Lewis Hamilton hofft, dass McLaren noch einiges an Anpressdruck findet

Formel 1 2010

— 17.05.2010

McLaren sucht nach Anpressdruck

Lewis Hamilton glaubt, dass McLaren vor allem mehr Anpressdruck braucht, lobt aber die Zusammenarbeit mit Teamkollege Jenson Button

In Barcelona gelang es Lewis Hamilton noch, dank des hervorragenden Rennspeeds seines McLaren-Silberpfeils die beiden Red Bulls zu splitten, bis ihn eine gebrochene Felge aus dem Rennen warf. In Monte Carlo konnten Hamilton und Jenson Button ihren guten Rennspeed nicht zeigen - erstens, weil auf dem Stadtkurs kaum überholt werden kann, zweitens, weil Button wegen einer peinlichen Panne schon nach zwei Runden ausschied.

Doch klar ist, dass die Dominanz von Red Bull in Barcelona keine Eintagsfliege war - und Mark Webber und Sebastian Vettel führen nun auch ex aequo die Fahrer-WM an; Button (4.) fehlen acht, Hamilton (7.) 19 Punkte auf die Spitze. Bitter: Mit den eigentlich wohlverdienten 18 Zählern von Barcelona wäre Hamilton hinter Webber schon WM-Zweiter. Das würde der aktuellen Performance seines MP4-25 aber ohnehin schmeicheln.

Erkenntnis im Monte-Carlo-Qualifying

"Es fehlt uns an Anpressdruck. Da brauchen wir einen guten Schritt, um zu Red Bull aufzuschließen", weiß Hamilton, dem in Qualifying in Monte Carlo bewusst wurde, wie groß der Rückstand von McLaren wirklich ist: "Ich glaube, die Leute realisieren manchmal gar nicht, was Anpressdruck bedeutet, aber es ist unglaublich, wie viel früher die aufs Gas steigen können als ich. Wir haben einen recht guten mechanischen Grip, aber der aerodynamische Grip fehlt uns."

Alleine im Mittelsektor, der nur gut eine halbe Minute lang ist, büßte der Weltmeister von 2008 fast eine halbe Sekunde auf die Webber-Bestmarke ein. Das untermauert seine Theorie, denn die schnellen Passagen wie Tabak oder die Schikane am Schwimmbad erfordern viel Anpressdruck. Im ersten und dritten Sektor, wo es mehr auf mechanischen als auf aerodynamischen Grip ankommt, war er deutlich näher dran.

Doch Martin Whitmarsh vertröstet Hamilton und glaubt, dass es ein paar Rennen dauern wird, bis McLaren zu Red Bull aufschließen kann: "Man findet heute keine Heureka-Schritte mehr, die von einem Rennen auf das andere eine Sekunde bringen. Meistens reden wir von kleinen Details, von denen jedes einzelne nur ein paar Millisekunden bringt", erklärt der Teamchef. "Im Moment haben wir aber sehr signifikante Entwicklungen in der Pipeline."

Wer kann am schnellsten entwickeln?

Seiner Meinung nach ist das Entwicklungsrennen entscheidend: "Der Weltmeister wird aus einem der vier Topteams kommen, und zwar aus jenem, das sein Auto am meisten verbessern kann", sagt Whitmarsh und fügt an: "Man muss sicherstellen, dass man die Zuverlässigkeit nicht verliert. In Barcelona und hier haben wir Punkte verschenkt, was sehr ärgerlich ist. Normalerweise ist die Zuverlässigkeit eine Stärke dieses Teams. Gleichzeitig müssen wir wie gesagt schneller werden."

Positiv ist, dass Hamilton und Weltmeister Button an einem Strang ziehen, obwohl sie im WM-Kampf Konkurrenten sind. Aber von einer strikten Trennung der sensiblen Informationen, wie es zu Michael Schumachers Zeiten bei Ferrari manchmal der Fall war, kann keine Rede sein: "Wir sind ein Team, wir teilen alles - jedes Stück an Information, das wir haben", pocht Hamilton auf die funktionierende Transparenz zwischen den beiden Crews.

"Es gibt nach jeder Session ein Debriefing, um die Daten von beiden Autos zu besprechen, und in unserer Garage sind die Ingenieure nicht getrennt, sondern sie sitzen in der Mitte beisammen und unterhalten sich miteinander", nennt er ein konkretes Beispiel für die Zusammenarbeit. "In der Fabrik ist das nicht anders. Jenson beschreibt, was er denkt, ich beschreibe, was ich denke. Ich weiß immer, was er testet und wie es funktioniert hat."

Fotoquelle: McLaren


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