Durch den Abflug vor dem Casino brach das Chassis von Fernando Alonso

Formel 1 2010

— 15.05.2010

Alonso nimmt sich ein Beispiel an Schumacher

Fernando Alonso möchte eine ähnliche Aufholjagd wie Michael Schumacher im Jahr 2006 starten - Crash war ein Fahrfehler: "Das Rad hat blockiert"

Wegen seines Unfalls im Freien Training konnte Fernando Alonso nicht am Qualifying zum Grand Prix von Ferrari teilnehmen. Beim Einschlag in die Leitplanken der Massenet-Kurve brach das F10-Chassis so unglücklich, dass es nicht mehr repariert werden kann. Damit war der Spanier heute Nachmittag zum Zuschauen verbannt.

"Leider gibt es die Möglichkeit nicht mehr, ein Ersatzauto zu verwenden", grummelt der Ferrari-Pilot. "Das Chassis war an der Radaufhängung zu stark beschädigt. Wir haben zwar ein Ersatzchassis hier, aber mit den diesjährigen Regeln konnten wir es vor dem Qualifying nicht umbauen." Nun droht ihm laut Artikel 28.2 des Sportlichen Reglements der FIA ein Start aus der Boxengasse - zumindest theoretisch, denn Artikel 28.2 bezieht sich auf den Fall, dass der Chassiswechsel nach dem Qualifying stattgefunden hat.

Startaufstellung oder Boxengasse?

Alonso ist sich selbst nicht ganz sicher, ob er überhaupt in die Startaufstellung dürfte, wenn er das denn wollte. "Beides hat Vor- und Nachteile", vergleicht er Startaufstellung und Boxengasse. "Wenn du auf dem Grid startest, kannst du in der ersten Kurve ein paar Positionen gewinnen, aber wenn du aus der Box kommst, ist das Risiko in der ersten Kurve geringer. Das ist 50:50. Ich bin mir auch nicht hundertprozentig sicher, wie die Regeln sind, wenn wir das Chassis wechseln."

Den Crash selbst nimmt er auf seine Kappe: "Links vorne hat das Rad blockiert und dann ging es geradeaus in die Mauer", gibt Alonso zu, betont aber, dass er ein bisschen Pech hatte: "Es war eine unglückliche Situation, denn ich bin mit gerade mal 90 km/h in die Mauer gekracht und dadurch ist das Chassis gebrochen. Von 100 solchen Unfällen bleibt das Chassis 99 Mal heil, aber diesmal ist es gebrochen. Da kann man nichts machen."

Vom letzten Platz beziehungsweise aus der Boxengasse zu starten, ist in Monte Carlo ein doppeltes Handicap, denn auf dem Stadtkurs gibt es kaum Überholmöglichkeiten. Mit einem überlegenen Auto kann man es vor Sainte Dévote, vor Mirabeau oder auch vor der Hafenschikane probieren, ohne Risiko geht aber nichts: "Monaco ist ein sehr schwieriger Kurs, denn Überholen ist praktisch unmöglich", weiß Alonso, für den nur die drei neuen Teams Kanonenfutter sein sollten.

Erinnerungen an 2006

"Es gibt keinen schlechteren Kurs, um als Letzter loszufahren, aber 2006 haben wir gesehen, dass Michael vom letzten Startplatz noch Fünfter geworden ist. Daran müssen wir uns ein Beispiel nehmen", spielt der Ferrari-Pilot auf das berühmte "Rascasse"-Rennen Schumachers an. "Wir werden unser Bestes geben. Es wird sehr schwierig, aber hier kann es auch viele Ausfälle geben. Was uns im Freien Training passiert ist, kann anderen im Rennen passieren. Wir müssen unsere Chancen nutzen. Das Ziel ist, ein paar Punkte zu holen."

Ein Sieg scheint unmöglich. Der Monte-Carlo-Sieger mit dem schlechtesten Startplatz war im Jahr 1996 Olivier Panis, der als krasser Außenseiter auf Ligier von Rang 14 aus ein verrücktes Regenrennen gewann. Aber Alonso hat ohnehin viel weiter reichende Sorgen: "Wir müssen uns verbessern, das steht fest. Uns allen ist klar, dass Red Bull schnell ist - im Moment haben sie das schnellste Auto. Wir waren hier aber schnell genug, um um die Pole-Position zu kämpfen."

"Auf einigen Strecken wird Red Bull aber klarer Favorit sein, besonders im Qualifying. Ich bin jedoch sehr optimistisch, dass wir das Auto verbessern können", schöpft er Mut. "Für die nächsten Grands Prix bekommen wir einige Neuerungen, mit denen wir sie hoffentlich einholen können. Außerdem sind sie in der Konstrukteurs-WM hinter uns. Insofern sollten wir uns wohl eher auf McLaren und Button konzentrieren, die vor uns sind."

Fotoquelle: xpb.cc


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