Sebastian Vettel will die Reihenfolge bei Red Bull morgen umdrehen

Formel 1 2010

— 08.05.2010

Vettel: "Vorfreude wäre jetzt falsch"

Sebastian Vettel über sein Barcelona-Qualifying, die Red-Bull-Dominanz, die vielleicht entscheidende erste Kurve und seine bisher gemischte Saisonbilanz

Frage: "Sebastian, wie würdest du dein Qualifying zusammenfassen?"
Sebastian Vettel: "Es war schon in Ordnung. Ich war eigentlich zufrieden, speziell mit der letzten Runde. Mit dem ersten Qualifying vielleicht noch nicht ganz, aber dann hat nicht viel gefehlt, zum Ende hin nur ein Zehntel. Das hat man schnell mal verloren, aber Mark war heute einfach den Tick besser."

Frage: "Kannst du dir den Luxus leisten, über Platz zwei enttäuscht zu sein?"
Vettel: "Ich wäre lieber vorn gewesen, das ist klar. Aber es hat heute nicht ganz gereicht. Ein Zehntel kann manchmal zuviel sein, generell ist es nicht viel, aber heute war Platz eins leider nicht ganz drin. Trotzdem: Aus der ersten Reihe zu starten ist für den morgigen Tag sehr gut. Schauen wir, dass wir morgen als Erster und Zweiter ins Ziel kommen und hoffentlich dann in umgedrehter Reihenfolge."

Frage: "Wo war Mark Webber heute besser?"
Vettel: "Ein Zehntel ist nicht viel. Das hat man sehr schnell verloren. Aber es ist eben schwer, das letzte Zehntelchen noch zu finden. Und in den engen Ecken im letzten Sektor hat er mir schon das ganze Wochenende schon ein bisschen was eingeschenkt und hatte dort eigentlich bis zum Schluss einen kleinen Vorteil. Ich war zwar knapp dran, aber es hat nicht ganz gereicht."

Frage: "Ist es vielleicht auch gar nicht so schlecht, von P2 aus zu starten, nachdem du in dieser Saison schon dreimal die Pole hattest?"
Vettel: "Wenn man der Statistik dieses Jahres glaubt, dann hat noch kein Polesetter ein Rennen gewonnen. Aber trotzdem wäre ich lieber auf der Pole, die ist hier doch sehr wichtig. Aber lassen wir uns überraschen. Morgen ist der Weg zur ersten Kurve sehr lang und sehr weit. Da kann noch einiges passieren."

Frage: "Beim letzten Mal, als Mark auf der Pole-Position gestanden ist, hast du ihn dir gleich am Start geschnappt. Ist das morgen auch dein Ziel für die erste Kurve?"
Vettel: "Ja. Okay, es ist kein Geheimnis, dass er dasselbe sagen würde, wenn er von Platz zwei starten würde und ich Erster wäre. Aber das ist nicht der Fall. Er steht auf der sauberen Seite, ich muss erst einmal versuchen, gut wegzukommen und nicht Plätze an die Jungs hinter mir zu verlieren. Und dann warten wir ab. Es ist ein langes Rennen und auch ein langer Weg bis zur ersten Kurve."

Frage: "Hättest du damit gerechnet, dass ihr so stark seid?"
Vettel: "Nein. Es war eine Überraschung für die anderen, aber auch für uns. Es ist gefährlich, denn es sieht nach einem komfortablen Vorsprung aus. Doch Vorfreude wäre jetzt falsch. Wir haben ein gutes Auto und ein schnelles Auto, aber den Abstand gilt es morgen erst zu bestätigen. Für heute gibt es keine Punkte. Wir haben gesehen, wie schnell sich das am Sonntag ändern kann. Da kann das Feld auf den Kopf gestellt werden. Wir müssen morgen abwarten. Es ist ein langes Rennen und hoffentlich sind wir da ähnlich schnell wie heute."

