Bekommt Michael Schumacher seinen sechsten Rang wieder zurück?

Formel 1 2010

— 18.05.2010

Hill: "Er hatte ein schiefes Grinsen"

Ex-Champion Damon Hill verteidigt die Monaco-Strafe für Michael Schumacher: Hält Mercedes den Protest aufrecht?

Über den Red-Bull-Doppelsieg von Monaco spricht kaum noch jemand, über die nachträgliche Bestrafung von Michael Schumacher allerdings schon. Der Urteilsspruch der Rennkommissare sorgt für Streit um Regeln und für teils giftige Kommentare in alle Richtungen. Der Titel "Schummel-Schumi" war schnell wieder aktuell, auf der anderen Seite war es eine unterhaltsame Tatsache, dass ausgerechnet Schumachers ehemaliger Dauerrivale Damon Hill an der Entscheidung beteiligt war.

Der britische Ex-Weltmeister, der sich mit dem deutschen Rekordchampion in der Vergangenheit mehrfach strittig und hart auf den Formel-1-Strecken duelliert hatte, war in Monte Carlo als vierter Rennkomissar im Einsatz. "In dieser Situation fühlte ich mich etwas unwohl", gibt der Weltmeister von 1996 im 'Daily Express' offen zu. "Ausgerechnet ich sollte über einen eventuellen Regelverstoß von Michael Schumacher uteilen."

"Er hatte ein schiefes Grinsen im Gesicht, als er den Raum der Rennleitung betrat", schildert Hill die besondere Begegnung der alten Rivalen. Der Brite sprach sich für eine Bestrafung des Deutschen aus, der auf den letzten Metern des Grand Prix an Fernando Alonso vorbeigefahren war. Schumacher durfte nach Ansicht der Kommissare nicht überholen, da man laut Rennleitung das Rennen unter Safety-Car-Regeln beenden sollte, obwohl das Führungsfahrzeug von Bernd Mayländer zuvor in die Boxengasse abgebogen war.

Schumacher kassierte eine Durchfahrtsstrafe, die automatisch in eine 20-Sekunden-Zeitstrafe gewandelt wurde. Der Mercedes-Star fiel somit im Klassement vom sechsten Platz auf Rang zwölf zurück. "Ich bekomme nun schon E-Mails mit Drohungen", sagt Hill. "Die meisten Leute werden mir glauben, dass ich sauber und korrekt entschieden habe, aber in den Mails wirft man mir eine Voreingenommenheit vor."

"Vielleicht wäre es in diesem Fall besser gewesen, wenn ich den Stewards nur beratend zur Seite gestanden hätte und nicht als Rennkommissar Entscheidungen treffen musste", erklärt der Ex-Weltmeister sein Dilemma. Der Vorfall spaltet das Formel-1-Fahrerlager. Einige Teams und Piloten sehen das Manöver von Schumacher als legal an, andere interpretierten die Situation anders. Mercedes hat sich einen Protest vorbehalten.

Die Silbernen haben einen Protest zwar angekündigt, müssten diesen aber spätestens 48 Stunden nach dem Ende des Rennens offiziell bei der FIA einreichen. Dies ist bislang nicht geschehen. "Es ist noch keine Entscheidung gefallen", wird ein Mercedes-Sprecher aus Brackley in verschiedenen britischen Medien zitiert. Gut möglich, dass Mercedes nach genauem Studium des Regelwerks auf den Protest verzichtet. Die Chancen im Zuge eines solchen Verfahrens wären ohnehin gering.

Fotoquelle: Mercedes


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