Kopf an Kopf: Im Rennen fehlt McLaren nicht viel auf Pacesetter Red Bull

Formel 1 2010

— 10.05.2010

McLaren: Im Rennen fast auf Augenhöhe

Martin Whitmarsh analysiert Barcelona: Was die Ursache für Hamiltons Unfall gewesen sein könnte und warum Button hinter Schumacher zurückfiel

Im gestrigen Qualifying bekam McLaren von Red Bull noch fast eine Sekunde aufgebrummt, im heutigen Rennen in Barcelona waren Lewis Hamilton und Jenson Button aber höchst konkurrenzfähig. Zwar musste Mark Webber wohl nicht ans Limit gehen, aber die schnellste Runde ging in 1:24.357 Minuten an Hamilton. Damit war er um eine halbe Sekunde schneller als der Sieger des Grand Prix von Spanien.

Bei McLaren ist man sich dessen bewusst, dass man zwar ein schnelles Rennauto hat, begünstigt auch durch das F-Schacht-System, aber die Briten heben dennoch nicht ab und geben zu: "Mark war heute verflixt schnell und wäre sehr schwierig zu schlagen gewesen, das müssen wir zugeben. Aber Tatsache ist: Als wir an Sebastian vorbei waren, konnte uns Sebastian nicht mehr wirklich gefährlich werden", hält Teamchef Martin Whitmarsh fest.

Diskrepanz im Qualifying größer

Warum Red Bull gerade im Qualifying so überlegen ist, weiß er nicht: "Vielleicht liegt es an der Vorbereitung der Reifen auf eine Runde, vielleicht daran, dass sie ihr Auto besser für wenig Benzin abstimmen. Vielleicht bekommen sie mit der weichen Mischung und wenig Benzin leichter Temperatur in die Reifen. Wir haben uns auf die Rennpace konzentriert. Das ist schon das ganze Jahr ein Trend. Lewis ist heute die schnellste Runde gefahren, also waren wir einigermaßen an ihnen dran, auf jeden Fall näher als im Qualifying."

Der Tiefpunkt des Rennens war aus McLaren-Sicht natürlich die vorletzte Runde, als der an zweiter Stelle liegende Hamilton in der schnellen Renault-Rechtskurve abflog. "Bereits vor dem Unfall ließ der Reifendruck Rapide nach", sagt Whitmarsh. "Wir glauben nicht, dass es am Reifen selbst lag. Wir wissen, dass die Felge versagt hat. Wir müssen abwarten, bis wir alles genau analysiert haben, aber vielleicht ist irgendwie ein Stein hineingekommen. Das kennen wir ja schon."

Und zwar aus der Saison 2007, als Hamilton am Nürburgring wegen eines Problems mit dem Rad schwer verunglückte, oder auch von 2008, als Heikki Kovalainen in Barcelona crashte, weil sich ein Stein in seine Felge gebohrt hatte. Dass so etwas möglicherweise zum zweiten Mal in Barcelona passiert sein könnte, wirft Fragen auf, zumal Rubens Barrichello schon an den Trainingstagen darüber klagte, dass sein Auto durch aufgewirbelte Steine beschädigt wurde.

Button ohne Drehzahlmesser

Der zweite Fahrer, WM-Leader Jenson Button, steckte über weite Strecken hinter Michael Schumacher fest. Nach einigen Überholversuchen unmittelbar nach dem Positionsverlust gegen den Mercedes-Piloten verhielt sich Button in den letzten Runden eher ruhig. Warum? "In der Phase achteten wir schon auf das Auto, aber Jenson war ganz klar schneller", so Whitmarsh. "Er dachte, dass er vorbeikommen würde, aber Michael ist nicht leicht zu überholen, wie wir alle wissen."

"Michael hätte nie an ihm vorbeikommen sollen", fährt er fort, "aber Jensons Cockpitanzeige war kaputt. Dadurch wurde ihm beim Boxenstopp nicht die richtige Launch-Sequenz angezeigt und das wiederum bewirkte, dass die Kupplung rutschte, weil er von der Drehzahl her zu hoch war. So büßte er beim Boxenstopp wertvolle Sekunden ein, aber das war kein Fehler des Fahrers und auch kein Fehler der Boxencrew, sondern es lag ganz einfach an der fehlenden Anzeige."

Nun geht es weiter nach Monte Carlo, wo McLarens Schwäche im Qualifying ein besonders großes Handicap sein könnte, denn auf keiner anderen Strecke ist die Startaufstellung so wichtig wie im Fürstentum an der Cote d'Azur. Whitmarsh weiß das, sagt aber: "Monaco ist ganz anders als hier, das kann man nicht vergleichen. Unsere Statistik dort ist gut. Wir werden sehen. Aber es ist besorgniserregend, wenn der Gegner ein schnelles Auto hat."

Fotoquelle: xpb.cc


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