Mark Webber tendiert zu Red Bull, hält sich aber vorerst alle Optionen offen

Formel 1 2010

— 23.05.2010

Webber legt sich nicht auf Red Bull fest

Warum Mark Webber im Poker um einen Formel-1-Vertrag für 2011 gut dasteht und wie ihm eine Herzoperation Inspiration verschafft hat

Nach seinen beiden umjubelten Siegen in Barcelona und Monte Carlo hat Mark Webber offenbar erkannt, dass sein Marktwert sprunghaft in die Höhe geschnellt ist. Der Vertrag des Australiers bei Red Bull läuft am Saisonende aus und Gerüchten zufolge steht er bei seinem Ex-Team Renault, wo er 2001 Testfahrer war, und sogar Ferrari hoch oben auf der Wunschliste.

Dabei sieht es zumindest im Moment so aus, als würde er bei Red Bull mit einer Vertragsverlängerung offene Türen einrennen: "Unser Wunsch ist es, mit Vettel und Webber weiterzumachen", sagt Motorsportkonsulent Helmut Marko, und auch Teamchef Christian Horner findet: "Mark fährt fantastisch, ist ein geschätztes Mitglied des Teams. Wenn die Zeit reif ist, werden wir uns hinsetzen und über den Vertrag sprechen. Ich bin mir sicher, dass das ein kurzes Gespräch wird."

Gutes Timing für Vertragspoker

In Monte Carlo hat bereits ein solches Gespräch zwischen Webbers Management und Red Bull stattgefunden, ob es dabei schon um die Zukunft gegangen ist, entzieht sich jedoch unserer Kenntnis. Eines ist aber klar: Angesichts der jüngsten Erfolge ist der Zeitpunkt für den 33-Jährigen günstig, möglichst schnell einen neuen Vertrag auszuhandeln - möglicherweise mit einer stattlichen Gehaltserhöhung. Denn die Formel 1 ist ein schnelllebiges Geschäft.

"Das Blatt kann sich schnell wenden", weiß Webber. "Vor zwei Rennen war ich Achter in der Weltmeisterschaft. Jenson hat vor Monaco geführt und ist jetzt nur noch Vierter. Der Wettkampf ist hart. Ich hoffe, dass ich bis zum letzten Rennen im WM-Kampf mitmischen kann. Dafür müssen wir konstant und zuverlässig sein und wir dürfen keine Fehler machen, wenn es drauf ankommt." Dieses Jahr habe er aber grundsätzlich ein "sehr gutes" Gefühl.

"Ich habe gerade zwei Rennen gewonnen und die Leute fragen mich, wo ich nächstes Jahr fahren werde", erklärt er in einem Interview mit der 'Mail on Sunday'. "Ich stehe den Jungs bei Red Bull sehr nahe. Wir haben gemeinsam viel durchgemacht und ich habe eine großartige Beziehung mit ihnen. Aber die Dinge können sich in diesem Geschäft sehr schnell ändern und man weiß nie, was um die nächste Ecke daherkommt."

"Mein Platz bei Red Bull ist noch nicht bestätigt, aber ich bin sehr, sehr glücklich hier", fügt Webber gegenüber 'News of the World' an. Und weiter: "Im Moment denke ich nur an das nächste Rennen, der Rest wird sich von selbst erledigen. Es sind noch hunderte Punkte zu vergeben und ich konzentriere mich auf meine Arbeit. In sechs Wochen wird das Bild klarer sein." Das Wichtigste sei aber ohnehin, dass das Feuer in ihm noch genau wie früher brenne.

Keine Motivationsprobleme

"Du kannst so viel reden, wie du willst, aber Taten sagen mehr als Worte", wischt er Bedenken hinsichtlich seines Alters und seiner Motivation vom Tisch. "Das Feuer brennt noch ganz solide. Ich glaube nicht, dass ich allzu viel verliere, weil ich ein bisschen älter bin. Natürlich bin ich mit den Jahren weiser geworden, aber das bremst mich nicht." Und er schickt ein Versprechen hinterher: "Also werde ich weitermachen!"

Das stand vor einem Jahr noch nicht in Stein gemeißelt, denn nach seinem schweren Mountainbikeunfall bei einem Charity-Wettkampf in Tasmanien hätte Webbers Karriere auch ebenso gut zu Ende sein können. Doch der Fitnessfreak überwand seine Knochenbrüche, verschwieg seinem Team das ganze Ausmaß seiner Verletzungen, um keine unnötige Besorgnis auszulösen, und kämpfte sich zurück an die Spitze. Jetzt erntet er die Früchte dieses Durchhaltevermögens.

"Mit den Verletzungen, die ich hatte, war das schon ein aggressiver Zeitplan", erinnert sich der vierfache Grand-Prix-Sieger. "Das Team steckt jede Menge Arbeit hinein, um jede Woche gegen Teams wie Ferrari und McLaren erfolgreich zu sein - da kann man es sich nicht leisten, eine Schlüsselperson zu verlieren. Ich gebe zu, dass das eine schwierige Zeit war, aber ich hatte gute Leute um mich herum und war entschlossen, es zu schaffen."

Dabei bediente er sich teilweise ungewöhnlicher Methoden. So schaute er sich zum Beispiel im Krankenhaus von Nottingham eine Operation am offenen Herzen an: "Ich wollte Profis unter Druck Leistung bringen sehen", erklärt Webber, dessen Mutter kürzlich eine ähnliche Operation über sich ergehen lassen musste. "Ich selbst war nie klug genug, um Medizin zu studieren, aber mich haben Physiologie und der menschliche Körper schon immer fasziniert."

Fotoquelle: GEPA


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