Red Bull ist am Nachmittag unter normalen Umständen nicht zu schlagen

Formel 1 2010

— 08.05.2010

Drittes Training: Red Bull dominiert weiter

Mark Webber war am Samstagmorgen der schnellste Mann, Sebastian Vettel fuhr Bestzeit - McLaren und Michael Schumacher mit großem Rückstand

Nach dem Qualifying haben wir gestern die Frage gestellt, wer Red Bull in Barcelona schlagen soll. Nach dem dritten Freien Training scheint die Antwort klar zu sein: Niemand! Denn Sebastian Vettel und Mark Webber dominierten auch die abschließende Session vor dem Qualifying zum Grand Prix von Spanien in beeindruckender Manier.

Bei trockenen und etwas wärmeren Bedingungen als gestern erzielte Vettel eine Bestzeit von 1:20.528 Minuten und nahm Webber 0,704 Sekunden ab. Allerdings täuscht der Abstand, denn der Australier konnte wegen gelber Flaggen im Mittelsektor sein Potenzial nicht ausschöpfen. Im ersten und dritten Sektor war er sogar knapp schneller als sein Teamkollege - die vierte Samstagmorgenbestzeit en suite wäre ihm also unter normalen Umständen nicht zu nehmen gewesen.

McLaren derzeit Nummer zwei

Wirklich mithalten konnte mit Red Bull niemand. Die schnellsten Verfolger waren noch die McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button, die jeweils weniger als eine Sekunde Rückstand hatten. Auffällig: Hamilton erreichte mit 312 km/h wieder den besten Topspeed, gefolgt von Felipe Massa und Fernando Alonso (je 311). Die beiden Ferrari-Stars waren heute ebenfalls mit F-Schacht unterwegs, werden das System zum Strömungsabriss am Heckflügel auch im Qualifying einsetzen.

Michael Schumacher (Mercedes) präsentierte sich genau wie gestern in guter Verfassung und nahm Nico Rosberg wieder fast eine halbe Sekunde ab. Letzterer fuhr allerdings keinen Run unter echten Qualifyingbedingungen. Schumacher drehte 14 Runden und verlor den Großteil seines Rückstands im ersten Sektor mit der langgezogenen Renault-Rechtskurve. Seine Chancen auf einen Sieg im teaminternen Stallduell waren diese Saison noch nie größer als heute.

Lokalmatador Fernando Alonso musste sich im Ferrari-Infight knapp geschlagen geben, wurde Achter, während sein Teamkollege Felipe Massa Platz sechs belegte. Zwischen McLaren, Mercedes und Ferrari scheint sich also der üblich harte Kampf abzuzeichnen, doch Red Bull dürfte an diesem Wochenende eine Klasse für sich sein. Ob auf harten oder weichen Reifen, ob mit viel oder wenig Benzin - Vettel und Webber waren bisher immer schnell.

Nach Regen: Tückische Curbs

Die 60-minütige Session auf dem 4,655 Kilometer langen Circuit de Catalunya verlief weitgehend reibungslos, musste aber nach einem Drittel der Zeit kurz unterbrochen werden. Kamui Kobayashi (Sauber/12.) und Vitaly Petrov (Renault/18.) hatten sich fast zeitgleich ins Kiesbett verabschiedet. Auslöser waren nasse Curbs - über Nacht hatte es in Barcelona geregnet. Petrov beschädigte dabei sein Auto leicht, Kobayashi grub sich nur im Kiesbett ein.

Ebenfalls vorzeitig aussteigen musste Adrian Sutil (Force India), der sein Auto sechs Minuten vor Schluss mit einem technischen Defekt abstellte. Sutil war aber erneut schnell unterwegs und wurde mit 1,849 Sekunden Rückstand Zehnter - knapp hinter Robert Kubica (Renault), der sein härtester Konkurrent um den Titel "Best of the Rest" hinter den vier Topteams zu sein scheint. Der Schweizer Sébastien Buemi (Toro Rosso) wurde Elfter.

Auf den Plätzen zwölf und 13 klassierten sich die beiden Sauber-Piloten, unmittelbar gefolgt von Nico Hülkenberg, der trotz seines gestrigen Motorschadens schneller war als Williams-Teamkollege Rubens Barrichello. Bester Vertreter der drei neuen Teams war einmal mehr - wie könnte es anders sein - Jarno Trulli: Der Lotus-Routinier setzte sich in der "zweiten Liga" der Formel 1 vor seinem Stallgefährten Heikki Kovalainen und Timo Glock (Virgin) durch.

Fotoquelle: Red Bull/Getty


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