Frage: "Euer Vorsprung ist riesig, du hattest eigentlich nicht damit gerechnet, aber bist damit falsch gelegen..."
Vettel: "Man weiß nie, was in den anderen Teams vor sich geht. Als ich gestern ihre Statements und Kommentare gelesen habe, waren sie nicht zu 100 Prozent zufrieden. Ich denke, dass wir heute einen guten Schritt nach vorn gemacht haben, was gut für uns ist. Es sieht komfortabel aus, aber wir müssen erst morgen abwarten. Das Rennen ist das Wichtigste, dort gibt es Punkte, nicht im Qualifying. Wir waren schon in den ersten vier Rennen in dieser Situation, aber der Sonntag ist der Tag, an dem man Punkte für die Meisterschaft holen kann."

Frage: "So groß war euer Vorsprung aber noch nie. Was bedeutet das für dich?"
Vettel: "Das bedeutet, dass wir vor den anderen sind. Und wenn wir unsere Pace beibehalten können, dann können wir morgen vielleicht ein solides Ergebnis holen. Mehr nicht. Ich muss nicht erzählen, dass es speziell in diesem Jahr in zwei von vier Rennen ziemlich drunter und drüber gegangen ist. Theoretisch besteht eine Chance von 50 Prozent, dass morgen alles ganz anders aussieht. Vielleicht regnet es, vielleicht nicht..."

Frage: "Was machst du anders, wenn es ähnlich herrliches Wetter gibt wie am letzten Rennsonntag in Schanghai?"
Vettel: "Dann schmiere ich mir noch ein bisschen Sonnencreme ins Gesicht... damit das Wasser besser abperlt. Ich glaube, es gibt nie eine Garantie. Es soll vielleicht morgen regnen, das steht noch nicht ganz fest. Von daher müssen wir uns überraschen lassen. Aber ich denke schon, dass es morgen trocken bleiben wird. Dann gilt es, die erste Runde zu überstehen und zu schauen, dass wir das Auto ohne größere Schäden und Probleme bis ins Ziel bekommen und ordentlich Punkte mitnehmen."

Eine Saison mit Höhen und Tiefen

Frage: "Du hattest unglaubliche Duelle mit Mark. In Australien ging es um Hundertstel, hier war es eine Zehntel. Wie sieht es vom Psychologischen her aus, wenn es am Samstagnachmittag zwischen dir und ihm um alles geht?"
Vettel: "Ich denke in dieser Phase nicht über Mark nach und ich glaube, dass er auch nicht an mich denkt. Man versucht, sich auf das zu konzentrieren, was wichtig ist: das Auto, wo man zuvor Probleme hatte, wo man seine Rundenzeit noch ein bisschen verbessern kann. Man versucht, seine Reifen optimal zu nutzen."

"Man hat also viele Dinge in seinem Kopf und am Ende versucht man auch mit der richtigen Intuition und dem richtigen Gefühl, diese eine Runde, die man hat, richtig hinzunageln. Das geht zumindest in meinem Kopf vor. Ich weiß nicht, ob das bei Mark anders ist. Ich jedenfalls versuche, in jedem einzelnen Run mein Bestes zu geben und immer mehr aus dem Auto herauszuquetschen."

Frage: "Wie fällt deine bisherige Saisonbilanz aus?"
Vettel: "Ein bisschen Auf und Ab, würde ich sagen. Samstags war es bis jetzt immer ganz gut, ich war immer unter den ersten Drei, aber sonntags haben wir uns ein bisschen schwer getan, dann auch wirklich auf das Podium zu fahren oder bei einem Rennen ins Ziel zu kommen."

Frage: "Was war bisher dein persönliches Highlight?"
Vettel: "Malaysia, das steht glaube ich außer Frage. Denn es ist immer etwas Besonderes, ein Rennen zu gewinnen, vor allem, wenn man es bei den beiden Rennen zuvor nicht ganz geschafft hat."

Fotoquelle: xpb.cc


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