James Key hat große Pläne für Sauber: Der Aufschwung soll schon bald kommen

Formel 1 2010

— 03.05.2010

Key: "Das Potenzial ist enorm"

Technikchef James Key will das Sauber-Team langfristig wieder weiter nach vorne bringen, sieht aber auch kurzfristig einiges an Potenzial

Auf James Key wartet einiges an Arbeit: Der neue Technische Direktor des BMW Sauber F1 Teams trat beim Groen Preis von China die Nachfolge von Willy Rampf an und konnte sich in Schanghai ein erster Bild von der Lage des Rennstalls machen. Dass der neue Rennwagen nicht der erhoffte groe Wurf ist, sieht Key als Herausforderung - das Hauptaugenmerk des Briten gilt aber nicht zuletzt auch der neuen Saison 2011. Im Interview spricht Technikchef Key ber den Fahrplan fr Sauber.

Frage: "Wie ist Ihr erster Eindruck vom Team?"
James Key: "Mein erster Eindruck ist sehr gut. Wir haben hier eine Gruppe hervorragender Leute, Kompetenz und Wissen sind auf einem sehr hohen Niveau. Und, das ist bekannt, die Fabrik mit ihren Anlagen ist auf dem neuesten Stand der Technik. Das Potenzial ist enorm."

"Hier ist alles, was man braucht, um die zuknftige Entwicklung des Teams sicherzustellen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine Menge zu tun. Das Team hat sich noch nicht von der langen Phase der Unsicherheit im zweiten Halbjahr 2009 erholt. Um die nun geringere Teamgre besser zu nutzen, mssen wir einige Bereiche anders angehen."

Die ersten Eindrcke sind durchaus positiv

Frage: "Worauf lag Ihr Hauptaugenmerk in Ihrem ersten Monat mit dem Team?"
Key: "Erstmal war es fr mich das Wichtigste, mit so vielen Leuten wie mglich aus der Technik zu sprechen. Ich wollte verstehen, wie sie sich beurteilen, wie sie in ihren Abteilungen arbeiten und wie sie mit anderen Bereichen zusammenpassen."

"Es ist meine feste berzeugung, dass man gerade in einem kleinen Team genau begreifen muss, wie es tickt und sich zusammenfgt. Ich habe die Leute gefragt, wo wir ihrer Meinung nach gerade hinsteuern und was sie fr die Strken und Schwchen ihrer Abteilungen halten. Alles zusammen hat fr mich ein Bild des Teams ergeben."

"Der nchste Schritt war, festzustellen, wo wir mit dem 2010er-Auto stehen. Das Wochenende in China war sehr hilfreich, weil ich das Auto im Fahrbetrieb sehen und mit den Fahrern und Teammitgliedern ber Details sprechen konnte. Aus all diesen Informationen forme ich einen Plan, wie es in Zukunft weitergehen soll."

"Dabei geht es im Wesentlichen darum, bekannte Schwchen auszumerzen und Bereiche zu untersuchen, die wir noch nicht richtig verstanden haben. Das Gute ist, dass sich das Team ber einige Defizite des Autos im Klaren ist. Darin konnte ich die Leute bestrken und auerdem noch andere Richtungen und Ideen einbringen."

Frage: "Was wollen Sie kurzfristig verndern?"
Key: "Kurzfristig wird es eine mavolle Umstrukturierung in der Technikgruppe geben, die ich bereits angestoen habe. Damit sollte das Team als jetzt kleinere Organisation besser aufgestellt sein und vor allem effizienter arbeiten knnen. Auerdem entwickeln wir einen Plan, wie wir in diesem Jahr die erkannten Problemfelder angehen wollen, um spter in der Saison noch vernnftige Schritte nach vorn zu machen."

Key will das Sauber-Team effizienter machen

Frage: "Wie sehen Ihre langfristigen Plne aus?"
Key: "Langfristig gibt es viele Dinge zu tun. Eine Aufgabe ist, das Unternehmen fr zuknftige Ziele und auf unser Budget zu trimmen, wobei auch Reglementnderungen Bercksichtigung finden. Ein Teil der Restrukturierung, die ich umsetzen werde, ist darauf ausgelegt, dass innerhalb des Technikbereichs mehr Potenzial fr langfristige Projekte zur Verfgung stehen."

"Dazu gehrt, sich frhzeitig mit zu erwartenden Reglementnderungen auseinanderzusetzen und mit dem Fahrzeug fr die kommende Saison viel frher zu beginnen, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Ich erwarte beispielsweise, dass wir mit dem Designprozess des Autos fr 2012 noch vor Ende dieses Jahres anfangen."

Frage: "Ist es realistisch, es 2010 noch weiter nach vorn im Feld zu schaffen?"
Key: "Ich glaube, das ist es. Denn wir wissen jetzt, was wir mit dem gegenwrtigen Auto machen mssen. Dennoch sind in einzelnen Bereichen keine schnellen Lsungen mglich. Wir mssen bestehende Charakteristiken des Autos in neue Charakteristiken verwandeln, und das braucht Zeit."

"Wir werden so schnell wie mglich arbeiten, um das zu drehen. Die Ziele sind gesetzt, und sie sind ambitioniert. Es ist sicherlich mglich, weiter nach vorn zu kommen, aber die Konkurrenz ist heftig. Wir mssen alles tun, um schneller zu entwickeln als die anderen."

Das neue Rennjahr beginnt schon 2010

Frage: "Wann beginnt die Arbeit am Auto fr 2011?"
Key: "Die Arbeit am nchstjhrigen Auto hat bereits begonnen. Wir bewerten verschiedene Auslegungen und haben eine lange Liste mit Ideen und Aspekten, die wir uns anschauen wollen. Mit Blick auf die Auswirkungen der bereits bekannten Reglementnderungen fr 2011 hat das Team in verschiedenen Bereichen schon Basisarbeit geleistet."

"Zustzlich haben wir Ideen, was wir im Vergleich zum diesjhrigen Auto besser machen sollten. Dieser Prozess luft. Ich habe einen Plan im Kopf, wie wir die Arbeit am diesjhrigen und am nchstjhrigen Auto so ausbalancieren mssen, damit es in die Teamstruktur passt. Wir sollten in den kommenden Wochen weiter in Schwung kommen."

"Einiges hngt aber noch von Reglementfragen und der Reifensituation, die wir im Auge behalten mssen. Wir haben uns ziemlich offensive Ziele fr die Entwicklung des Autos gesetzt, um sicher keine Deadline zu verpassen und uns gleichzeitig Mglichkeiten offen zu halten, uns in diesem frhen Stadium der Entwicklung mglichst intensiv mit der Grundauslegung des Fahrzeugs auseinander zu setzen."

Fotoquelle: Sauber


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