Sebastian Vettel freut sich auf den bevorstehenden Beginn der Europasaison

Formel 1 2010

— 06.05.2010

Vettel: "Das Auto wird einen Schritt machen"

Sebastian Vettel im Interview über das Pech in den ersten vier Saisonrennen und die Neuerungen, die ihn für Barcelona optimistisch stimmen

Frage: "Sebastian, die ersten vier Rennen sind für dich mit unterschiedlichem Erfolg verlaufen. Hadert man ein bisschen mit dem Schicksal, wenn man weiß, dass viel mehr drin gewesen wäre?"
Sebastian Vettel: "Es hätte besser laufen können und sollen, aber es war halt nicht so. Die wichtigste Erkenntnis nach den ersten vier Rennen ist, dass unser Auto absolut konkurrenzfähig ist. Wir waren zu jeder Zeit dazu in der Lage, ganz vorne reinzufahren."

"Die Umstände waren vielleicht nicht immer am besten, gerade am Sonntag, denn am Samstag hat es meistens sehr gut ausgesehen. Aber es geht weiter. Die Punkte, die wir mitgenommen haben, waren sehr wichtig. Natürlich kann man jetzt sagen, es hätte mehr sein sollen, aber dem war nicht so. Der Blick ist nach vorne gerichtet, wir schauen auf die nächsten Rennen - damit dann auch am Sonntag das Ergebnis stimmt."

Frage: "Ihr hattet jetzt drei Wochen Zeit, um eure Fehler zu analysieren, denn es waren ja unterschiedliche Dinge, die schiefgegangen sind: einmal eine Zündkerze, dann ein Radträger, schlechte Strategie beim Regenrennen..."
Vettel: "Schlechte Strategie glaube ich nicht unbedingt. Bei einem Rennen wie in Schanghai kann viel in die Hose gehen. Wichtig ist, dass man den Überblick behält."

Keine Verbitterung nach Schanghai

"Im Nachhinein kann man sich natürlich immer streiten, weil man dies und jenes besser hätte machen können, aber wenn es so viel regnet, dann wieder nicht, dann kommt wieder Regen und dann doch nicht, dann setzt der erwartete Regen nicht so ein, wie man sich das vorgestellt hat - da herrscht ziemliches Chaos. Ich glaube, der sechste Platz war da noch ganz gut. Unser Speed war nicht immer da, deswegen war es wichtig, noch ein bisschen was zu retten."

"Unsere Zuverlässigkeit wurde oft kritisiert. Ich glaube, das ist nicht ganz gerechtfertigt. Klar, wenn man an zwei Sonntagen hintereinander ein Problem hat, sind die Schlagzeilen klar, aber die Probleme waren erstens sehr unterschiedlich und zweitens hatten wir davor noch nie Probleme. Auch wir waren überrascht, aber sonst halte ich unser Auto für zuverlässig. Schnell ist es sowieso."

Frage: "Wie sieht denn die Fehleranalyse bei Red Bull - unabhängig von der Aschewolke - aus? Wird da alles zerlegt und geputzt? Sitzt man stundenlang beisammen? Wie muss man sich das als Außenstehender vorstellen?"
Vettel: "Erstmal war es eine Kunst, wieder zurückzukommen, aber es ging dann doch relativ schnell und spätestens Mitte bis Ende der Woche waren alle wieder da - auch der größte Teil des Teams."

"Man setzt sich zusammen hin. Ich war vergangene Woche zwei Tage beim Team in England. Da geht man alles durch. Ansonsten geht man die Schwächen durch, was die Baustellen sind, die man noch aussortieren muss, was man noch besser machen kann. Ansonsten ist der Blick stets nach vorne gerichtet und es geht weiter. Es waren auch viele Faktoren von außen schuld daran, dass unser Ergebnis am Sonntag nicht immer ganz so rosig war."

Frage: "Adrian Newey hat in der Pause sicher viel gearbeitet. Auf welche Neuerungen darfst du dich freuen?"
Vettel: "Nicht nur Adrian hat viel gearbeitet, sondern das ganze Team. Ich war vergangene Woche dort und habe mir noch einmal alles anschauen können. Wir wissen, was wir vorhaben, wir wissen, was kommt - einige Neuerungen. Die Frage ist aber immer: Was machen die anderen? Ich denke, wir werden einen Schritt machen, aber das muss man letztendlich auf der Strecke bestätigen. Zahlen, die sich gut anhören, sind zwar etwas Schönes, aber solange es nicht auf der Rennstrecke erprobt ist, weiß man nicht genau, wie viel es bringt."

Geheimniskrämerei um Änderungen

Frage: "Welche Änderungen habt ihr denn? Äußerlich sieht man bei einem Rennauto ja selten was..."
Vettel: "Da darf ich nicht zu viel verraten. Von der Form her wird das Auto in etwa so bleiben, aber es gibt einige Verbesserungen rund ums Auto herum."

Frage: "Bekommt ihr den Luftschacht, von dem vor allem McLaren sehr profitiert, was den Topspeed auf den Geraden angeht?"
Vettel: "Den gibt es bei uns noch nicht - nicht für Barcelona. Wir sind da aber dran, denn das ist ein Hilfsmittel, das einem einen Vorteil verschaffen kann. Mehr kann ich noch nicht sagen."

Frage: "Ist es ein Vorteil, jetzt schon alle Strecken zu kennen? In Barcelona bist du ja doch schon einige Rennen gefahren..."
Vettel: "Ja, aber das ist generell nicht das Problem. Auch die Überseestrecken kenne ich mittlerweile gut. Am Ende des Jahres kommt noch die eine oder andere neue Strecke auf uns zu, Südkorea zum Beispiel, aber das ist für alle gleich."

"Barcelona ist uns von den Wintertestfahrten allen bekannt, aber meistens ist es so, dass im Mai alles anders ist, weil die Temperaturen anders sind. Das Fahrverhalten ist meistens doch anders, weil die Reifen ganz anders arbeiten, und damit sind auch die Zeiten meistens ganz anders. Man kann es von der Tendenz schon vergleichen, aber es ist doch noch mal einen ganzen Schritt anders. Die Autos haben seit den Wintertestfahrten bis zum fünften Rennen auch einen großen Schritt gemacht - nicht nur unseres, sondern auch die anderen. Es bleibt also abzuwarten."

Frage: "Fühlst du dich in der Rolle des Jägers wohler als in der Rolle des Gejagten?"
Vettel: "In der des Gejagten war ich ja noch nie! Ich gebe einfach Vollgas. Der Blick ist nach vorne gerichtet. Wir haben sehr viel Selbstvertrauen und unser Auto wird einen Schritt machen. Schauen wir mal, was die anderen Teams machen, aber wird schon schiefgehen!"

Fotoquelle: pacepix.com


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