Dominante Vorstellung: Sebastian Vettel erzielte zum Auftakt die Bestzeit

Formel 1 2010

— 07.05.2010

Freitag in Barcelona: Wer soll Red Bull schlagen?

Red Bull dominiert in Barcelona: Bestzeit für Sebastian Vettel vor Mark Webber, Michael Schumacher als erster Verfolger mit 0,8 Sekunden Rückstand

Dass der aerodynamisch anspruchsvolle Circuit de Catalunya bei Barcelona für den aerodynamisch starken Red Bull ein gefundenes Fressen sein würde, war Insidern schon vor diesem Wochenende klar. Heute bestätigte sich besonders im zweiten Freien Training auf trockener Fahrbahn der Eindruck, dass das Auto von Adrian Newey beim Grand Prix von Spanien nur ganz schwer zu schlagen sein wird.

Zunächst gab Mark Webber den Ton an, doch dann zückte auch Sebastian Vettel die weicheren Bridgestone-Reifen - und prompt setzte der Deutsche in 1:19.965 Minuten die Tagesbestzeit. Vettel war damit um zwei Zehntelsekunden schneller als sein Teamkollege und sogar um eine halbe Sekunde schneller als die Bestzeit bei den Wintertestfahrten, damals aufgestellt von Lewis Hamilton im McLaren. Der wurde heute nur Fünfter.

Aerodynamik ist der Schlüssel

Dass die Aerodynamik in Barcelona der Schlüssel zum Erfolg ist, beweisen die Sektorenzeiten, denn Vettel holte den meisten Boden in der schnellen Renault-Kurve zu Beginn der Runde und im kurvenreichen zweiten Abschnitt heraus. Rein von den Topspeeds her gaben nämlich wieder die McLaren-Piloten den Ton an, die je 309 km/h schafften. Ferrari hatte am Morgen noch 310 km/h erreicht, die Flügel in der Folge aber wohl etwas steiler eingestellt.

Erster Verfolger des Red-Bull-Duos war jedoch kein McLaren- und auch kein Ferrari-Pilot, sondern Michael Schumacher! Der Comeback-Superstar büßte mit seinem runderneuerten Mercedes zwar 0,792 Sekunden auf Landsmann Vettel ein, war aber um eine halbe Sekunde schneller als sein Stallgefährte Nico Rosberg (7.), den er heute den ganzen Tag im Griff hatte. Möglicherweise liegen die Modifikationen des MGP W01 Schumacher besser als Rosberg.

Fernando Alonso (Ferrari) wurde Vierter, konnte aber das Potenzial seiner neuen Reifen nicht optimal ausschöpfen, weil er sich in der ersten fliegenden Runde mit den weicheren Pneus einen Fahrfehler leistete. Auf den weiteren Positionen folgten Hamilton, Robert Kubica (Renault), Rosberg und Felipe Massa (Ferrari). WM-Leader Jenson Button hatte als Neunter schon recht stattliche 1,399 Sekunden Rückstand auf Vettel.

Unfall von Hülkenberg

Top in Form präsentierte sich Adrian Sutil (Force India), der Zehnter wurde, obwohl er heute Vormittag nicht fahren durfte, weil zum Auftakt Freitagsfahrer Paul di Resta zum Einsatz gekommen war. Trotzdem war Sutil um vier Zehntelsekunden schneller als Vitantonio Liuzzi (12.). Glück hatte der Deutsche allerdings gleich zu Beginn, als ihm ausgangs der Elf-Kurve das Heck ausbrach und er einen Einschlag in die Reifenstapel gerade noch verhindern konnte.

Weniger Glück hatte Nico Hülkenberg, der nach 20 Minuten in der schnellen Campsa-Rechtskurve nach außen getragen wurde und die Kontrolle über seinen Williams verlor. Der Abflug sah im TV aber schlimmer aus, als er wirklich war: "Mir geht es gut, alles klar", so Hülkenberg, der bei dem Crash die Frontpartie beschädigte. "Es ist aber verlorene Zeit und somit nicht ideal. Ich bin auf dem Curb ein bisschen zu weit rausgerutscht und habe das Auto verloren." Die Unterbrechung dauerte 14 Minuten.

Ex-Formel-1-Teamchef Eddie Jordan rügte den Youngster im britischen Fernsehen: "Ich verstehe nicht, was er sich dabei gedacht hat! Warum kann er da nicht vom Gas gehen? Kapiert er nicht, dass er ans Team und an die Sponsoren denken muss? Das war einfach dumm - so etwas macht mich wütend", kritisierte er Hülkenberg. "Okay, er ist vielleicht sauer, weil er von Williams nicht alle Upgrades bekommen hat, aber er muss kühlen Kopf bewahren."

Leichter Aufwärtstrend bei Sauber

Hülkenbergs Teamkollege Rubens Barrichello (15.) fiel nur einmal auf, als er Hamilton partout nicht überholen lassen wollte. Dafür lief es bei Sauber besser als bei Williams, denn Pedro de la Rosa überwand die Getriebeprobleme vom Vormittag und landete mit 1,707 Sekunden Rückstand auf dem guten elften Platz. Auch Kamui Kobayashi fehlten auf Rang 13. noch weniger als zwei Sekunden auf die absolute Spitze.

Jaime Alguersuari (17.) musste seinen Toro-Rosso-Boliden ein paar Minuten vor Schluss mit Verdacht auf Getriebeschaden abstellen, während Timo Glock (Virgin) trotz neuer Entwicklungsteile nie richtig in den Rhythmus fand. Schnellster Vertreter der neuen Teams war nach 180 Minuten in Barcelona Jarno Trulli (Lotus) mit 4,244 Sekunden Rückstand. Interessant: Bei HRT war Karun Chandhok knapp schneller als Bruno Senna, obwohl er heute Morgen nicht zum Einsatz gekommen war.

Für detaillierte Rückschlüsse ist es nach einem Trainingstag wie immer zu früh, schon jetzt ist aber klar, dass Red Bull in Barcelona nur sehr schwer zu schlagen sein wird - auch wenn Vettel und Webber "weniger dominant als beim Wintertest" wirken, wie Nick Heidfeld findet. Generell vermutet der Mercedes-Testfahrer, dass alles beim Alten bleiben wird: "Ich glaube nicht, dass wir hier allzu große Verschiebungen erleben werden."

Fotoquelle: xpb.cc


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