es bringt die Formel-1-Boliden richtig in das Zentrum von Silverstone. Bisher ist man eigentlich praktisch um die ganze Anlage herumgefahren, jetzt biegt man ins Herz ab. Das finde ich sehr gut."

"Die Kurven Copse, Becketts, Stowe und Vale sind alle gleich geblieben. Nur die Club-Ecke wurde etwas enger gemacht und neu asphaltiert, aber ich denke sie wird trotzdem voll gefahren werden", beschreibt Brundle die Veränderungen der Strecke. "Aber danach ist alles neu. Die Abbey-Schikane ist verschwunden und es gibt stattdessen eine lange Rechtskurve. Laut den Daten, die ich von einem Formel-1-Team bekommen habe, kann man gerade noch Vollgas fahren. Aber es wird schwer, es immer zu schaffen, ähnlich wie in der Copse-Kurve. Anschließend folgt eine Vollgas Linkskurve und dann zwei sehr enge Ecken. Dann kommt eine langgezogene Links, in der man das Auto am Ende hart abbremsen muss."

Zur Eröffnung der neuen Passage kam viele Prominente aus Rennsport und vom britischem Adel. So wurde der Herzog von York in einem Formel-1-Zweisitzer von Damon Hill um den Kurs chauffiert. Prinz Andrew wohnte der Veranstaltung ebenso bei. "Das war ein wichtiger Tag für Silverstone", findet Brundle. "Es ist sehr teuer und schwer einen Ort wie diesen zu ändern, also war es großartig zu sehen, wie es im Endeffekt aussieht."

Begeisterung um britische Champions

Die Begeisterung der Fans wird am 11. Juli während des Grand Prix ungeahnte Höhen erreichen. Mit Lewis Hamilton und Jenson Button stellt die Insel die letzten beiden Weltmeister. Button führt nach vier Rennen die WM an. Zur Möglichkeit eines Heimtriumphes wagt Brundle aber keine Prognose. "Ich würde sagen es gibt eine gute Chance. Nur ein Esel würde die beiden abschreiben."

"Jenson und Lewis sind in bestechender Form und sie haben ein Auto zur Verfügung, dass stetig nach vorne kommt. Bei den Buchmachern würde man derzeit wohl keine guten Quoten bekommen", kennt sich Brundle aus. Auch auf die WM-Chancen seiner Landsleute will sich der ehemalige Teamkollege von Michael Schumacher nicht festlegen: "Bis zum Titel ist es noch ein weiter Weg. Felipe Massa hat geführt, jetzt ist es Jenson. Es ist noch zu früh, um sich bereits jetzt um die Weltmeisterschaft Gedanken zu machen."

Fotoquelle: xpb.cc


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