Noch steht nicht fest, auf welchen Reifen die Formel 1 ab 2011 unterwegs sein wird

Formel 1 2010

— 11.05.2010

Whitmarsh: Reifenkrieg oder Sololieferant?

Die Formel 1 sucht nach einem neuen Pneuausrüster für die Zukunft, doch noch ist keine Entscheidung gefallen - Kommt Michelin auf alle Fälle?

Die Europasaison der Formel 1 ist in vollem Gange, doch auch hinter den Kulissen sind die Verantwortlichen nicht untätig: Gemeinsam mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone arbeiten die Rennställe der Teamvereinigung (FOTA) daran, die Weichen für die Zukunft der "Königsklasse" zu stellen. Hauptthema waren in Barcelona die Reifen für die neue Rennsaison und darüber hinaus.

"Es scheint im Augenblick vier Vorschläge zu geben und vielleicht sind da noch weitere", erklärt McLaren-Teamchef und FOTA-Vorsitzender Martin Whitmarsh im Gespräch mit 'Reuters'. "Ich denke, uns rennt langsam aber sicher die Zeit davon. Wir müssen nun rasch eine Entscheidung treffen. Wir sollten versuchen, die unterschiedlichen Philosophien auszuwerten", meint der Brite.

Finden die Teams einen gemeinsamen Weg?

Laut Whitmarsh besteht in den Reihen der Teams aber Uneinigkeit darüber, welcher potentielle Lieferant den Vorzug erhalten soll: "Einige der größeren Teams wollen möglichst geringe technische Risiken eingehen, wohingegen einige der kleineren Teams bereit dazu sind, technische Risiken in Kauf zu nehmen, wenn sie dafür einen besseren kommerziellen Deal erhalten", so Whitmarsh.

Von einer Blockbildung in den Reihen der Teamvereinigung will der FOTA-Chef aber nichts wissen. "Die Rennställe gehen vernünftig und abgeklärt an diese Sache heran", gibt Whitmarsh zu Protokoll. "Wir können aber nicht leugnen, dass es Leute gibt, die ums Überleben kämpfen oder Gratisreifen möchten oder mit den Risiken leben wollen", gesteht das Oberhaupt des McLaren-Rennstalls.

"Die arrivierten Teams sind jedenfalls dazu bereit, vielleicht einen Tick mehr für ein Premiumprodukt zu bezahlen", sagt Whitmarsh - oder wird es schon bald wieder mehrere Reifenhersteller in der Formel 1 geben? Auch ein solches Szenario ist denkbar, wie Whitmarsh abschließend erläutert: In diesem Fall müsse man die Situation im Hinblick auf Testarbeit und Entwicklung kontrollieren.

Steht Michelin vor dem Formel-1-Comeback?

"Michelin will einen Wettbewerb haben und möchte daher Konkurrenz", bringt es Whitmarsh auf den Punkt. "Sie gehen bei ihrer Unterstützung der Formel 1 sehr pragmatisch vor und könnten der Rennserie kurzfristig als exklusiver Lieferant beitreten, um später weitere Reifenhersteller an Bord zu holen", hält der McLaren-Teamchef fest. Nick Fry pflichtet seinem britischen Landsmann bei.

Der Geschäftsführer des Mercedes-Rennstalls hofft ebenfalls auf eine baldige Klärung der Situation: "Ich denke, wir sollten in den kommenden zehn Tagen eine Entscheidung fällen", meint Fry. "Ermutigend ist auf jeden Fall, dass wir uns nun in einer deutlich besseren Position befinden als vor drei oder vier Wochen. Damals schien es, als ob uns nur eine Option zur Verfügung stehen würde."

"Jetzt liegen uns drei mögliche Varianten vor und meines Wissens nach werden Gespräche geführt, um Bridgestone zum Bleiben zu überreden. Aber selbst wenn sie sich dagegen entscheiden, haben wir noch immer drei Varianten", sagt Fry - Avon, Michelin und Pirelli. Und Fry ist fest davon überzeugt: "Jeder dieser drei Hersteller könnte uns mit passenden Reifen versorgen", so der 53-Jährige.

Fotoquelle: xpb.cc


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