Da war die Welt noch in Ordnung: Karun Chandhok vor Jarno Trulli

Formel 1 2010

— 20.05.2010

Chandhok: "Man darf sich um die Sicherheit nicht sorgen"

Trotz seines Monaco-Crashs hält Karun Chandhok die Formel 1 für sicherer als den Straßenverkehr und weint Platz 13 nach: "Ich war der Schnellste der Neuen"

Karun Chandhok ist ein Glückspilz. Und das, obwohl er beim Grand Prix von Monaco so kurz vor der Zielflagge von Lotus-Pilot Jarno Trulli aus dem Rennen geboxt wurde und somit um einen 13. Platz gebracht wurde. Der Zwischenfall hätte für den Inder beinahe in einem Desaster geendet, zumal Trullis Auto beim "Überflug" tatsächlich Chandhoks Helm berührte.

Doch der HRT-Pilot hat den Schock offenbar längst überwunden. "Solche Unfälle gehören zum Rennsport dazu", erklärt er gegenüber der indischen Presseagentur 'PTI'. "Als Fahrer darf man sich um die Sicherheit keine Sorgen machen, sonst kann man nicht fahren. Ich habe das Gefühl, dass man in der Formel 1 sicherer ist als im Straßenverkehr."

Anstatt sich zu freuen, den Unfall heil überstanden zu haben, ärgert sich Chandhok: "Es war nicht furchterregend, eher frustrierend - keine besonders schöne Erfahrung. So wollte ich das Rennen in Monaco - eine meiner Lieblingsstrecken - nicht beenden." Der Frust ist verständlich: Chandhok wurde im Rennen zwar als 14. gewertet, Platz 13 hätte das HRT-Team in der Konstrukteurswertung aber ausgerechnet an Lotus vorbeigeschoben. Auf Crash-Verursacher Trulli ist Chandhok nicht böse: "Er unternahm ein sehr opportunistisches Manöver, entschuldigte sich aber später."

Chandhok überstrahlt Senna

Mit seiner eigenen Leistung ist Chandhok sehr zufrieden: "In Monaco fuhr ich in Sachen Pace das beste Rennen der Saison. Ich war nicht nur schneller als Bruno Senna, ich war auch der Schnellste der neuen Teams." Und das ist die eigentliche Überraschung der Saison: Kaum jemand hätte Chandhok, der im letzten Moment bei Hispania andockte, eine Chance gegen Senna eingeräumt.

Bereits in den vergangenen Rennen zeigte der 26-Jährige sein Talent: "In Malaysia und Barcelona überholte ich Bruno und kämpfte dann gegen di Grassi im Virgin. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden und auch das Team ist glücklich. Die Menschen in der Formel 1 sind tendenziell sehr kritisch, doch bis jetzt ist alles sehr positiv."

Und das, obwohl Chandhok dieses Jahr sprichwörtlich ins kalte Wasser gestoßen wurde. Beim Formel-1-Debüt in Bahrain saß er erst im Qualifying zum ersten Mal im HRT-Boliden, auch sonst nahm er den Einstieg in die "Königsklasse" als ziemlichen Kulturschock wahr, wie er gegenüber der Zeitung 'The Hindu' bestätigt: "Es ist manchmal sehr hektisch, doch ich liebe es. Es ist harte Arbeit, die ich genieße."

Kein eigenes Bett, dafür viel Respekt von den Formel-1-Stars

Die rauen Seiten der Formel 1? In den vergangenen zweieinhalb Monaten habe er nur zehn Mal in seinem Bett in England geschlafen, zudem müsse man mit den Ingenieuren, Technikern, Medien, Sponsoren und Marketing-Agenten viel enger zusammenarbeiten, als in Nachwuchsrennserien wie der GP2. Chandhoks Motorsportbegeisterung ist aber ungebrochen: Wenn es der enge Zeitplan erlaubt, sieht er sich nach wie vor Formel-3-Rennen im Fernsehen an.

Doch der Inder, der seit 2002 in England lebt, fühlt sich inzwischen als vollwertiger Formel-1-Pilot. Dazu habe auch der gefährliche Crash in Monaco beigetragen, wie er erzählt: "Nach dem Unfall sind Lewis Hamilton, Mark Webber und Jenson Button zu mir gekommen und haben gefragt, ob es mir gut gehe. Jetzt gibt es genügend beiderseitigen Respekt zwischen mir und den Fahrern. Sie haben das Gefühl, dass ich es verdiene, in der Formel 1 zu sein. Wir sprechen miteinander jetzt als Formel-1-Piloten, es ist kein Gespräch mehr zwischen einem Formel-1-Piloten und einem Rookie."

Auch der erste Grand Prix von Indien, der im kommenden Jahr über die Bühne gehen soll, könnte dem zweiten indischen Formel-1-Piloten nach Narain Karthikeyan zusätzliche Anerkennung im Formel-1-Fahrerlager verleihen. Doch vor allem im eigenen Land verspricht sich Chandhok ein verbessertes Verständnis für die Formel 1: "Es wird eine tolle Erfahrung für die indischen Fans, ein Rennen live zu erleben. Sie werden einen viel besseren Bezug zur Formel 1 haben." Auch für den indischen Motorsport erwartet er sich eine ordentlichen Schub: "Wenn wir in Delhi einen Strecke haben, dann wird es auch viele Piloten aus anderen Teilen des Landes geben, vor allem aus dem Norden."

Fotoquelle: xpb.cc


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