Mark Webber hofft, dass er in Barcelona Boden in der WM gutmachen kann

Formel 1 2010

— 06.05.2010

Profitiert Vettel von Webbers Setup?

Mark Webbers Erfahrung hilft Sebastian Vettel, der Red-Bull-Australier macht seinem Teamkollegen deswegen aber keinerlei Vorwurf

1:3 im Qualifying-, 0:1 im Sieges- und 28:45 im Punkteduell - der Trend von Ende 2009, dass Mark Webber teamintern gegen Sebastian Vettel mehr und mehr ins Hintertreffen gerät, scheint sich fortzusetzen. Dabei war der Speed des Red-Bull-Routiniers bisher gar nicht schlecht, aber just im entscheidenden Moment hatte er meistens das Nachsehen.

So kam zuletzt die Theorie auf, dass der verhältnismäßig noch weniger erfahrene Vettel nach dem dritten Freien Training, das zuletzt dreimal en suite von Webber beherrscht wurde, Teile des Setups seines routinierteren Teamkollegen übernehmen könnte, was den plötzlichen Leistungsumschwung erklären würde. "Kann sein", meint Webber, von einem Journalisten auf diese Theorie angesprochen. "Es kommt vor, dass er Teile meiner Arbeit übernimmt."

Kein Vorwurf an Vettel

Aber: "Ich übernehme auch manchmal Teile von seiner Arbeit", relativiert er. "Das war im Vorjahr so und dieses Jahr auch manchmal. Die Ingenieure und die Fahrer arbeiten bei uns sehr gut zusammen, was auch sehr wichtig ist, weil nicht getestet werden darf. Also schaut man sich die Philosophie des anderen Autos an und bewertet, wie es damit läuft. Seb und ich haben nicht den gleichen Fahrstil, aber wir fahren doch sehr ähnlich. Das hilft dem Team."

"Ich glaube, dass ich in den vergangenen drei dritten Freien Trainings immer Schnellster war", erkennt Webber richtig. Doch der Australier weiß: Entscheidend ist nicht das Freie Training, sondern das Qualifying, und da wiederum nicht die erste und zweite, sondern die letzte Session. In der scheint Vettel, der dieses Jahr schon dreimal auf Pole-Position gefahren ist, Nerven aus Stahl zu besitzen. Diesen Vorteil kann er dann bei normalem Rennverlauf auch am Sonntag ausspielen.

Das Freie Training am Samstagmorgen sei zwar "eine gute Vorbereitung auf das Qualifying", weiß Webber, "aber letztendlich geht es nur um Q3. Das Qualifying ist auch für die Fahrer eine Herausforderung, weil sich die Bedingungen verändern. Eine Bestzeit in Q2 ist nett, aber am wichtigsten ist natürlich Q3. Es war an den Samstagen meist sehr knapp und mit der Ausnahme von Bahrain haben uns die anderen Teams immer einen guten Kampf geliefert."

Das ist nicht selbstverständlich, denn alle Experten sind sich einig, dass Red Bull im Moment besonders auf eine gezeitete Runde das mit Abstand schnellste Auto hat. Siehst du das genauso, Mark? "Wir sind optimistisch", weicht er aus. "Wir hatten viele starke Wochenenden, aber die Ergebnisse haben nicht immer gestimmt. Schanghai war ein schwieriger Grand Prix für uns, genau wie Melbourne, aber wir werden es wieder versuchen."

Bessere Chancen im Trockenen

"Wenn es trocken bleibt, haben wir eine sehr gute Chance auf ein sehr gutes Ergebnis", sagt er vor Barcelona und fügt an: "Von den Punkten her ist noch alles offen. Wir haben enorm viel in dieses Auto investiert, aber wir haben noch nicht die erwarteten Ergebnisse erzielt. Wir hatten ein paar Rennen dabei, in denen es einfach nicht für uns gelaufen ist, aber wir werden deswegen nicht jammern. Für einige ist es super gelaufen, für andere weniger. Wir gehören zur letzteren Gruppe."

Und Red Bull gehört auch zur Riege jener Teams, die vor Barcelona den Rückspiegel wegen einer Regelpräzisierung nach innen an die Cockpitwand versetzen mussten. Laut Vettel könnte das einen "signifikanten" Leistungsrückgang bewirken, aber Webber sieht das komplett anders, erwartet keinerlei Veränderung, sondern freut sich nur über die bessere Sicht: "Das wird es deutlich besser machen", lobt er die FIA-Entscheidung.

Was Red Bull noch nicht hat, ist ein F-Schacht-System, "und ich glaube auch nicht, dass wir das so bald bekommen werden", gesteht er. "Wir sind nicht arrogant genug, um zu sagen, dass wir es nicht brauchen, aber es ist nicht ganz so einfach, also muss man so ein Thema erst untersuchen. Seit wir das System erstmals am McLaren gesehen haben, wurde viel geredet, aber es einzusetzen, ist noch mal ein anderes Paar Schuhe. Ich hoffe, dass wir es früher oder später auch bekommen."

Fotoquelle: Red Bull


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