Christian Danner glaubt, dass es Michael Schumacher weiterhin schwer haben wird

Formel 1 2010

— 05.05.2010

Experten erwarten keine Verschiebungen

Christian Danner und Alexander Wurz glauben nicht daran, dass Michael Schumacher in Barcelona deutlich besser abschneiden wird als bisher

Michael Schumacher hofft in Barcelona auf ein im Vergleich zu den Überseerennen stark verändertes Kräfteverhältnis, aber trotz vieler technischer Neuerungen bei fast allen Teams gehen Experten nicht davon aus, dass es zu einem Erdbeben kommen wird. "Die Karten werden nicht neu gemischt, es wird höchstens eine Karte abgehoben", wird beispielsweise Alexander Wurz von der 'APA' zitiert.

Auch Christian Danner geht davon aus, dass mehr oder weniger alles beim Alten bleiben wird: "Ich glaube, dass wir in Barcelona eine ganz eigenartige Situation haben werden, nämlich die, dass alle Teams ungefähr den gleichen Schritt nach vorne gemacht haben. Das heißt, dass Mercedes vielleicht ein Zehntel besser sein wird, aber nicht viel mehr", gibt der ehemalige Grand-Prix-Pilot im Interview mit 'RTL' zu Protokoll.

"In der Theorie hat man das Auto jetzt dahingehend verbessert, dass es Michaels Fahrstil besser passen sollte. In der Praxis wissen wir das aber nicht", schränkt Danner ein. "Und ob es nicht vielleicht doch die Reifen sind, die ihm das Hauptproblem bereiten, wissen wir erst nach dem Rennen in Barcelona. Und ein Mercedes, der um zwei, drei Zehntel schneller fährt, ist auch für Nico Rosberg ein Auto, das zwei, drei Zehntel schneller fährt."

Genau das sei Schumachers Problem: "In der Vergangenheit hatte er immer das Privileg, dass man alles für ihn entwickelt hat. Er hat seine Reifen bekommen, er hat sein Fahrverhalten bekommen, was er haben wollte, und damit fuhr er mit seinem Stiefel dann auch schneller als der arme Teamkollege. Deswegen ist Michael jetzt in der Realität angekommen. Er muss mit dem, was er hat, zurechtkommen."

Das soll die Leistung von Rosberg aber nicht abwerten: "Der große Vorteil von Nico ist, dass er seinen Fahrstil auf alles adaptieren kann, was das Fahrzeug macht, und er auch mit unglaublichem Fleiß und sehr, sehr viel Intelligenz herangeht", beobachtet Danner. "Deswegen hat er die Nase vorne, deswegen konnte er aus dem, was zur Verfügung steht, mehr herausholen, als vielleicht der ein oder andere dazu in der Lage ist."

Wurz stellt außerdem fest: "Nico hat im Zeittraining seit zwei Jahren keinen einzigen Fehler gemacht. So einen starken Fahrer habe ich im Kampf gegen die Uhr noch nie gesehen. Und Zeittrainings sind in der modernen Formel 1 bereits drei Viertel der Miete." Der 36-Jährige weiß genau, wovon er spricht, denn 2007 hat er als routinierter Teamkollege des jungen Deutschen bei Williams 15 von 16 Qualifyingduellen verloren.

Generell glaubt Wurz übrigens nicht, dass Barcelona eine Revolution hervorbringen wird, weil eben kein Team stillsteht. Daher rechnet er auch damit, dass Red Bull weiterhin den Ton angeben kann - auf der aerodynamisch anspruchsvollen Strecke vielleicht sogar mehr denn je: "Die letzten Rennen kann man für die Analyse nicht hernehmen. Wenn es normal zugeht, ist Red Bull nicht nur im Zeittraining, sondern auch im Rennen am schnellsten."

Fotoquelle: xpb.cc


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